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Arbeitsmarkt „Gleicher Lohn für Frauen“ gilt bereits

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Ähnlich kritisch äußerte sich auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): „Die Ursache für Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern ist nicht, dass gleiche Arbeit beim gleichen Arbeitgeber unterschiedlich entlohnt wird. Das ist schon nach geltendem Recht unzulässig“, heißt es in einer Stellungnahme. Neuer gesetzlicher Aktionismus sei daher überflüssig.

Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser Schnarrenberger (FDP) kann mit dem Vorstoß von Scholz ebenfalls wenig anfangen: „Frauen sind heute im Erwerbsleben aus ganz unterschiedlichen Gründen benachteiligt. Das fängt bei der nach wie vor mangelhaften Ganztagsbetreuung von Kindern an, und es hört mit Aufstiegsbarrieren in Unternehmen auf, die vor allem in konservativer Unternehmenskultur vorzufinden sind“, sagte die liberale Politikerin. Ein Blick nach Skandinavien zeige, dass der Staat in der Kinderbetreuung die richtigen Rahmenbedingungen setzen könne, damit Frauen im Erwerbsleben weniger benachteiligt würden.

„Die von Scholz ins Feld geführten Zahlen geben einen rein statistischen Durchschnittswert wieder“, argumentiert Arbeitsrechtler Bauer. Die Daten vernachlässigten, dass Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern deshalb entstünden, „weil Frauen sich häufiger für niedrig bezahlte Berufe entscheiden und Auszeiten für die Kindererziehung nehmen“, sagte Bauer.

Doch nicht nur die Forderung des Bundesarbeitsministers nach einer Beweislastumkehr in einem Arbeitsgerichtsprozess löst Kritik aus. Widerstand gibt es von Seiten der Arbeitsrechtler auch gegen seinen Vorschlag, die Quote von Frauen in Aufsichtsräten zu erhöhen: „Ziel sollte generell eine bessere und professionellere Überwachung der Unternehmensführung sein, die zunächst dadurch erreicht wird, dass die geeignetsten Personen Mandate besetzen“, sagte Heuchemer. Eine pauschale Quote laufe diesem Ziel aber zuwider.

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