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Arbeitsmarktausblick Arbeitsagentur-Chef Scheele warnt vor Fachkräftemangel als Wachstumsbremse

Die Konjunkturabkühlung lässt die Arbeitslosigkeit wieder steigen. Dennoch sieht BA-Chef Detlef Scheele den Fachkräftemangel als das größere Problem.
03.01.2020 - 12:00 Uhr Kommentieren
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit stellt die jüngsten Arbeitsmarktdaten und den Ausblick für das laufende Jahr vor. Quelle: dpa
BA-Chef Detlef Scheele

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit stellt die jüngsten Arbeitsmarktdaten und den Ausblick für das laufende Jahr vor.

(Foto: dpa)

Berlin Der Fachkräftemangel und das weitgehend ausgeschöpfte Arbeitskräftepotenzial machen der Bundesagentur für Arbeit (BA) mehr Sorgen als die wieder anziehende Arbeitslosigkeit. „Der Fachkräftemangel ist mittelfristig die echte Wachstumsbremse in Deutschland“, sagte BA-Chef Detlef Scheele am Freitag bei der Präsentation der jüngsten Arbeitsmarktdaten und des Ausblicks für das laufende Jahr.

Zwar zeigten sich Spuren der konjunkturellen Schwächephase auch auf dem Arbeitsmarkt. Im Verarbeitenden Gewerbe, vor allem in der Auto- und Zuliefererindustrie, mache sich zudem der Strukturwandel bemerkbar, sagte Scheele. Er stelle viele Unternehmen in den industriellen Zentren Baden-Württembergs, Bayerns sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Thüringens „vor große Probleme“.

Gleichwohl bleibe die Nachfrage nach Arbeitskräften in weniger konjunkturabhängigen Branchen wie dem Gesundheitssektor weiter hoch. Die BA hält deshalb zunächst an der Herbstprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom September 2019 fest, wonach die Zahl der Erwerbstätigen im laufenden Jahr weiter um 120.000 auf 45,35 Millionen Personen steigen wird.

Ein begrenzender Faktor ist dabei aber zunehmend die demografische Entwicklung, die das Arbeitskräftereservoir schrumpfen lässt. Während das Erwerbspersonenpotenzial im abgelaufenen Jahr noch um rund 220.000 Personen gestiegen ist, wird für 2020 nur noch ein Zuwachs um 40.000 Menschen erwartet. „Wenn das Erwerbspersonenpotenzial nicht mehr steigt, kann auch die Erwerbstätigkeit nicht durch die Decke gehen“, erklärte der BA-Chef.

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    So geht bereits mehr als die Hälfte des in den zurückliegenden Jahren erfolgten Beschäftigungsaufbaus auf das Konto von Zuwanderern. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März in Kraft tritt, will die Bundesregierung Deutschland attraktiver für Migranten auch aus Drittstaaten machen. Denn der Wanderungssaldo von Bürgern aus EU-Ländern ist zwar noch positiv, sinkt aber seit seinem Höchststand im Jahr 2015 kontinuierlich.

    Arbeitspotenzial kann gesteigert werden

    Beim inländischen Erwerbspersonenpotenzial ist laut Scheele nicht mehr viel zu holen. So liegt die Erwerbsquote von Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren bereits bei rund 72 Prozent. Und die Quote der 60- bis 64-Jährigen, die noch im Beruf stehen, ist von 35 Prozent im Jahr 2008 auf gut 60 Prozent im Jahr 2018 gestiegen.

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    Das Arbeitskräftepotenzial ließe sich noch steigern, wenn mehr Beschäftigte – vor allem Frauen – Vollzeit statt Teilzeit arbeiten würden, sagte Scheele. Dies funktioniere aber nur, wenn dann auch die Kinderbetreuung entsprechend ausgebaut sei.

    Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit gibt laut BA derzeit noch keinen Anlass zur Sorge. Wegen der schwachen Konjunktur ist die Zahl der Arbeitslosen zwar erstmals seit sechs Jahren in einem Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

    Im Durchschnitt des vergangenen Jahres waren aber 2.267.000 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 73.000 weniger als im Jahresdurchschnitt 2018. 2019 sei das Jahr mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit und der geringsten Unterbeschäftigung seit der Wiedervereinigung gewesen, sagte Scheele. In der Rubrik Unterbeschäftigung werden neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die nicht arbeitslos gemeldet sind, weil sie gerade beispielsweise an einer Fortbildung teilnehmen oder erkrankt sind und dem Arbeitsmarkt deshalb nicht zur Verfügung stehen.

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      Allerdings ist die gute Entwicklung vor allem auf die erste Jahreshälfte zurückzuführen. Seit Mai liegt die Arbeitslosenzahl jeweils über dem Wert des Vorjahresmonats. Für das laufende Jahr rechnet das IAB mit einer weitgehend stagnierenden Arbeitslosenzahl.

      Auch Scheele sieht keinen Grund zur Schwarzmalerei: Es gebe erste Anzeichen dafür, dass die Konjunktur in diesem Jahr wieder anziehen werde. Und der Arbeitsmarkt habe sich in den zurückliegenden Jahren und Monaten weitgehend von der konjunkturellen Entwicklung abgekoppelt. So sei die Arbeitslosigkeit in der Vergangenheit bei einem vergleichbaren wirtschaftlichen Abschwung oft viel stärker gestiegen. Dennoch warnte der BA-Chef davor, „allzu optimistisch in die Zukunft zu sehen“.

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