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Arbeitsagentur 350 Millionen Euro Kindergeld gehen direkt an Auslandskonten

Auch wenn der Nachwuchs in einem anderen Land lebt, bekommen EU-Ausländer in Deutschland Kindergeld. Jetzt gibt es aktuelle Zahlen.
6 Kommentare
Kindergeld: 350 Millionen Euro gehen direkt an Auslandskonten Quelle: dpa
Kindergeld

215.499 ausländischen Kindern, die nicht in Deutschland leben wurde im Dezember 2017 Kindergeld bezahlt.

(Foto: dpa)

Berlin Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat im Jahr 2017 rund 343 Millionen Euro Kindergeld an Konten im Ausland gezahlt. Damit haben sich die Kindergeldzahlungen ins Ausland seit 2010 (35,8 Millionen Euro) fast verzehnfacht. Das berichten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Mittwoch) unter Berufung auf Zahlen der BA aus einer Kleinen Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion.

Im Dezember 2010 wurde dem Bericht zufolge für 61.615 ausländische Kinder, die nicht in Deutschland leben, Kindergeld gezahlt. Im Dezember 2017 waren es bereits 215.499 Kinder. Die meisten lebten in Polen (103.000 Kinder), Kroatien (17.000 Kinder) und Rumänien (17.000 Kinder), heißt es in dem Bericht. Außerdem erhielten knapp 34.000 im Ausland lebende deutsche Kinder die Leistungen.

Nach geltendem Recht haben EU-Ausländer für die Dauer ihres Arbeitsaufenthalts in Deutschland Anspruch auf Kindergeld – auch wenn der Nachwuchs in einem anderen Land lebt. Der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vor einem Jahr einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach das Kindergeld für EU-Ausländer an das Niveau des Heimatlandes angepasst werden sollte, wenn ihre Kinder dort leben. Dies stieß jedoch in der EU-Kommission und auch bei der SPD auf Widerstand.

  • dpa
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6 Kommentare zu "Arbeitsagentur: 350 Millionen Euro Kindergeld gehen direkt an Auslandskonten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • <Es ist übrigens keine "Einwanderung in die Sozialkassen",>

    Natürlich nicht. Die extreme Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Almosengewährung ist bei den Rumanen natürlich nur rein zufällig.

    Das sich viele - natürlich nicht alle - Polen geschickter anstellen, kann selbstverständlich nicht sein.

  • Der Vergleichszeitraum ist schlecht gewählt, da 2010 noch keine Arbeitnehmerfreizügigkeit für Polen, Bulgarien und Rumänien herrschte. Dass die Zahlen so krass steigen, ist darum nicht verwunderlich. Es ist übrigens keine "Einwanderung in die Sozialkassen", da Menschen nur "für die Dauer ihres Arbeitsaufenthalts" Kindergeld erhalten. Es sind also Menschen, die einer Beschäftigung nachgehen. Deswegen ist der Anteil der Polen auch so hoch. Viele sind in der Pflege oder der Bauwirtschaft beschäftigt, zahlen dabei in die deutschen Sozialkassen ein. Alles andere ist geltendes EU-Recht.

  • Wieso "gegen"? Muss es nicht "gehen" heißen?

    Zum Thema: wir müssen uns entscheiden, ob wir wirklich unsere vorbildlichen Sozialkassen als Weltsozialamt missbrauchen lassen wollen. Ich, als seit über 30 Jahren Steuern- und Abgabenzahlender möchte das jedenfalls nicht. Und sehe es auch nicht als meine moralische Verpflichtung an. Schließlich bedeutet Armut in gewissen Gegenden schlicht ein Zuviel an Kindern. Das muss man nicht auch noch unterstützen. Wir in D haben uns doch auch (ungeschrieben) auf eine 1-Kind-Politik geeinigt. Nur so kann die Welt überleben.

  • Es ist kein Zufall, dass Polen die großen Nutznießer der Transferzahlungen ist. Ich weiß auch sehr genau, warum das so ist.

    Es ist die ausgezeichnete Verkehrsanbindung, die es den Polen ermöglicht, nach einem einfachen Anruf aus Deutschland zum Eingang einer amtlichen Benachrichtigung termingerecht zu erscheinen.
    Die Wohnung in Deutschland wird bei den meisten ohnehin vom Amt finanziert.

    Ich wage die Behauptung, würde die Kindergeldhöhe dem Herkunftsland angepasst, es würden wohl sogar mehr als diese 343 Mio. € eingespart werden können.

  • Dumm - Dümmer - Deutschland.

    Dieses Staatskonstrukt ist an Peinlichkeit und Scham nicht zu überbieten.

  • Wir haben soviel Geld, wir finanzieren die ganze Welt.

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