Arbeitgebertag 2016 Eine Wahlempfehlung für Merkel

Beim diesjährigen Arbeitgebertag hat Angela Merkel ein Heimspiel. Die Unternehmer wissen sehr gut, was sie an der Bundeskanzlerin haben. Sie gilt Stabilitätsanker in einer zunehmend unruhigeren Welt.
9 Kommentare
Die Kanzlerin zwischen BDA-Präsident Ingo Kramer (r.) und Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter (l,) beim Arbeitgebertag in Berlin. Quelle: AFP
Merkel im Kreise der Wirtschaft

Die Kanzlerin zwischen BDA-Präsident Ingo Kramer (r.) und Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter (l,) beim Arbeitgebertag in Berlin.

(Foto: AFP)

BerlinAuftritte der Bundeskanzlerin bei Arbeitgebertagen sind nicht immer leicht. Im vergangenen Jahr musste sich Angela Merkel von den versammelten Unternehmen noch viel Kritik anhören, etwa an überzogener Regulierung auf dem Arbeitsmarkt. An diesem Dienstag jedoch, das ist deutlich spürbar im Versammlungshotel an der Berliner Sonnenallee, sind die Firmenchefs froh, ihre Merkel zu haben.

Die Kanzlerin ist der Stabilitätsanker in einer zunehmend unruhigeren Welt. Auch vor einem Jahr war die Situation keine einfache: Die Flüchtlingskrise dominierte das politische Geschehen, Russland war schon damals eher unsicherer Kantonist als verlässlicher Partner. Und dieses Jahr? Globalisierungsgegner haben es der Regierung beim Ceta-Handelsabkommen mit Kanada äußerst schwer gemacht und den europäisch-amerikanischen Pakt TTIP vorerst zu Fall gebracht. Der freie Handel – essentiell für die exportorientierte deutsche Wirtschaft – ist bedroht. Die Briten werden sich aus der EU verabschieden. Und ins Weiße Haus zieht im kommenden Jahr Donald Trump ein. Deutschlands wichtigster Handelspartner wird dann von einem Populisten und Isolationisten regiert, der seiner „America first“-Devise folgen wird. Hinzu kommen Herausforderungen wie die Digitalisierung, die viele Arbeitnehmer um ihre Jobs fürchten lässt.

Da ist es gut, wenn die Kanzlerin Trost spendet. „Wir leben in einer Phase der wirtschaftlichen Prosperität“, sagt Merkel – nicht zuletzt dank der gut funktionierenden Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Politik und Unternehmen dürften den Anspruch, die Globalisierung zu gestalten, nicht aufgeben. Es sei doch ein „Paradoxon“, dass jene, die jahrzehntelang reine Zollsenkungsabkommen kritisiert hätten, nun aufschreien, wenn mit Ceta und TTIP erstmals auch Sozialstandards verankert werden sollen. Gerade in diesem Punkt passt kein Blatt zwischen Merkel und die versammelten Arbeitgeber: „Ich predige hier in der falschen Kirche“, sagt die Regierungschefin.

Merkel nimmt die Sorgen der Unternehmer ernst. In fünf oder sechs Jahren mag die steuerliche Entlastung für die Arbeitgeber vielleicht schon weniger wichtig sein als die Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Deshalb sei es nötig, das deutsche Einwanderungsrecht zu vereinfachen, um Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu sichern, wie die Kanzlerin betont, nicht in den Sozialstaat.

Dissens gibt es beim Thema Rente
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Arbeitgebertag 2016 - Eine Wahlempfehlung für Merkel

9 Kommentare zu "Arbeitgebertag 2016: Eine Wahlempfehlung für Merkel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie ich gerade festgestellt habe, werden Kommentare nicht mehr „gesperrt“, sondern ratzfatz gelöscht.

    Missliebigen Warnhinweise auf das Vorgehen der Zensur werden kurzerhand ebenfalls gelöscht.

    Wusste gar, dass der EgoWahn sogar schon hier das Sagen hat. Oder ist es vielleicht der neue Feind - die „Reichsbürger“?

  • Noch ein Beispiel für die Trickserei durch die „schwarze Null“. Es werden und wurden Bundesanleihen herausgegeben, die einen höheren Nominalerlös bringen, für die dann aber für die Laufzeit deutlich höhere Zinsen als inzwischen marktüblich zu zahlen sind.

    So hat man sich klammheimlich höhere Etatmittel verschafft, für die dann die etwas Jüngeren die Zeche in Form höherer Zinsen zu zahlen haben. Für das HB alles kein Thema.

    Insofern auch kein Unterschied zu den Systemmedien.

  • @Herr Grutte Pier

    Da sind inzwischen für die Gesundheitsfürsorge der sogenannten Flüchtlinge der Ausschüttung von 1,3 Mrd. € aus dem Gesundheitsfond bewilligt worden. Heißt mit anderen Worten, dass nur die GKV-Versicherten die „Zeche“ zahlen dürfen.

    Beinahe hätte ich es vergessen : Die GKV verlangt darüber hinaus weit über 2 Mrd. €.

    Das Beste zum Schluss – damit soll vermieden werden, dass es den Dummdeutschen vor der BTW auffällt, was die illegale Einwanderung tatsächlich kostet. Deshalb jetzt 1,3 Mrd. € aus dem Gesundheitsfond, damit die Zusatzbeiträge in der GKV nicht steigen.

  • @Enrico "FatFinger" Caruso

    Was gibt es denn da nicht zu verstehen?

    Wir haben eine Pfarrerstochter als BK, die ob ihrer vielfältigen Fehler und Mängel immerhin in der Lage ist, ihren Opfern Trost zu spenden:

    Jetzt wissen Sie auch, warum die CDU immer noch zu Recht das große "C" vorn anstellt.

  • "Vor allem im Gesundheitssystem gebe es bei den Kosten eine „erhebliche dynamische Entwicklung“, so dass man sich über die Parität bei der Finanzierung noch einmal unterhalten müsse."

    Es wäre mal interessant zu erfahren, wodurch denn die "dynamische Entwicklung" bei der Kostensteigerung verursacht wird.
    Sind die deutschen Arbeitnehmer plötzlich alle sterbenskrank oder gibt es mglw. andere, "überraschende" Tatsachen, die mit ganz anderen Personenkreisen zusammenhängen?

    Die Arbeitgeber hier aus Ihrer Verantwortung zu entlassen und die Arbeitnehmer wieder einseitig zahlen zu lassen kann nicht der richtige Weg sein.
    Nur wenn auch die Arbeitgeber entsprechend "bluten" müssen, werden Sie der Politik endlich mit entsprechendem Gewicht "auf die Füsse" treten und eine verantwortungsvolle Handlungsweise für unsere Gesamt-Gesellschaft fordern.

  • "Die Deutschen Arbeitgeber wollen mit aller Macht die Vernichtung ihrer Unternehmen und die Freiheit der Marktgesellschaft einer Grün-Sozialistischen Merkel DDR opfern."

    Wer ist der Schwachmat ???????

    Herr Marc Hofmann15.11.2016, 13:38 Uhr
    Ja, der ist es!

  • Wir alle hängen von einem reibungslos funktionierenden Wirtschaftssystem ab.

    Dennoch muss die Politik eine kritische Distanz zu allen Teilen unserer Gesellschaft wahren, will sie auch in Zukunft das von unseren Vätern eingeführte System der "Sozialen Marktwirtschaft" bewahren.

    Diese Distanz lässt die Kanzlerin vermissen.

    Die Wirtschaftslobby hat ihr über viele Jahre eingeredet, dass Deutschland neue Arbeitskräfte braucht, soll die deutsche Wirtschaft auch noch in Zukunft erfolgreich sein. (Hintergrund: insbesondere im Billiglohnbereich sollte dadurch ein heftiger Wettbewerb um Arbeitsplätze entstehen).

    Die Kanzlerin hat diesem Druck nachgegeben, in dem sie die Grenzen für alle geöffnet hat, die zu uns kommen wollen. Trotz 2,6 Millionen Arbeitslosen in Deutschland, bei deren Reintegration in den Arbeitsmarkt sich die Wirtschaft einfach wegduckt.

    Auch die SPD hat sich dabei keine Lorbeeren verdient:

    Was nutzt ein Mindestlohn, sei er noch so hoch, wenn ich gleichzeitig 250.000 1-€-Jobs für Flüchtlinge genehmige, Frau Nahles?

    Die Politik hat sich einmal mehr von der Wirtschaft austricksen lassen!

  • Die Kanzlerin ist "der Stabilitätsanker der Trost spendet".

    Was soll man dazu noch kommentieren? Ich bin ratlos.

  • "Deshalb sei es nötig, das deutsche Einwanderungsrecht zu vereinfachen, um Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu sichern, wie die Kanzlerin betont, nicht in den Sozialstaat."

    Noch einfacher als das, was heute schon (jeder darf rein...) praktiziert wird?
    Dass die Zuwanderung der vielen dringend benötigten Ärzte, Facharbeiter und Ingenieure zu 99% in den Sozialstaat erfolgt, wird wohl niemand ernsthaft abstreiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%