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Arbeitsmarkt Wo der Arbeitskräftemangel schon jetzt den Boom bremst

Jedes vierte Unternehmen in der Industrie und jeder fünfte Dienstleister klagt über Personalmangel. Das bremst das Wachstum massiv, warnt das Ifo-Institut.
Update: 29.10.2018 - 09:56 Uhr Kommentieren
Fachkräfte wie Elektroingenieure sind schwer zu finden. Quelle: dpa
Ingenieur

Fachkräfte wie Elektroingenieure sind schwer zu finden.

(Foto: dpa)

BerlinDie Ambulanz Mobile GmbH ist wohl das, was man einen ostdeutschen „Hidden Champion“ nennt. Das Unternehmen mit etwa 250 Beschäftigten baut Fahrzeuge verschiedener Hersteller zu Rettungs- oder Krankentransportwagen um. Eine lukrative Nische, die Auftragslage ist gut. Doch das Unternehmen hat trotzdem Probleme.

Denn neue Mitarbeiter sind rar: „Elektroingenieure finden wir nur sehr schwer“ – trotz einer Kooperation mit der Universität Magdeburg, sagte die kaufmännische Leiterin Dagmar Schwarz kürzlich bei einer Veranstaltung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Berlin.

Die Gründe: Talentierten Berufsnachwuchs zieht es eher in Großunternehmen. Und Ambulanz Mobile produziert im kleinen Städtchen Schönebeck in Sachsen-Anhalt – einem Bundesland, das unter massiver Abwanderung leidet. Seit der Wiedervereinigung ist die Einwohnerzahl um rund 670.000 geschrumpft.

Den Osten, die Provinz und Kleinbetriebe trifft der Arbeitskräftemangel besonders stark, aber das Phänomen breitet sich aus. In der Industrie leide mittlerweile jedes vierte Unternehmen darunter, bei Dienstleistern jedes fünfte, sagt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut.

Die Münchener Konjunkturforscher berechnen jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt das Ifo-Beschäftigungsbarometer, das auf Meldungen von etwa 9.000 Unternehmen fußt. Zwar ist der Indikator im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht von 104,8 auf 104,6 Zähler gesunken.

„Die Firmen suchen jedoch weiterhin neue Mitarbeiter“, sagt Wohlrabe. Das seit 2002 berechnete Barometer notiert weiter in der Nähe seines zu Jahresbeginn erreichten Höchststands.

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Für den Teilindikator des Bauhauptgewerbes wurde im Oktober sogar ein neuer Rekord erreicht. Für die Branche ist Personalmangel schon seit Längerem eine Wachstumsbremse. Aber auch in der Metall- und Elektroindustrie klagten zur Jahresmitte knapp 28 Prozent der Unternehmen über Produktionsbehinderungen wegen fehlender Arbeitskräfte.

Von März 2010, als nach der Finanz- und Euro-Krise die Beschäftigungswende zum Besseren einsetzte, bis zum Sommer dieses Jahres hat die Branche unter dem Strich deutlich mehr als eine halbe Million zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Wie Ifo sieht auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen anhaltenden Aufschwung am Arbeitsmarkt.

Das entsprechende Barometer, das auf einer Umfrage der BA unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert, hat im Oktober zum zweiten Mal in Folge zugelegt und eine leichte Schwächephase im Sommer überwunden. „Der gegenwärtige Arbeitsmarktaufschwung wird sich bis ins nächste Jahr fortsetzen“, kommentierte IAB-Forscher Enzo Weber die Daten.

Selbst eine Eintrübung der Stimmung in der Weltwirtschaft, wie sie etwa der im Oktober gesunkene Ifo-Geschäftsklimaindex signalisierte, beeinflusse den Arbeitsmarkttrend nicht sonderlich. Allerdings sieht auch Weber beim Beschäftigungswachstum das Ende der Fahnenstange langsam erreicht. Neue Rekordzuwachswerte seien nicht mehr zu erwarten, weil die Verfügbarkeit von Arbeitskräften an ihre Grenzen stoße.

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