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Arbeitsmarkt Zahl offener Stellen in Deutschland ist wieder gestiegen

Im zweiten Quartal dieses Jahres gab es in Deutschland 1,39 Millionen freie Stellen. Die Dringlichkeit der Personalsuche habe aber etwas nachgelassen.
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Die Dringlichkeit der Personalsuche hat etwas nachgelassen. Quelle: dpa
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Die Dringlichkeit der Personalsuche hat etwas nachgelassen.

(Foto: dpa)

Berlin Die konjunkturelle Eintrübung, die sich in den Wirtschaftsdaten und den Geschäftserwartungen zeigt, kommt auf dem Arbeitsmarkt nur mit Verzögerung an. So ist die Zahl der offenen Stellen nach einem Rückgang im ersten Quartal im zweiten Vierteljahr wieder ganz leicht auf 1,39 Millionen gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 9000 zum Vorquartal und von 175.000 zum Vorjahresquartal, wie aus der Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Allerdings habe die Dringlichkeit der Personalsuche etwas nachgelassen, sagt IAB-Forscher Alexander Kubis. So ist der Anteil der sofort zu besetzenden Stellen leicht auf rund 74 Prozent gesunken. Die Eintrübung macht sich bisher vor allem im verarbeitenden Gewerbe und bei den unternehmensnahen Dienstleistern bemerkbar.

Dort ist die Zahl der offenen Stellen leicht gesunken. In anderen Branchen setzt sich die Personalnachfrage laut IAB fort, im Baugewerbe bewegt sie sich mit 143.000 offenen Stellen sogar auf Rekordniveau. Im Dienstleistungsbereich wird der zweithöchste Wert seit 1992 verzeichnet.

Arbeitsmarktexperten erklären die weiter hohe Nachfrage auch damit, dass Unternehmen begehrte Fachkräfte gewissermaßen auf Vorrat einstellen, bevor die Konkurrenz sie wegschnappt. Allerdings werden die Firmen zurückhaltender, was ihre Einstellungspläne angeht.

Darauf deuten sowohl das vom Ifo-Institut exklusiv für das Handelsblatt berechnete Ifo-Beschäftigungsbarometer als auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer hin. Beide monatlichen Indikatoren waren zuletzt mehrfach in Folge gefallen. Für das Gesamtjahr rechnet das IAB dennoch mit weiter steigender Beschäftigung.

In der Frühsommer-Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hatten sich die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen so stark eingetrübt wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Dennoch nannten immer noch 59 Prozent der Befragten den Fachkräftemangel als größtes Geschäftsrisiko – nach 61 Prozent zu Jahresbeginn.

Dass es trotz der Eintrübung schwierig sein kann, geeignetes Personal zu finden, zeigt auch die IAB-Stellenerhebung. So ist der Anteil von Neueinstellungen, bei denen es Stellenbesetzungsschwierigkeiten gab, 2018 auf den Rekordstand von 44 Prozent gestiegen. Hauptgrund ist Bewerbermangel.

Mehr: In diesen vier Branchen ist der Fachkräftemangel besonders eklatant.

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