Arbeitsagentur Zahl der Leiharbeiter so hoch wie nie

Die Leiharbeit in Deutschland boomt weiter. Vergangenes Jahr waren so viele bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt, wie noch nie. Das meldet die Agentur für Arbeit, die das für eine gute Entwicklung hält.
Update: 20.01.2012 - 13:06 Uhr 13 Kommentare
910.000 Menschen waren 2011 ausgeliehen. Quelle: dpa

910.000 Menschen waren 2011 ausgeliehen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Zahl der Leiharbeiter in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr der Millionengrenze genähert und damit ein Rekordhoch erreicht. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte, waren Ende Juni 2011 in 17.400 Zeitarbeitsfirmen rund 910.000 Menschen beschäftigt. Das seien 103.000 oder fast 13 Prozent mehr gewesen als ein Jahr zuvor. Rund ein Drittel der Leiharbeiter sei als Hilfspersonal tätig gewesen.

Der Großteil der Zeitarbeitsfirmen rechne nun mit einer Stagnation der Beschäftigtenzahlen auf hohem Niveau, sagte ein Sprecher des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ).

In der Politik ist die Leiharbeit umstritten. Vor allem bei Gewerkschaften hat sie einen schlechten Ruf, weil Leiharbeiter zumeist schlechter bezahlt werden als Stammbelegschaften. Auch handelt es sich um unsichere Beschäftigungen. Sie sind häufig von kurzer Dauer: Von den 569.000 im ersten Halbjahr 2011 beendeten Leiharbeitjobs dauerte die Hälfte weniger als drei Monate, wie aus der Analyse der Arbeitagentur hervorgeht

Von der Leyen verlangt für Leiharbeiter gleichen Lohn

Aus Sicht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sollte die Branche sicherstellen, dass Leiharbeiter ab einem gewissen Zeitpunkt den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbeschäftigen des Einsatz-Unternehmens. Wenn den Tarifpartner eine Einigung in den ersten drei Monaten dieses Jahres nicht gelingt, will die Ministerin eine Kommission einsetzen. Seit Jahresanfang gilt für die Branche bundesweit ein Mindestlohn

Für die BA erfüllt Zeitarbeit eine Brückenfunktion. „Leiharbeit stellt eine Beschäftigungsperspektive für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer dar“, heißt es in der BA-Analyse. Zwei Drittel der im ersten Halbjahr 2011 neu begonnenen Leiharbeitsverhältnisse seien mit Personen abgeschlossen worden, die direkt zuvor keine Beschäftigung ausgeübt hätten. Die Bedeutung der Leiharbeit für den Arbeitsmarkt steigt seit 2009 mit Einsetzen des Wirtschaftsaufschwungs. Mittlerweile beträgt ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2,9 Prozent - nach 2,6 Prozent im Juni 2010.

  • rtr
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13 Kommentare zu "Arbeitsagentur: Zahl der Leiharbeiter so hoch wie nie"

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  • So ein Schwachsinn, das Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung gibt es seit 1972.

    Die Arbeitnehmerüberlassung als Mittel zur Kompensation bei Auftragsspitzen ist an sich eine gute Idee.

    Es liegt doch nur an der Ausgestaltung. Wenn man dem Leiharbeit den gleichen Tariflohn zahlt, wie dem festangestellten Arbeiter oder sogar etwas mehr, da der Leiharbeiter das höhere Risiko des Jobverlustes trägt, gäbe es keine Probleme.

    In der Schweiz funktioniert dieses System bestens.

    Im Übrigen haben sich diese Woche CDU/CSU und FDP erneut gegen einen einheitlichen Mindestlohn gewehrt!

  • Ich wusste gar nicht, dass es die DDR noch gibt?

    Auf der einen Seite rufen Sie nach Gewerkschaften und auf der anderen Seite stemmen Sie sich gegen soziale Sicherungssysteme, die es nun mal nur von staatlicher Seite geben kann.

    Da helfen nur ordentliche Mindestlöhne und gleiches Geld für gleiche Arbeit! Besser noch höhere Löhne für Leiharbeiter, denn diese tragen das ständige Risiko, von heute auf morgen den Betrieb verlassen zu müssen.

  • Leiharbeit ist Sklavenarbeit und damit menschenrechtlich verboten. Das ergibt sich alleine aus der UN Sozialcharta die die meisten Länder der Erde ratifiziert haben. Das dumme ist nur, dass der Michel absolut keine Ahnung von seinen Gott gegebenen Rechten hat. Er lässt sich lieber weiter versklaven als sein Recht in die die eigene Hand zu nehmen um die Parasiten zum Teufel zu jagen.

  • Naja, CDU/CSU und sogar die FDP warnten damals vor Einführung der Zeitarbeit .
    Wenn sie ein bisschen Googel werden sie die Debatten finden , die drei Parteien habe genau gewusst welche Ausmaße diese Art von Arbeit annehmen wird , Schröder wurde über diese bedenken natürlich informiert , hat alles nichts genützt .
    Der Aufmacher in den Zeitungen war ihm wichtiger als das Wohl des Deutschen Volkes !!!

  • Wenn der deutsche HAndwerker ncihmal mehr ne Küchenplatte zusägen kann, wundert mich nicht, dass sich immer mehr Leute von außerhalb helfen lassen

  • Fakt ist doch auch, dass unsere Firmen und hier besonders die Großen, seit Jahrzehnten nicht mehr ordentlich ausbilden. Esd wurde udn wird ja imemr argumenteirt, sie seien nicht ausbildungsfähig. Ja warum hat man denn nicht schon unter Kohl da was getan? Und as ist nicht eine Frage von Geld, dass es in den Schulen nciht mehr klappt. Das sit in erster Linie mal ein Frage von Ordnung, Anstand und Disziplin in den Schulen, die Kuschlpädagogik hat uns das eingebrockt. Heute rufen sie nach Zuwanderung weil angeblich Facharbeiter fehlen und die kriminelle Politik wird diesem Wunsch wieder nachgeben.
    Man redet über den demografischen Faktor, aber unsere jungen Leute bekommen ja gar nicht die Chance eine Familie zu gründen, da sie keine Arbeit haben, z. T. auch durch den Staat forciert, keinen Beruf haben usw.
    Wenn wir diese Mißstände nicht endlich aufräumen, geht Deutschland komplett unter

  • Das ist völlig richtig. Nur Merkel führt es ja noch viele schlimmer weiter
    Unsere gesamten Politiker, egal von wlecher Partei, sind nur noch übelste Verbrecher

  • Ich habe diese ZDF-Dokumentation auch gesehen.
    Dass so etwas in unsrem Land mal statfinden würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet.
    Deutschland ein Ausbeuterland, das ist mehr als beschämend.
    Wir rücken der DDR immer näher, auch dort hat der Staat bestimmt wo man zu arbeiten hat und als was.
    Und wo sind unsere Gewerkschaften? Die hätten es doch in der Hand, dieses Land mal für eine Woche lahm zu legen um ein Umdenken zu erzwingen und genau das muß endlich kommen.
    Diese Lügen ständig, die Arbeitslosigkeit sei so gesunken sind schon schlimm.

  • Höchste Arbeitslosigkeit seit 1933 Von Peter Schwarz 3. März 2005
    3. März 2005
    Mit über 5,2 Millionen hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland den höchsten Stand seit 1933, dem Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten erreicht.
    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meldete für Februar eine Zahl von 5.216.434 Menschen, die offiziell als Arbeitslose registriert sind. Das entspricht einer Quote von 12,6 Prozent - 10,4 Prozent in den alten und 20,7 Prozent in den neuen Bundesländern. Den Spitzenwert hält Mecklenburg-Vorpommern, wo fast jeder Vierte ohne Arbeit ist. Bundesweit sind mehr als ein Drittel der Betroffenen Langzeitarbeitslose, das heißt, sie sind seit einem Jahr oder länger ohne Beschäftigung.
    Die Bundesregierung hat versucht, diese Zahlen zu relativieren, indem sie auf die veränderte Zählweise aufgrund der Hartz-IV-Gesetze sowie den harten Wintereinbruch im Februar hinwies. Doch selbst wenn man diese Faktoren berücksichtigt, handelt es sich immer noch um die höchste Arbeitslosenzahl seit 1998, als SPD und Grüne die Regierung übernahmen. Und vom Anstieg um 161.000 gegenüber Januar sind gerade 16.000 auf die saisonale Winterarbeitslosigkeit zurückzuführen.

    Bundeskanzler: Gerhard Schröder 27. Oktober 1998 - 22. November 2005 SPD

  • Die Leiharbeit haben wir Rot/Grün zu verdanken , das wollen wir doch mal nicht vergessen !

    Diese Regierung unter Führung der SPD (Schröder) wollte damit auf die höchste Arbeitslosigkeit seit 1933 reagieren ,damals hatte die SPD eine Arbeitslosenzahl von über 5,2 Mio Menschen zu verantworten !!!

    Wenn sie also heute von Zeitarbeit betroffen sind sollten sie wissen wem sie das zu verdanken haben , und ggf ihr Wahlverhalten neu orientieren .

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