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Appell zum IT-Gipfel Gabriel-Berater fordern Schulfach „Digitalkunde“

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Kritik an Milliarden-Digitalpakt von Bildungsministerin Wanka

Digitalisierter Unterricht werde den herkömmlichen Unterricht aber nicht ersetzen können, sondern allenfalls ergänzen. „Es gibt auch keine Studie weltweit, die eine Überlegenheit digitalisierten Unterrichts gegenüber dem herkömmlichen Unterricht bestätigen würde“, betonte der Lehrerverbands-Präsident. Bei aller Euphorie in Sachen Digitalisierung dürfe man daher auch nicht übersehen, „dass ein solcher Unterricht den zwischenmenschlichen Diskurs, den jeder Unterricht braucht, einschränkt und dass Schüler damit dazu verführt werden können, nur noch Informationshäppchen zu recherchieren und zur Kenntnis zu nehmen“.

Dass es vor allem die großen IT-Firmen und deren Stiftungen seien, die eine Digitalisierung von der Schule forderten, sollte man aus Sicht von Kraus auch „kritisch reflektieren“. Der Lehrerverbands-Präsident steht nicht alleine mit seiner Kritik.

Zusammen mit vielen anderen Pädagogen und Wissenschaftlern hat er eine Petition gegen den von Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) angekündigten IT-Digitalpakt für Schulen unterschrieben. Unter dem Titel „Trojaner aus Berlin: Digitalpakt#D“ äußern die Unterzeichner Zweifel an der Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen.
So betonen sie etwa, dass Schulen und Hochschulen Bildungseinrichtungen in humanistischer und demokratischer Tradition seien, die man vom Menschen her denken müsse und „nicht von technischen Systemen und deren Entwicklungszyklen“. Nötig seien daher mehr Lehrkräfte Mentoren, Tutoren, aber nicht Hardware.

Nach den Plänen von Bildungsministerin Wanka sollen alle Schulen in Deutschland mit einem Fünf-Milliarden-Programm für digitale Bildung fit gemacht werden. Der „Digitalpakt“ sieht vor, „Grundschulen, weiterführende allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen mit digitaler Ausstattung wie Breitbandanbindung, W-LAN und Geräten zu versorgen“, erklärte die CDU-Politikerin kürzlich. Die für Schulpolitik zuständigen Länder sollten sich verpflichten, pädagogische Konzepte, die Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie gemeinsame technische Standards umzusetzen.

Die Unterzeichner der Petition verwahren sich indes gegen zu viel Einflussnahme auf den pädagogischen Alltag. „Weder Lehrkräfte noch Schülerinnen oder Schüler dürfen verpflichtet werden, Geräte der Medien- bzw. Unterhaltungselektronik wie Tablets, Smartphones und ähnliches im Unterricht einzusetzen“, heißt es in einem Forderungskatalog der Experten. „Jedes Kind muss ohne Nutzung elektronischer Geräte am Unterricht teilnehmen und Hausaufgaben machen können, ohne benachteiligt zu werden.“

Viertel der Deutschen hat kaum oder sehr wenige Digitalkompetenzen
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