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Atom-Vorstoß Merkel geht auf Distanz zu Röttgen

Das Thema Atomkraft sorgt auch koalitionsintern weiter für Zündstoff: Nach einem erneuten Vorstoß von Bundesumweltminister Norbert Röttgen für eine nur geringe Verlängerung der Atomkraftnutzung hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von ihm distanziert. Die Grünen sehen in der Debatte ihre Chance gekommen und wollen die NRW-Wahlen zur Abstimmung über Atomkraft machen.
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Atompolitik uneins: Umweltminister Norbert Röttgen und Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa

Atompolitik uneins: Umweltminister Norbert Röttgen und Kanzlerin Angela Merkel.

(Foto: dpa)

HB BERLIN. Im Streit um den Atomausstieg ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Distanz zu ihrem Umweltminister und Parteifreund Norbert Röttgen gegangen. Ihr Regierungssprecher Ulrich Wilhelm nannte alle Vorfestlegungen verfrüht. Röttgen hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Bedingungen für einen Ausstieg aus der Atomenergie spätestens 2030 erfüllt seien. Dem Umweltbundesamt zufolge könnten die Atomkraftwerke schon in gut zehn Jahren und damit im bisherigen Ausstiegszeitplan durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Es gebe eine klare Vereinbarung in der Koalition, nach der das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium gemeinsam Szenarien zur Energieversorgung erstellen würden, sagte Wilhelm der Zeitung „Welt am Sonntag“. Auf dieser Grundlage werde im Herbst entscheiden, wie lange die Atomenergie als Brückentechnologie noch gebraucht werde. Alle Vorfestlegungen seien verfrüht.

Röttgen wird wegen seiner Atompläne von den unionsregierten Ländern Hessen, Bayern und Baden-Württemberg sowie vom Koalitionspartner FDP scharf kritisiert. Nach dem von der rot-grünen Regierung mit den Versorgern vereinbarten Atomausstieg würde der letzte Reaktor etwa 2022 abgeschaltet.

Die schwarz-gelbe Koalition hat eine Laufzeitverlängerung in Aussicht gestellt. Sie begründet dies damit, dass sie die Zeit überbrücken wolle, bis genügend erneuerbare Energie zur Verfügung stehe. Allerdings droht ab Frühjahr den Atommeilern Neckarwestheim I in Baden-Württemberg und Biblis A in Hessen die Abschaltung, wenn die Koalition mit einer politischen Entscheidung über die Laufzeitverlängerung bis Herbst wartet.

Im Koalitionsvertrag sei die Atomkraft als Brückentechnologie aufgeführt, „bis die erneuerbaren Energien die Versorgung verlässlich und preislich wettbewerbsfähig übernehmen“, sagte Röttgen der „Frankfurter Rundschau“. Selbst nach den skeptischsten Annahmen sei dies im Jahr 2030 der Fall.

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4 Kommentare zu "Atom-Vorstoß: Merkel geht auf Distanz zu Röttgen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dieser "Starsinn" beruhrt teilweise auf der Erkenntnis, dass Atomtechnologie zwar für die heutige Generation machbar ist, aber ein ökonomisches und ökologisches Problem für über 100 Generationen bedeutet. Wir schaffen es gerade mal in einer Generation Lasten anderen aufzuerlegen, die andere nicht abbezahlen werden können. Viele Ökonomem lassen sich nur von einem kurzfristigen Gewinn leiten - auf Kosten von sozialem Frieden (die Mehrheit der Menschen ist seit zwei Jahrzehnten für den Atomausstieg). Ein solcher Kaptialismus wird als Nachhaltigkeit den totalen Zusammenbruch, gar Gewalt wegen dieser Fehleinschätzung hervorbringen und ist richtigerweise von der Politik in ihre Schranken zu verweisen.

  • weltweit sind ca 400 neue kraftwerke in planung oder auch schon im bau, hat sich nun die welt verkalkuliert oder unser umweltminister? die energieversorgung der welt ist gesichert, die von deutschland nicht.
    wie begründet unser umweltminister seinen starrsinn?
    deutschland deutschland über alles ?

  • weltweit sind ca 400 neue kraftwerke in planung oder auch schon im bau, hat sich nun die welt verkalkuliert oder unser umweltminister? die energieversorgung der welt ist gesichert, die von deutschland nicht.
    wie begründet unser umweltminister seinen starrsinn?
    deutschland deutschland über alles ?

  • Das Umweltbundesamt ist eher mit einer Propagandaabteilung einer Diktatur zu vergleichen, dass bewusst mit Halbwahrheiten Angst und Schrecken in der bevölkerung erzeugt.
    Dazu der ehemaligen Präsident des Umweltbundesamtes Dr. Günter Hartkopf: „Die Formulierung, Ökologie und Ökonomie müssen kein Gegensatz sein, gehört dann zu den, auch von mir in früheren Jahren bewusst gebrauchten und beschwichtigenden Halbwahrheiten..“

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