Arbeitslosenzahlen 2.849.000 Deutsche sind ohne Job

Der Herbst belebt die Wirtschaft: Die Zahl der Arbeitslosen ist im September um 97.000 auf 2.849.000 gesunken – das sind jedoch mehr als noch vor einem Jahr. Zuwanderer verschärfen den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt.
Update: 01.10.2013 - 11:13 Uhr 14 Kommentare
Die Zahlen sind schlechter als vor einem Jahr. Ein Grund: Weniger Menschen haben an arbeitsmarktpolitischen Programmen teilgenommen. Quelle: dpa

Die Zahlen sind schlechter als vor einem Jahr. Ein Grund: Weniger Menschen haben an arbeitsmarktpolitischen Programmen teilgenommen.

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NürnbergDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist wegen der üblichen Herbstbelebung im September gesunken, aber nicht so stark wie in den Vorjahren. Sie fiel auf 2,849 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Das seien 97.000 weniger als im August, aber 61.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. „Insgesamt zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt in einer guten Grundverfassung, gleichzeitig werden aber strukturelle Probleme immer deutlicher“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt.

Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl laut BA unerwartet um 25.000 zum Vormonat. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hingegen hatten mit einem Minus von saisonbereinigt 5000 gerechnet.

Die BA begründete den Anstieg damit, dass die Arbeitsmarktpolitik weniger entlastet habe: Weniger Menschen hätten an arbeitsmarktpolitischen Programmen teilgenommen. So seien beschäftigungschaffende Maßnahmen und die Förderung der Selbstständigkeit zurückgegangen.

Zuwanderer aus Süd- und Osteuropa verschärfen nach Beobachtungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zunehmend den Wettbewerb auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Allein in diesem Jahr hätten rund 270.000 Männer und Frauen aus EU-Staaten eine Arbeit gesucht, berichtete BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Hinzukomme, dass immer mehr bislang nicht berufstätige Frauen auf den Arbeitsmarkt strömten und ältere Männer im Beruf blieben, ergänzte er.

Insbesondere für ungelernte Arbeitslose werde es daher immer schwieriger, eine neue Stelle zu finden. „Wir müssen daher zusammen mit den Arbeitslosen eine Strategie entwickeln, dass sie bei denen sind, die eingestellt werden.“ Eine leichte Entspannung erwartet Alt im kommenden Jahr. Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den südeuropäischen Staaten könnte die Zahl der Zuwanderer in Deutschland deutlich sinken.

Europaweit ist die Arbeitslosigkeit im August unverändert gegenüber dem Vormonat geblieben. In den 17 Ländern mit der Euro-Währung lag die Arbeitslosenquote bei 12 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. In allen 28 EU-Staaten waren 10,9 Prozent der Menschen ohne Arbeit – das sind 26,595 Millionen Männer und Frauen.

In den Euro-Ländern waren 19,178 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die höchsten Quoten verzeichneten wie zuvor Griechenland (27,9 Prozent im Juni) und Spanien (26,2 Prozent).

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14 Kommentare zu "Arbeitslosenzahlen: 2.849.000 Deutsche sind ohne Job"

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  • Ja, es gibt noch LÄNDER, die keinen Mindestlohn nötig haben.

    Hatten WIR in D auch nicht, viele Jahrzehnte !!!

    NUR, wenn man die notwendigen LEITPLANKEN im Arbeitsrecht entzieht und Lobbyisten die Änderungen im ARBEITSRECHT schreiben lässt, dann wird ein MINDESTLOHN notwendig !!! DANK ROT/GRÜN !

    Der Mindestlohn ist kein besonderer Vorteil für Arbeitnehmer, ein Arbeitsrecht mit seriösen LEITPLANKEN sind immer vorzuziehen !

    Wir brauchen mehr POLITIKER ohne KOMPETENZLEERE und die ungerne abnicken !

    In vielen Bereichen haben wir in D einen perversen Arbeitmarkt !

  • Wenn die neue Bundesregierung gesetzliche Mindestlöhne einführt, haben wir bald eine Arbeitslosigkeit wie in den sozialistischen Arbeiterparadiesen Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland, wo gesetzliche Mindestlöhne schon lange ihre segensreiche Wirkung entfalten. Als Mindestlohn-freie Zone in Europa verbleiben dann nur noch Länder wie die Schweiz, Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland.

    Empfehlung: Lernt schon mal die richtigen Fremdsprachen!

  • @george.orwell

    Es gibt wohl mehrere Gründe warum keine Arbeit mehr für alle da ist!

    1. braucht man im Kapitalismus eine Anzahl Erwerbsloser als Druckmittel auf den Rest der Lohnsklaven

    2. geht es im Kapitalismus nur um PROFIT!

    3. Bedingt die 3. techn. Revolution das immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden

    4. Nimmt die Weltbevölkerung zu und hat somit nicht mehr Arbeitsplätze für ALLE.

    5. SIND DIE JOBCENTER UND ARBEITSÄMTER DOCH GAR NICHT WIRKLICH AN EINER VERMITTLUNG EINES ARBEITSPLATZES INTERESSIERT! Das konnte ich nun mehrmals selbst erleben! Was machen die Leute dort nur, wenn alle in Arbeit kämen?! Die sitzen doch heute meißt nur da rum und haben nichts wirklich zu tun! Ausser natürlich sich selber zu verwalten. So ist das in einem total bürokratischen Staat.

    5. Muß die Politik dafür sorgen das Aldi und co. auch immer genug Kunden haben. Der Markt ist doch mittels Politik längst aufgeteilt und die Marktwirtschaft existiert NUR IN DEN KÖPFEN DER MENSCHEN!

  • Wer glaubt heute noch schon an die "getürkten" und schön gefärbten Zahlen der BA und der Regierung über die Arbeitslosigkeit? Glauben Sie an den Osterhasen und den Weihnachtsmann?

  • Kleiner Hinweis!

    Die Weimarer Republik hatte immer ein „Außenhandelsdefizit“, erst zur Zeit der Weltwirtschaftskrise konnte ein „Exportüberschuss“ erwirtschaftet werden. Dieses Defizit war natürlich gewollt von den Siegermächten (Abtretung von Teilen Deutschlands) und den Verbot in einigen Bereichen zu forschen (z. b. Luftfahrt), trotzdem war die Weimarer Republik in der Lage die Arbeitslosigkeit trotz „Ruhrbesetzung“ und „Reparationzahlungen“ deutlich zu verringern.

    Die Auswirkung von „Exportüberschüssen“ und „Arbeitsplätzen“ darf man nicht überschätzen, es wäre sehr verkürzt wenn man behauptet durch die Exportüberschüsse könnte man das Problem der Arbeitslosigkeit „wegexpotieren“.

    Dabei dürfen sie nicht vergessen die größten Exporteure sind China, Japan, USA und dann kommt erst mein kleines Land.

    Die hohen Exportüberschüsse sind eine Folge des Euros und die Schaffung eines gemeinsamen Marktest mit den unterschiedlichsten Löhnen, Gesetzen und Marktpreisen.

    Wenn die Bundesrepublik Deutschland heute die Exporte drosseln müsste, stehen in Rumänien, Bulgarien und Polen die Bänder still.

    Mein Land ist eine Basarökonomie und die erwirtschafteten Exportüberschüsse werden in Staatsanleihen (Italien, Spanien etc.) angelegt und von der EZB abgeschöpft.

    Dieses Geld wird nicht im Inland investiert (Exportüberschüsse=Investitonen=Einstellen von Mitarbeiterm=höhere Konsum, Steigerung des Konsum=gleich höhere Importe)

    Dieses Modell der alten Bundesrepublik Deutschland (Hälfte Deutschland) wird nicht mehr verfolgt darum habe ich in meinen Land trotz hoher Exportüberschüsse auch eine sehr hohe Arbeitslosigkeit!

  • Na klar können China und USA oder, oder die gesamte Industriegüterproduktion der Welt erledigen.
    Das Problem wäre nur das gleiche, von Ihnen schon angesprochene. Preisbrecher und Elendsbringer!
    Und am Ende, wie immer! steht die Beseitigung der lieben Mitmenschen. Krieg.
    Es war bisher immer so, leider. Wir haben ein riesiges Glück gehabt in den letzten 60 Jahren, fragt sich nur wie lange noch?
    Selbst wenn die Leute die eigenen Produkte kaufen würden fände sich nur ein anderer Grund für "Ärger".

  • Wie viele Arbeitslose gäbe es in Deutschland wenn wir unsere Arbeitslosigkeit über den Leistungsbilanzüberschuss nicht mit exportieren würden?
    Weil die Arbeitslose in den anderen Länder sind auch durch unser Exportüberschuss verursacht. Wir verkaufen viel aber wir kaufen wenig. Wie lange werden sich diese Länder das gefallen lassen?
    Was wenn China und Indien das deutsche Spielchen auch spielen?
    Diese zwei Länder allein wären in der Lage der Weltbedarf an Industriegüter zu decken.

  • Wie menschenverachtend!
    Die Arbeitslosenarmee wird benötigt, um die Löhne zu drücken. Und das ist nicht linke Politik, sondern neoliberale, marktradikale.

  • "Gibt es wirklich keine Arbeit in D? Gibt es hier wirklich nichts zu tun?" - Klar gibt es genug zu tun, will bloß keiner bezahlen.

  • Nur Aufstocker sind nicht arbeitslos. Alle anderen eLB jedoch ja.

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