Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Asylverfahren in Deutschland Schlanker, schneller, effizienter

Zu langsam, zu ineffizient: Arbeitsagentur-Chef Weise soll kurzfristig Personal für das Migrationsamt rekrutieren und langfristig das gesamte Asylverfahren entschlacken. Dabei drohen verfassungsrechtliche Probleme.
21.09.2015 - 12:36 Uhr
Die Aufnahmeverfahren dauern zu lange. Das soll nun anders werden. Quelle: dpa
Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende Trier

Die Aufnahmeverfahren dauern zu lange. Das soll nun anders werden.

(Foto: dpa)

Berlin Thomas de Maizière versucht noch eine Ehrenrettung. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe viel erreicht, sagt der Innenminister, als er am Montag zusammen mit Frank-Jürgen Weise, dem Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), vor die Presse tritt. Die Mitarbeitet täten, was sie könnten, die Verfahren seien kürzer geworden und in diesem Jahr seien schon doppelt so viele Anträge abgearbeitet worden wie im gesamten Vorjahr.

Aber angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, reichen diese Anstrengungen eben noch nicht aus. „Wir müssen schneller werden und wir müssen koordinierter arbeiten“, sagt der CDU-Politiker. Diese Aufgabe soll nun sein Parteifreund Weise anpacken. Schon beim Bund-Länder-Treffen am kommenden Donnerstag werde er erste Vorschläge präsentieren, kündigte der BA-Vorsitzende in Berlin an.

Die Flüchtlingswelle auf Europas Schienen
Hunderte Flüchtlinge in den Zügen nach Österreich und Deutschland
1 von 8

Seit Montag sind Hunderte Flüchtlinge in Zügen unterwegs von Ungarn nach Österreich und Deutschland. Nach den gemeinsamen EU-Asylregeln ist Ungarn verpflichtet, alle Einwanderer zu registrieren. Viele Flüchtlinge wollen aber gleich nach Österreich oder Deutschland weiterreisen. Ungarn hatte ihnen am Montag die Weiterreise erlaubt.

(Foto: dpa)
Die Reise beginnt in Griechenland
2 von 8

Für viele Flüchtlinge beginnt die Reise durch Europa in Griechenland. Wie hier in Idomeni, nahe dem Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien, warten sie auf Züge, die sie über den Balkan nach Westeuropa bringen.

(Foto: dpa)
Auf dem Weg nach Budapest
3 von 8

Diejenigen, die es über Mazedonien und Serbien nach Ungarn geschafft haben, machen sich auf den Weg in die Hauptstadt Budapest, um von dort nach Österreich und Deutschland weiterzureisen.

(Foto: dpa)
Ungarn gibt Züge frei
4 von 8

Ungarns Polizei ließ die Flüchtlinge am Montag zu hunderten am Keleti-Bahnhof in Budapest Züge Richtung Österreich besteigen. Bis zu 2000 Menschen hatten seit Tagen in provisorischen Lagern in der ungarischen Hauptstadt ausgeharrt. Am Montag waren keine Sicherheitskräfte mehr zu sehen, die sie aufhielten.

(Foto: dpa)
Chaotische Zustände an der Grenze
5 von 8

An der ungarisch-österreichischen Grenze (wie hier in Hegyeshalom) kam es in der Folge zu teils chaotischen Zuständen, die Züge wurden am Nachmittag für Kontrollen vorübergehend gestoppt und mussten in der Hitze warten.

(Foto: dpa)
Angekommen in München
6 von 8

In München und Rosenheim kamen am Montagabend fast 1000 Menschen an. Deren Personalien wurden zum Teil noch am Hauptbahnhof erfasst, zum Teil wurden sie aber direkt mit von der Regierung von Oberbayern eingesetzten Bussen in Flüchtlingsunterkünfte in ganz Bayern gebracht.

(Foto: dpa)
Noch mehr Menschen erwartet
7 von 8

Voraussichtlich werden in den kommenden Tagen noch viele weiter Flüchtlinge in Bayern ankommen. In den Flüchtlingszügen aus Ungarn sind nach Polizeiangaben allein am Montagabend 3650 Asylsuchende in Wien angekommen. Ein Großteil davon habe sich auf die Weiterreise nach Deutschland begeben, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Dienstagmorgen.

(Foto: dpa)

Kurzfristig will die Arbeitsagentur dem Bamf vor allem helfen, das dringend benötigte zusätzliche Personal zu finden. Er habe einen ganzen Jahrgang sehr gut ausgebildeter Mitarbeiter, die jetzt eigentlich in die Jobcenter gehen sollten. Vielleicht sei es ja ein gutes Training, sie zunächst mal für ein halbes Jahr ins Migrationsamt zu schicken, sagte Weise. Allerdings müssten sowohl der Personal- als auch der Verwaltungsrat der Behörde hier noch zustimmen.

Auch gebe es bei den Arbeitsagenturen viele Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, die er eigentlich nach Ablauf des Vertrags nach Hause schicken müsste. Diese Beschäftigten will Weise nun in ein Assessment-Center schicken, um herauszufinden, ob sie für einen Bamf-Job geeignet wären. Zudem will der BA-Chef auch die Bundeswehrverwaltung ansprechen, ob es dort noch Kapazitäten gibt. Ziel sei auf jeden Fall, mehr mobile Teams schon in die Erstaufnahmeeinrichtungen zu schicken, um Flüchtlinge möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integrieren zu können.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Weises Aufgabe, für die er laut de Maizière keinen Cent zusätzliches Geld erhält, beschränkt sich aber nicht auf die Personalsuche. Langfristig soll er als neuer BAMF-Chef das gesamte Asylverfahren vom Betreten des Landes bis zum Bleiberecht oder zur Abschiebung durchleuchten. So gebe es zwischen den einzelnen Ländern ganz unterschiedliche Verfahren, etwa was die Dauer der Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung angehe. Für die Analyse will sich der 63-Jährige ein halbes Jahr Zeit nehmen. Als ein Vorbild für die Effizienz von Asylverfahren nannte Weise Schweden, auch wenn das dortige System „unter der Last der großen Zahl“ auch nicht optimal funktioniert habe.

    Bundesregierung plant neue gesetzliche Regelungen im Asylrecht
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Asylverfahren in Deutschland - Schlanker, schneller, effizienter
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%