Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Arbeitsmarkt Späterer Ladenschluss führt zu mehr Jobs im Supermarkt

In Bayern sind im Lebensmitteleinzelhandel weniger Arbeitsplätze entstanden als in Bundesländern mit liberaleren Ladenöffnungszeiten. Das zeigt eine IAB-Studie.
22.05.2020 - 08:40 Uhr 1 Kommentar
Wegen der Coronakrise dürfen Lebensmittelgeschäfte vorübergehend auch in Bayern bis 22 Uhr öffnen. Quelle: dpa
Beschäftigter im Supermarkt

Wegen der Coronakrise dürfen Lebensmittelgeschäfte vorübergehend auch in Bayern bis 22 Uhr öffnen.

(Foto: dpa)

Berlin Die seit 2006 schrittweise erfolgte Liberalisierung der Ladenschlussgesetze in den Bundesländern hat zu mehr Beschäftigung im Lebensmitteleinzelhandel geführt. In Bayern, das an einer restriktiveren Öffnungspolitik festhielt, sind weniger neue Jobs entstanden als andernorts. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Mit der Föderalismusreform 2006 ging die Verantwortung für die Ladenöffnungszeiten vom Bund auf die Länder über. Die IAB-Forscher Mario Bossler, Michael Oberfichtner und Vinzenz Pyka haben in ihre Studie die Länder Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern einbezogen, die bis zur Liberalisierung eine vergleichbare Beschäftigungsentwicklung im Lebensmitteleinzelhandel hatten.

Alle untersuchten Länder mit Ausnahme Bayerns haben Lebensmittelgeschäften zumindest von Montag bis Freitag erlaubt, länger zu öffnen. Im Freistaat dagegen müssen die Läden vor sechs Uhr und nach 20 Uhr geschlossen bleiben.

Die Forscher haben nun das Jahr 2005 und das Jahr 2007 – vor und nach der Liberalisierung – verglichen. So hatte ein Lebensmittelgeschäft in Bayern 2005 durchschnittlich 10,19 Beschäftigte – 0,53 weniger als in den Vergleichsländern. Zwei Jahre später ist die Differenz auf 0,94 Beschäftigte pro Geschäft angewachsen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Die Lockerung der Öffnungszeiten hatte demnach in den anderen Bundesländern einen Anstieg der Beschäftigung im Lebensmitteleinzelhandel um 0,41 Beschäftigte pro Geschäft zur Folge“, heißt es in der Studie. „Das entspricht einem Beschäftigungseffekt von etwa vier Prozent.“

    Beschäftigung in großen Geschäften wurde erhöht

    Entstanden sind vor allem Arbeitsplätze für Teilzeitbeschäftigte und Minijobber, weniger für Vollzeitkräfte. Außerdem hat die Deregulierung nur die Beschäftigung in großen Geschäften erhöht. Mit längeren Öffnungszeiten wie in anderen Bundesländern würde der bayerische Lebensmitteleinzelhandel heute womöglich 3.700 zusätzlichen Beschäftigten Arbeit geben, bilanzieren die Forscher. Allerdings zeichne sich derzeit keine politische Mehrheit für eine Liberalisierung ab.

    Dass längere Ladenöffnungszeiten die Beschäftigung erhöhen, ist keineswegs selbstverständlich. Denn es hätte ja durchaus sein können, dass dafür in den Kernzeiten weniger Kunden kommen und so insgesamt weniger Personal gebraucht wird.

    Andererseits ist eine Mindestanzahl an Beschäftigten erforderlich, um einen Laden überhaupt offen halten zu können. Und längere Öffnungszeiten könnten die Umsätze im Einzelhandel steigern und so die Nachfrage nach Arbeitskräften erhöhen.

    Bei ihrer Untersuchung haben sich die Forscher auf den Lebensmitteleinzelhandel fokussiert, weil vor allem dieser die liberaleren Öffnungszeiten nutzt und er weniger stark vom Internethandel betroffen ist als andere Handelszweige.

    Wegen der Coronakrise dürfen Lebensmittelgeschäfte vorübergehend auch in Bayern bis 22 Uhr öffnen. Dadurch bedingte mögliche Beschäftigungseffekte ließen sich im Rahmen ihrer Analyse aber nicht seriös beziffern, schreiben die Forscher: „Denn ganz offensichtlich sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Zeiten von Corona gänzlich andere als bislang.“

    Mehr: IAB-Forscher Weber: Der Staat sollte in der Coronakrise für neue Jobs zeitweise die Sozialbeiträge übernehmen

    Startseite
    Mehr zu: Arbeitsmarkt - Späterer Ladenschluss führt zu mehr Jobs im Supermarkt
    1 Kommentar zu "Arbeitsmarkt: Späterer Ladenschluss führt zu mehr Jobs im Supermarkt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Auch wenn es lobenswert ist, daß die berichteten Beschäftigungseffekte wohl eingetreten sind - die Schlußfolgerung beruht auf 13-15 Jahre alten Daten und ist damit nicht aktuell. Ob sie im Lichte der starken Zunahme des Online-Handels seit dem Jahr 2007 überhaupt valide ist, wäre mit aktuellen Daten zu überprüfen.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%