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ARD und ZDF Wie geht es mit dem Rundfunkbeitrag weiter?

Er scheint in diesem Jahr so umstritten wie nie zu sein, aber für die öffentlich-rechtlichen Sender ist der Rundfunkbeitrag unverzichtbar. Wie schätzen ARD, ZDF und die Länder die künftige Entwicklung ein?
10 Kommentare
Die Rundfunkgebühren sollen im kommenden Jahr nicht gesenkt werden. Quelle: dpa
Rundbeiträge ARD und ZDF

Die Rundfunkgebühren sollen im kommenden Jahr nicht gesenkt werden.

(Foto: dpa)

MainzDie Zuschauer von ARD und ZDF bekommen im nächsten Jahr keine 3,60 Euro Rundfunkbeitrag erlassen. Die Länderchefs haben entschieden, das Geld lieber zu sparen, damit der Beitrag nicht in einigen Jahren umso kräftiger nach oben geht. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn der Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender steigt - und weil alles ja ohnehin teurer wird. Die Expertenkommission KEF, die Vorschläge für die Beitragshöhe macht, hatte ab kommendem Jahr 30 Cent weniger im Monat für akzeptabel gehalten. Aber die Länderchefs entschieden anders. Zugegebenermaßen hätten sich die Beitragszahler für eingesparte Geld nicht einmal eine Kinokarte pro Jahr leisten können.

Der öffentliche Gegenwind gegen den Rundfunkbeitrag ist größer geworden. So machte der Fall einer Brandenburgerin Schlagzeilen, die seit rund drei Jahren keinen Beitrag gezahlt hatte. Der juristische Streit darum drohte zu eskalieren, in Haft kam sie dann aber doch nicht. Die AfD fordert, dass der Beitrag abgeschafft wird und hält ihn für eine „Zwangsfinanzierung“. Dazu kommen Rechtsstreitigkeiten von Unternehmen mit großem Fuhrpark und vielen Standorten, die auch den Beitrag zahlen müssen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies im Dezember Klagen des Autovermieters Sixt und des Discounters Netto gegen WDR und BR ab und stellte klar, dass der Beitrag verfassungsgemäß ist.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

(Foto: ap)
Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

(Foto: Reuters)
Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

(Foto: dpa)
Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

(Foto: ap)
Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

(Foto: ap)
Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

(Foto: Reuters)

Die ARD hat vorgeschlagen, den Beitrag an einen Index zu koppeln, um die allgemeine Preisentwicklung zu berücksichtigen. Gehen die Preise nach oben, würde sich die Abgabe ebenfalls erhöhen. ARD-Chefin Karola Wille betont, Weihnachten sei zwar die Zeit der Wünsche, aber das gelte nicht beim Rundfunkbeitrag: „Wir müssen bedarfsgerecht finanziert bleiben - und das hängt von unserem Auftrag ab“, sagt die MDR-Intendantin.

„Wir müssen aber auch in der Gesellschaft Beitragsakzeptanz nachhaltig sicherstellen.“ Dies sei das Spannungsfeld. „Auch deshalb wird sich die ARD weiter verändern, um Synergien zu erschließen und Sparpotenziale zu heben.“ Eine Fusion von Anstalten soll es nicht geben.

Stellenabbau beim ZDF
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10 Kommentare zu "ARD und ZDF: Wie geht es mit dem Rundfunkbeitrag weiter?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auf die Beiträge können die Anstalten verzichten, wenn ich sehe was sie alles und in welch unvorstellbare Höhe zahlen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • "Wie geht es mit dem Rundfunkbeitrag weiter?"

    Für den Beitragszahler mit steigenden "Gebühren" (Steuer oder Kopfgeld darf man das ja nicht nennen) - denn die Fässer ohne Boden wollen weiter gefüllt werden.

    Von der Qualität hätte man meinen können, dass es nicht schlechter geht.
    Aber wir haben die letzte Zeit gesehen, dass man das Niveau immer noch reduzieren kann.

  • Entweder dummdreist oder aber tatsächlich blöd, wie sich dieser Bellut selbst und gleichzeitig dieses diktatorisch herrschende Berufspolitpa.. entlarvt.

    Seinen Satz

    „„Kein Politiker - auch nicht in Bayern - möchte die gesamte Deutungshoheit einem einzigen Anbieter überlassen.““

    kann man fast nicht besser und kürzer formulieren.

    Die Kernaussage ist – es geht ausschließlich um die „Deutungshoheit“.

    Davon ist aber im angeblichen Informations/Bildungsauftrag, den ÖR und Berufspolitiker ständig gehirnwäscheartig von sich geben, nirgends die Rede.

  • Ich bin der Überzeugung, daß man durchaus die Anzahl der kleinen ARD Anstalten reduzieren könnte und dadurch Kosteneinsparungen möglich sind. Auch eine ARD mit einer reduzierten Anzahl von Landesrundfunkanstalten ist in der Lage den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen. Hierbei sollte man das ZDF noch aus dieser Aufgabe entlassen und privatisieren. Den Rest des dann noch öffentlich rechtlichen Rundfunks sollte dann der Staat ( bzw der Steuerzahler ) finanzieren. Einen Teil der Kosten spielt man sicher auch durch die dann überflüssige GEZ ein. Wenn man dann noch alles das, was nicht zum öffentlichen Auftrag der ARD gehört reduziert kann das für den Steuerzahler so schlimm nicht mehr werden.

  • Die Schweiz hat auch einen Rundfunkbeitrag.

    Mit dem Unterschied, daß sich die Schweizer in einer Volksabstimmung dafür entschieden haben.

  • Was kostet eigentlich der riesige Wasserkopf zund die enormen Pensionsverpflichtungen des ÖR und was kostet der Sendebetrieb.
    Position 1 muß jedes Jahr 3% günstiger werden. Das funktioniert bei den Autozulieferern und muß auch beim ÖR funktionieren und dann gucken wir mal, wie sich Position 2 entwickelt.

  • Im Jahr 1986 habe ich mein Fehrnsehgerät abgeschafft. Seit mehr als 10 Jahren höre ich kein Radio mehr, da es genug Internsender gibt wo man Musik hören kann ohne von Kommentatoren belästigt zu werden. Die Internetauftritte der ÖR meide ich aus Prinzip. Jetzt muss ich diesen völlig niveaulosen Mist zwangsweise mitfinanzieren, was mich enorm ärgert. Ich werde 2017 die Partei wälen, die verspricht dieses von Zwangsbeiträgen gemästete Volksverblödugssystem abzuschaffen.

  • Die Rundfunktsteuer (sorry, es ist eine Art Kopfsteuer) sollte zunächst einmal vom Finanzamt eingezogen werden. Damit könnte man sich schon mal die komplette GEZ sparen. Wenn jetzt wieder irgendein Rundfunkheini behauptet, es sei keine Steuer, dann kann man auch die skandalös hohen Pensionen abschaffen, die den Staatsbediensteten beim staatlichen Rundfunk gezahlt werden. Die verdienen genug, um selbst fürs Alter vorzusorgen oder eben in die staatliche Rente einzuzahlen. Dann gehört die Doppelabzocke von Unternehmern abgeschafft. Sie ist in meinen Augen nicht verfassungsgemäß, auch wenn unsere Gerichte alles tun, um den Staatsfunk zu retten.
    Dass der Staatsfunk unabhängige Nachrichten liefert und einer pluralistischen Meinungsbildung dienlich ist, behauptet nach den letzten zwei Jahren wohl kaum noch jemand. Zwei Sender brauchen wir auch nicht. Normalerweise senden die doch zur selben Zeit den gleichen Müll. Der Vorschlag von Horst Seehofer ist daher zu begrüßen.
    Denn insges. ist die Rundfunksteuer viel zu hoch. Wenn ich das auf meinen Fernseh- und Radio-Konsum beziehe, ist es billiger, ins Kino zu gehen oder DVDs zu kaufen. Für die extrem hohe Rundfunksteuer könnte ich mich aber auch gleich bei mehreren Internet-Sendern anmelden und glotzen bis der Arzt kommt.
    Aber solange der Staatsfunk nicht unabhängig vom Staat ist und keine Politiker mehr in den diversen Gremien mitreden dürfen, wird sich an der skandalösen Situation nichts ändern. Der Selbstbedienungsladen ÖR bleibt also ein Selbstbedienungsladen.

  • Es gibt zahlreiche Länder die ihre Staatssender aus dem allgemeinen Steuertopf bedienen. Es gibt viele Staaten die auf staatliche Sender verzichten.

    Ich denke dass es auch ohne die Staatssender zahlreiche Nachrichtenprogramme, Kulturprogramme und sehr viel Unterhaltung gäbe. D

    Auch die politische Propaganda ist in den privaten Sendern nicht anders/besser als in den Staatssendern. Private Medien lassen sich von der Regierung verwöhnen (erhalten beispielsweise ein Grundstück zum Freundschaftspreis), oder im Fall einer regierungskritischen Berichterstattung unter Druck setzen. Das funktioniert offensichtlich gut.

    Insofern fällt mir auf Anhieb kein Grund ein warum es staatliche Sender geben muss.

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