Anzeigenkampagne Atomgegner blasen zur Werbeschlacht gegen Merkel

Vor der Entscheidung der Bundesregierung über längere Laufzeiten blasen die Atomgegner zur großen Gegenoffensive. In einer ganzseitigen Anzeige im „Spiegel“ fragt die Bürgerbewegung Avaaz.org Kanzlerin Angela Merkel, ob sie „Superheldin der Geisel der Atomlobby“ sei. Verlängere sie die Laufzeiten, liefere sie Deutschland der Atomlobby aus.
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HB BERLIN. Rund 115 000 Menschen sollen laut Avaaz.org bereits eine Petition unterzeichnet haben, in der Merkel aufgefordert wird, den Atomausstieg von Rot-Grün zu respektieren. Die Anzeige sei von Tausenden Deutschen privat finanziert worden.

Die nicht minder kreative Atomlobby wirbt im „Spiegel“ mit einer ganzseitigen Anzeige, wo neben dem Atomkraftwerk Brokdorf sich friedlich drehende Windkrafträder zu sehen sind. Der Slogan: „Klimaschützer unter sich.“ Und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft wirbt ebenfalls ganzseitig für eine differenzierte Diskussion: „Energie ist nicht schwarz-weiß“, heißt es.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle durften sich derweil über überquellende Faxgeräte „freuen“. Nach Angaben des Kampagnenetzwerks Campact wurden bereits mehr als 21 000 Protestfaxe an beide Ministerien versandt, um mehr Klimaschutz im Energiekonzept der Bundesregierung zu fordern. In den Briefen werden jährlich steigende Mindestwirkungsgrade für fossile Kraftwerke verlangt. Nur so könne der Anteil klimaschädlicher Kohlekraft am Strommix schrittweise vermindert werden.

Die Deutsche Umwelthilfe hat unterdessen mit Bürgern und Promis die Kampagne „www.wir-sind-aussteiger.de“ gestartet, wo für ein Festhalten am Atomausstieg appelliert wird. Dabei sind unter anderem Sönke Wortmann, Renan Demirkan, Günter Grass, Roger Willemsen, Annette Humpe, Hannes Jaenicke, Jan Delay und Sebastian Krumbiegel.

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1 Kommentar zu "Anzeigenkampagne: Atomgegner blasen zur Werbeschlacht gegen Merkel"

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  • "ich bin ihnen sehr dankbar, dass Sie die bürgerbewegung Avaaz in ihrem Artikel erwähnen. Denn sie wird von den meisten Medien leider konsequent totgeschwiegen, obwohl sie oft die Meinung von mehreren hunderttausend Menschen wiedergibt. Das finde ich äußerst unfair und einer Demokratie unwürdig."
    Thomas Hoffer, bremen

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