Arbeitsmarkt Zahl der freien Arbeitsstellen in Deutschland auf Rekordhoch

Immer mehr Arbeitslose finden einen Job, gleichzeitig nimmt aber die Zahl freier Stellen zu. Im ersten Quartal erreicht sie Rekordniveau.
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In Deutschland sind so viele Stellen offen wie nie zuvor. Quelle: Bernd Wüdpa
Arbeitsmarkt

In Deutschland sind so viele Stellen offen wie nie zuvor.

(Foto: Bernd Wüdpa)

NürnbergIn Deutschland gab es im ersten Quartal 2018 so viele freie Stellen wie nie zuvor. Mit 1,190 Millionen habe die Zahl der zu besetzenden Jobs sogar den Spitzenwert vom Vorjahresquartal überschritten, geht aus der im Vorfeld des „Tages der Arbeit“ veröffentlichten Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Im ersten Quartal 2017 hatte es in Deutschland noch 126.000 weniger offene Stellen gegeben. Die Zahlen zeigten, dass eine Trendwende am Arbeitsmarkt derzeit nicht in Sicht sei. Laut aktuellem Bericht der Bundesagentur war die Arbeitslosenzahl im April auf 2,384 Millionen gesunken.

Jobmotoren sind nach der IAB-Erhebung, die auf einer Betriebsbefragung basiert, vor allem westdeutsche Betriebe. Sie hatten im ersten Quartal 930.000 freie Stellen, für die sie dringend einen geeigneten Mitarbeiter suchten. In Ostdeutschland waren es dagegen nur 260.000 gewesen.

Firmen suchen dabei ganz unabhängig von der Betriebsgröße nach qualifizierten Mitarbeitern. Den größten Bedarf hatten zuletzt Kleinbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten. Die besten Chancen am Arbeitsmarkt haben Unternehmens- und Steuerberater, Architekten, Marktforscher, Werbefachleute und IT-Experten, die unter dem Sammelbegriff „qualifizierte Unternehmensdienstleister“ zusammengefasst sind; hier gab es im ersten Quartal 327.000 freien Stellen, gefolgt von anderen Dienstleistungsberufen (296.000 freie Stellen) und Beschäftigten in der Industrie (163.000 freie Stellen).

Derweil wird es nach Erkenntnissen der Nürnberger Arbeitsmarktforscher für Unternehmen immer schwieriger, die passenden Mitarbeiter zu finden. So sei im Jahr 2017 bei knapp 43 Prozent der neu besetzten Stellen die Mitarbeitersuche mit „Schwierigkeiten“ verbunden gewesen.

Allerdings hat sich zuletzt die Zeit bis zur Besetzung einer Stelle leicht verkürzt. Hatten Firmen im Jahr 2015 noch 58 Tage gebraucht (im Jahr 2016 sogar 59 Tage), um eine Stelle neu zu besetzen, so waren es im Jahr 2017 nur noch 55 Tage.

  • dpa
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6 Kommentare zu "Arbeitsmarkt: Zahl der freien Arbeitsstellen in Deutschland auf Rekordhoch"

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  • Was sind das für freie Stellen? Normal bezahlt( Min. 2000 Euro lt. neuer Statistik) und versicherungspflichtig oder nur ehrenamtliche, mit unter Mindestlohn und nur stundenweise Arbeit?

  • rd. 1,2 Mio. Stellenangeboten stehen wieviel Arbeitslose und Arbeitsfähige ohne Beschäftigung gegenüber?

    Bei der Diskrepanz stellt sich die Frage, wieso

    - zum einen überhaupt so viele offene Stellen sein können

    - zum anderen so viele von ca. 7 Mio. anscheinend nicht arbeiten wollen,

    - und letztlich täglich neu eindringende "Facharbeiter" benötigt werden?

    Für das Geld, dass für die neuen "Fachkräfte" verschleudert wird, hätte man durchaus jeder Menge Arbeitslosen ein gutes Studium finanzieren können.

  • Die Arbeitslosenzahl sinkt, die Zahl der Prekärbeschäftigten kratzt mittlerweile an der 10 Mio. Grenze !

    Das heißt, 10 Mio. Menschen gehen arbeiten und können von ihrem Lohn ihre EXISTENZ finanziell NICHT abdecken !

    SCHANDE !

  • @ Herr Nehal Devanowitch

    >> Was bitte ist ein "Prekären Teilzeitjob". >>

    Versuchen wir es doch mal mit einem Beispiel :

    Ein Friseurladen beschäftigt Friseure...wen den anders....!

    Eine Vollzeitfriseurin verdient Brutto 2.500 € im Monat .

    Der Besitzer kündigt dieser Vollzeitfriseurin und stellt an ihrer Stelle 3 Teilzeitfriseurinnen ein......auf PREKÄRER 400 € - Basis !

    Diese 3 Teilzeitfriseurinnen bewältigen einen größeren Kundenpensum beim frisieren und der Besitzer spart noch dazu 1.300 € monatlich.

    Außer dem sind 2 Menschen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt und verschwinden aus der Arbeitslosenstatistik !

    Das muss doch einleuchtend sein........oder ?

    Das gleiche passiert flächendeckend in allen Industriezweigen....und heißt :

    so wird das Deutsche Volk versklavt und die Gewinne dieses Wirtschaftswunders holen internationale, zum größten Teil amerikanische SPEKULANTEN an den Börsen ab !



  • @Herr Vinci Query

    ich verstehe ihren Text nicht? Was bitte ist ein "Prekären Teilzeitjob".
    Ich verstehe das Wort prekär komplett anders....

    Sollte nach Ihrer Aussage Vollzeitstellen in Teilzeitstellen gesplitet werden, dann müsste die Zahl der Aufstocker ja enorm ansteigen. Das sehe ich komplett anders.

    Ich weiss dass die Arbeitsagentur sogar empfiehlt Aufstockerjobs zu kündigen und aufgrund der guten Lage sich einen besser bezahlten Job zu suchen. Alleine schon der Anstieg der regelmäßigen Vakanzzeiten von bis zu 180 Tagen zeigt wie die Situationist.
    Und haben Sie aktuell offene Stellen zu vergeben? Bei mir bewirbt sich nur noch der unterste Durchschnitt der noch auf dem Arbeitnehmermarkt verfügbar ist, der den keiner will...

    Die Situation ist jedoch der Politik seit Kohl geschuldet und dem dummen Deutschen

  • >> Immer mehr Arbeitslose finden einen Job, gleichzeitig nimmt aber die Zahl freier Stellen zu >>

    Diese MILCHMÄDCHEN RECHNUNG ist doch schon längst durch alle denkenden Menschen durchschaut !

    Was läuft :

    - man nehme EINEN VOLLZEITJOB, zerstückele ihn auf 3 Prekären Teilzeitjobs.

    Hierbei kann man dann zusätzlich 2 Arbeitslosen ins Prekariat schicken, bzw. man hat die Arbeitslosigkeit um 2 Menschen REDUZIERT !

    Hier stellt sich nur noch die Frage, warum die Zahl der Arbeitslosen bei uns schon lange nicht im MINUS-BEREICH liegt !

    Erbärmliche Sozialistische Misswirtschaft !

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