Arbeitgeber Hundt warnt vor zu hohen Tarifabschlüssen

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt fordert eine Fortsetzung der „beschäftigungsorientierten Tarifpolitik“. Er sieht die gute Lage am Arbeitsmarkt durch hohe Tarifabschlüsse gefährdet – auch wegen der Euro-Krise.
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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht durch hohe Tarifabschlüsse die Beschäftigungssituation in Deutschland in Gefahr. Quelle: dapd

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht durch hohe Tarifabschlüsse die Beschäftigungssituation in Deutschland in Gefahr.

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BerlinKurz vor der entscheidenden Verhandlungsrunde in der Metall-Industrie hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt vor einem Jobabbau wegen zu hoher Tarifabschlüsse gewarnt. „Ich vertraue darauf, dass die Tarifpartner erneut einen Beitrag dazu leisten, die Wachstumsdynamik in unserem Land zu verbessern und Beschäftigung zu sichern“, sagte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag. Die an der Produktivität orientierte Lohnpolitik der vergangenen Jahre habe maßgeblich dazu beigetragen, dass es 41 Millionen Erwerbstätige gebe und die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit 2005 um über eine Million gesunken sei. „Dieser richtige Weg einer beschäftigungsorientierten Tarifpolitik muss fortgesetzt werden“, betonte Hundt.

Die Gewerkschaft IG Metall fordert für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt und hat signalisiert, nicht ohne eine Drei vorm Komma abschließen zu wollen. Die Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg gehen am Montag in Böblingen in die wohl entscheidende vierte Runde. Am gleichen Tag werden in Frankfurt auch die Tarifgespräche für Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen fortgesetzt. Die IG Metall hat für Montag erneut Warnstreiks angekündigt.

BDA-Präsident Hundt drängte in dem Interview zudem auf flexible und differenzierte Tarifabschlüsse: „Die Situation in den einzelnen Branchen und Unternehmen ist sehr unterschiedlich.“ Deutschland sei stark von außenwirtschaftlichen Entwicklungen abhängig. „Auch wenn insbesondere die Bundeskanzlerin mit beachtlicher Energie an einer nachhaltigen Lösung arbeitet, sind die Risiken der europäischen Staatsschuldenkrise nach wie vor beachtlich und müssen in den Tarifverhandlungen Berücksichtigung finden.“

  • rtr
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9 Kommentare zu "Arbeitgeber: Hundt warnt vor zu hohen Tarifabschlüssen"

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  • ....und Mindestlöhne erst nach der Wahl .
    " Die Zeit für ein entsprechendes Gesetz
    reicht nicht ".
    Liebe Ministerin von der Leyen ,
    wenn es um Diäten gehn würde;
    gings am Montag schon los!
    D A S ist doch oft der
    koblenznoblenzqunactus -:)) , der vielen Leuten
    auf den Senkel geht.
    Freundliche Grüsse -
    F.-J. Hay
    Bonn

  • Blablabla...wichtig ist, dass die Lohnerhöhungen nicht über dem Produktivitätsfortschritt liegen und dass dabei Produktivitätsfortschritte aus Entlassungen herausgerechnet werden. Aber dank unserer Lohnzurückhaltungspolitik der letzten Jahre gäbe es noch kräftig Spielraum nach oben.
    Außerdem sollten unsere Sozialkassen wieder paritätisch finanziert werden und Arbeitgeber sollten verpflichtet werden, bei Entlassungen mindestens für 2 Jahre die Sozialabgaben der Entlassenen weiter zu bezahlen.

  • Komisch, in den Ländern mit niedrigen Löhnen herrscht die größte Arbeitslosigkeit, in den Ländern mit hohen Löhnen die geringste. Nur der Hundt hat das noch nicht gmerkt.

  • Das liegt noch viel länger zurück,
    Seit mehr als 20 Jahren hören wir das nun.

  • Hundt warnt..!
    Ich habe diesen Herrn noch nie vor zu hohen Gewinnen warnen hören. Wenn der Binnenmarkt einigermaßen stabil sein soll, dann muss der Ertrag aus der Arbeit sinnvoll geteilt werden. Kapital braucht keine Wohnung, nichts zu Essen und nichts zum Anziehen - Kapital kauft nichts! Wenn das ganze Geld auf einem Haufen ist, läuft nichts mehr in der Wirtschaft (auch keine Gewinne mehr)! Aber systemisches Denken ist schwer und manchmal unangenehm. Es ist wohl doch das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, dass diesen Herrn plagt! Gebt ihm einen (von den Unternehmern finanzierten) Fernsehsender!

  • Der Mann ist einfach nur alt und bekommt es nicht mehr auf die Reihe.
    Er müßte doch nur sagen: wie immer in den letzten 20 Jahren.

  • Hundt warnt vor zu hohen Tarifabschlüssen
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    Von wann stammt das? 2012, 2011, 2010 oder liegt es noch weiter zurück? Da man diesen Satz jedes Jahr zu lesen bekommt, fällt es enorm schwer ihn chronologisch richtig einzuordnen.

  • Herr Hundt leidet leider schon länger an Realitätsverlust und scheint ein erhebliches Aufmerksamkeistdefizit zu haben, anders läßt sich sein Gesabber von "Lohnnähbenkosten" kaum mehr erklären.
    Herr Hundt steht nicht für Innovation, Forschung und Bildung - die gibt es nämlich nicht umsonst und junge, qualifizierte Menschen drehen sich um, wenn sie einen solchen Betonkapitalisten sehen.
    Hoffentlich merkt man bald, daß Herr Hundt nur ein weiterer Sargnagel für den Industriestandort Deutschland ist.
    Wo wahr dieser Sprücheklopfer eigentlich, als es um Schwarzgeld, Steuerflucht und Hoeneß ging? Sicher wieder in Österreich am Wörthersee in bester Gesellschaft. Da traut sich dieser Feigling nicht, sich zur Sache zu äußern.

  • Ja,ja,der alte Hund immer besorgt um die Kohle der Unternehmer!

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