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Arbeitsmarkt Das Handwerk brummt – Kunden warten im Schnitt zehn Wochen

Zu viele Aufträge und Probleme bei der Besetzung offener Stellen: Der Boom im Handwerk hat Folgen: Die Wartezeiten werden immer länger.
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Die Mehrheit der Handwerksbetriebe ist mit der Auftragslage zufrieden. Quelle: dpa
Dachdecker

Die Mehrheit der Handwerksbetriebe ist mit der Auftragslage zufrieden.

(Foto: dpa)

BerlinKunden müssen im Schnitt bis zu zehn Wochen auf einen Handwerker warten. Das geht aus der Frühjahrsbefragung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) unter seinen Mitgliedsunternehmen hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. „Im Gesamthandwerk dauert es inzwischen im Durchschnitt fast zweieinhalb Monate, bis ein Auftrag erfüllt werden kann“, heißt es in dem Ergebnis der Befragung zum 1. Quartal.

In den Bau- und Ausbauhandwerken müssten die Kunden sogar 14,5 bzw. fast elf Wochen, bei den gewerblichen Zuliefererbetrieben 11,5 Wochen bis zur Auftragsrealisierung warten, so der Verband.

Ursache für die lange Wartedauer ist die sehr gute Konjunkturentwicklung im Handwerk, die der insgesamt schwächelnden deutschen Wirtschaft trotzt. Die Auftragsbücher sind nach wie vor gut gefüllt. „Für das laufende Jahr 2019 erwarten wir einen Umsatzanstieg von bis zu vier Prozent“, heißt es weiter in dem Ergebnis der Befragung. Die Bundesregierung geht insgesamt von einem halben Prozent Wirtschaftswachstum aus.

Im Handwerk ist die Stimmung bestens. 57 Prozent der Betriebsinhaber halten danach die aktuelle Geschäftslage für gut, nur acht Prozent für schlecht. Besonders gut läuft es am Bau und beim Ausbau: 95 Prozent der Betriebsinhaber sprechen von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage. Bei der Bewertung der Umsätze gab es in einem ersten Quartal noch nie bessere Werte.

Auch im Kfz-Bereich hat sich die Lage trotz der Diesel-Debatte etwas entspannt, 87 Prozent sehen ihre Geschäfte als zumindest befriedigend an – und das vor dem Hintergrund, dass sich der Neuwagenabsatz zuletzt wieder erholt hat und zudem das Werkstattgeschäft nach wie vor gut läuft.

Insgesamt ist „in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, dass der Konjunkturmotor im Handwerk ins Stocken gerät oder gar abgewürgt wird“, heißt es in dem Bericht.

Auch 2019 stellen die Betriebe weiter zusätzliche neue Mitarbeiter ein, voraussichtlich rund 30.000. Gerne würden die Betriebe ihr Personal noch stärker aufstocken, aber leider findet sich nicht für alle offenen Stellen geeignetes Personal, heißt es beim ZDH.

Das realisierte Stellenplus wird daher auch 2019 hinter den eigentlichen Einstellungsplänen und -wünschen der Betriebe zurückbleiben. Geschuldet ist das dem fortgesetzten Fachkräftemangel.

Um diese Entwicklung nicht zu gefährden, fordert ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke nicht nur die schnelle Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes.

Laut dem Verband hat die Politik „mit ihren Entscheidungen das unternehmerische Handeln erschwert und Betriebsinhaber mit mehr Bürokratie, mit mehr arbeitsrechtlichen Vorschriften, mit zusätzlichen Sozialabgaben, steuerlichen Erschwernissen und steigenden Energiekosten belastet“.

Das müsse aufhören, sonst werde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen massiv gefährdet. „Das Gebot der Stunde lautet Entlastung unserer Betriebe und ihrer Beschäftigten – Entlastung bei Steuern, bei Sozialabgaben, bei Bürokratie“, so Schwannecke.

Beim Thema steuerliche Entlastung verweist er auf Österreich, das jüngst Steuersenkungen beschlossen hat. „Auch in Deutschland könnten unsere Betriebe entlastet werden, ohne damit eine Schieflage des Staates zu riskieren“, sagt der ZDH-Vertreter. Das brüsk mit der Begründung abzulehnen, für solche „Steuergeschenke“ sei jetzt keine Zeit, ist laut Schwannecke ein Schlag vor den Bug der Betriebe und Mitarbeiter, die dieses Steuergeld schließlich erarbeitet hätten.

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