Atomausstieg Hoher Strompreis bedroht die Energiewende

Der starke Anstieg der Strompreise für Verbraucher und Betriebe alarmiert Politiker aus CDU und FDP. Immer lauter wird der Ruf nach Entlastung. Gekürzt werden soll dafür ausgerechnet bei den erneuerbaren Energien.
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Dunkle Wolken ziehen über einem Feld mit Windrädern auf. Bringt der Streit über zu hohe Strompreise die Energiewende in Gefahr? Quelle: dapd

Dunkle Wolken ziehen über einem Feld mit Windrädern auf. Bringt der Streit über zu hohe Strompreise die Energiewende in Gefahr?

(Foto: dapd)

BerlinDie Forderung nach einer Entlastung der Stromkunden stößt in der Politik auf Zustimmung. Spitzenpolitiker aus CDU und FDP warnen vor den Belastungen, die sich aus den stark steigenden Strompreisen ergeben. „Klar ist: Trotz der zusätzlichen Belastungen durch die Energiewende müssen die Strompreise stabil und bezahlbar bleiben", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dem Handelsblatt.

Eine Absenkung der Stromsteuer oder der Mehrwertsteuer sei einer von mehreren Denkansätzen für ein Gesamtkonzept zur Schonung der Bürger. Zusätzliche Einsparungen könnten sich etwa durch eine konsequente Verbesserung der Energieeffizienz ergeben.

Wie Haseloff denken auch andere Politiker aus den Reihen von CDU und FDP. „Die Energiewende stellt niemand infrage. Sie kann aber nur funktionieren, wenn die Kosten nicht durch die Decke gehen. Für Familien sind Energiepreise die modernen Brotpreise, für Betriebe ein entscheidendes Standortkriterium", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle dem Handelsblatt. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte hingegen: "Alle wussten beim Ausstieg aus der Kernenergie, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist." Aufgabe der Bundesregierung sei es, die Energiewende so zu organisieren, dass sich diese Preissteigerungen im Rahmen hielten und Strom bezahlbar bleibe. Das sei auch möglich. Nach Ansicht von Altmaier wird die Energiewende nicht scheitern. Gebraucht würden neue Stromleitungen. Diese würden im Bundesnetzplan festgehalten, der spätestens Anfang nächsten Jahres verabschiedet werden solle.

Damit wächst der Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Regierungschefin hatte vor gut einem Jahr im Zusammenhang mit den Beschlüssen zur Energiewende gesagt, die Bürger müssten auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien werde nicht steigen. Doch diese Zusage erweist sich als unhaltbar, weil die Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien stark wachsen.

Die Forderung, angesichts der steigenden Strompreise für einen Ausgleich zu sorgen, stammt ursprünglich vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die Verbraucherschutzorganisation setzt sich für "kurzfristige Lösungen ein, die den Verbrauchern eine spürbare Entlastung bringen".

Ihr Vorschlag: Die Bundesregierung könnte die Stromsteuer von zwei Cent je Kilowattstunde streichen und so die Verbraucher um sieben Milliarden Euro jährlich entlasten. Oder sie könnte auf Strom den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent anstelle des vollen Satzes von 19 Prozent erheben.

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29 Kommentare zu "Atomausstieg: Hoher Strompreis bedroht die Energiewende"

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  • Mit jeder installierten Kilowattstunde nehmen die Erneuerbaren Energien den großen Konzernen ein Stück ihrer liebgewonnenen Renditespielwiese weg, mit der sie sich über Jahrzehnte schön die Taschen vollgemacht haben, ohne in die Komponenten des Energiesystems sinnvoll zu investieren und es entsprechend zu modernisieren, die günstigen Börsenstrompreise, die den Erneuerbaren zu verdanken sind, die wurden nicht an den Endkunden weitergegeben, nur die Erhöhung der EEG Umlage, die wurde weitergereicht - aber dass die Konzerne die Konkurrenz der Bürgerenergie nicht kampflos hinnehmen, ist doch allzu verständlich, dass ihnen dabei in der Diskussion und Medienkampagne kein Argument zu fadenscheinig ist und selbst unwahre und halbwahre Dinge bis zum Erbrechen wiederholt werden in der Hoffnung, dass es auch nur genug Bürger glauben mögen, auch das ist nicht neu - aber die Energiewende geschieht, weil die Menschen begriffen haben, welche Chance sie damit haben. Es geht längst nicht mehr um die große Rendite für den Häuslebauer, sondern um das zukünftige dezentrale Energieversorgungskonzept. Und die Innovation wird den entscheidenden Fortschritt bringen, der eine saubere und versorgungssichere Vollversorgung aus Erneuerbaren Energien auch für eine Industrienation wie Deutschland möglich macht.

  • Die ganze Diskussion ist obsolet. Hier geht es nur um Geld! Die Konzerne - Energieriesen, Anlagenhersteller, Banken, die Spekulanten an Börsen und Terminmärkten alle brauchen eine Quelle um möglichst viel Geld zu pressen. Aus den Taschen der Bürger und des Staates als Fördermittel. Da ist so eine Energiewende gerade richtig. Gut ist dafür auch ein Klimawandel. Was genau ist eigentlich Klima?? Und Freunde, denkt nicht die Politiker wären der Staat. Der ist ein Gemeinwesen aller Bürger und in dieser Republik ein Selbstbedienungsladen für das "Kapital" und die Blindgänger von Rot über grün bis schwarz. Aber das ist halt die Natur des Menschen: Nimm wenn du kannst!

  • Da freuen sich die Häuslebauer, wenn sie die Hitler-Monster direkt in den Vorgarten gestellt bekommen. Sie bekommen 2000 Euro für die Unverkäuflichkeit, die Schlagschatten und den Dauerlärm. Ganz unbürokratisch.

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Und wer nicht hören wollte, wird fühlen, denn der EU-Faschoterror wird noch zunehmen.

    Das Ausland wird wach, während der Michel pennt. Das gibt 'nen Krieg und bei einem derart geldgeilen, verblödeten und verbohrten Volk ist es mir sogar recht.


  • Ihrem Nazischwachsinn muß endlich ein Riegel vorgeschoben werden.

  • @ Allace64,
    damals habe ich nachgefragt warum nicht nur der "billige Atonstrom" bezogen werden könne.
    Mischkalkulation & Co war die Ausrede eines Monopolisten.
    Wenn heute die großen Stromverbraucher von der EEG-Abgabe befreit werden, muss der Restverbraucher halt mehr bezahlen.
    Würden nur die Empfänger von 1' EURO/Monat alleine mit den EEG-Kosten belastet, könnten diese ihre Eionkünfte dem Staat direkt überlassen und sich mit einem Taschengeld zufrieden geben.
    Ist alles nur eine Frage die Zuordnung.

  • Die Energiewende ist jetzt schon gescheitert, weil der Strom in Deutschland für den Privatkunden und für die Industrie nicht mehr bezahlbar ist. Die EEG Zusatzkosten müßen sofort zurückgenommen werden durch eine Gesetzesänderung, die auch die 20 Jahrverträge einschließt. Förderung von erneuerbaren Energien darf in Zukunft nur durch extrem niedrige Kreditzinsen (bis 0 %) erfolgen, vergeben von der KfW. Alles andere ist Diebstahl am Volksvermögen und muß zwangsläufig früher oder später bendet werden. Die katastrophale Fehlentwicklung der Energieerzeugung in Deutschland muß jetzt gestoppt werden auch durch Öffnung der Grenzen und durch Import von billigem Strom aus dem Ausland. Verblendung können wir uns nicht mehr leisten, weil schon riesige Summen an Kreditzusagen im Rahmen des Euros auf uns warten.

  • @ Plebs,
    zum Speicherproblem; wo ist denn unsere hochtechnisierte Elite abgeblieben die bislang weder das Speichern, noch den intelligenten Transport von erzeugter Energie in Angriff genommen hat?
    Oder sollten nur Politik und Monopolerzeuger von Strom hier quer schießen?

  • @ Logos21,
    theoretisch richtig, aber in der Praxis haben die Regierungen der letzten Perioden sich als Raffkes reinsten Wassers dargestellt.

  • @Freund des Augenmaßes, wenn die Kernkraft so preiswert war, dann können Sie mir ja sicher auch erklären, warum sich die Strompreise von 2001 bis 2010 um 70% erhöht haben, wo
    - alle Kernkraftwerke am Netz waren
    - Photovoltaik eine Randerscheinung war
    - Windkraft vor sich hindümpelte
    - Biomasseanlagen ein Fremdwort war und
    - die EEG-Umlage unter 1 c/kWh lag

    Vielen Dank.

  • Ich kann und will mir die von der Regierung verordnete Energiewende nicht leisten und fordere die sofortige Wiederinbetriebnahme der Atomkraftwerke.Was nützt mir alle Ökologie wenn ich dafür übermäßig zur Kasse gebeten werde.
    Die Erzeugung erneuerbarer Energien muss preisgünstiger werden sonst kann ich drauf verzichten.

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