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Atomausstieg Woran die Energiewende hakt

Verbraucher und Industrie müssen 2013 für Strom deutlich mehr bezahlen, die Bundesnetzagentur hat die Energieumlage drastisch angehoben. Doch das Geld ist nicht das einzige Problem der Energiewende.
42 Kommentare
Mehr davon: Ohne Atomkraft braucht Deutschland ein umfangreicheres Stromnetz. Quelle: dpa

Mehr davon: Ohne Atomkraft braucht Deutschland ein umfangreicheres Stromnetz.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Verbraucherschützer und Industrieverbände laufen bereits seit Wochen Sturm, jetzt ist es amtlich: Strom wird deutlich teurer. Die Bundesnetzagentur hebt die Energieumlage, auch EEG-Umlage genannt, 2013 von 3,59 auf 5,277 Cent pro Kilowattstunde an. Doch die geringe Bereitschaft, Geld für den Energiewende in die Hand zu nehmen, ist nicht das einzige Problem, das es auf dem Weg in ein Zeitalter ohne Atomstrom zu bewältigen gibt. 

1. Die Schwankungen der erneuerbare Energien - Das Gasnetz als Speicher und Geld fürs Abschalten

Die Energieversorger haben ein Problem. Sie können Strom nicht einfach in den Boden oder in die Luft leiten. Dabei würden sie das manchmal gerne. Und zwar dann, wenn der Wind zu stark bläst und die Sonne so ausdauernd scheint, dass ihre Solar- und Windkraftanlagen zu viel Energie produzieren.

Wissenschaftler arbeiten zwar an der Verbesserung der Prognosen, doch eine Restunsicherheit wird wohl immer bleiben. Zudem richtet sich die Stärke des Windes und die Intensität der Sonnenstrahlung natürlich nicht nach dem Bedarf der Stromkunden.

Wenn den Energieversorgern aber niemand den Strom abnimmt, nehmen die Leitungen oder die Geräte der Kunden Schaden, denn die sind nur bis zu einer bestimmten Grenze belastbar. Und so müssen sich die Kraftwerksbetreiber etwas einfallen lassen.

Die neueste Entwicklung ist, die vielen, vergleichsweise kleinen Kraftwerke, all die Windmühlen, Solaranlagen und Blockheizkraftwerke, zu einem sogenannten virtuellen Kraftwerk zusammenzuschließen. Von einer Zentrale aus werden dann die einzelnen Kraftwerke an- und abgeschaltet.

Statt konzentriert von wenigen großen Kraftwerken wird der Strom so immer öfter von vielen kleinen Kraftwerken produziert, die zu einem Schwarm zusammengeschlossen sind. Und der Strom wird auch gleich dort verbraucht, wo er produziert wird, dezentral eben. Wenn etwa der Wind gerade nicht weht, die Menschen aber trotzdem ihr Abendessen kochen und fernsehen wollen, werden zusätzlich zu den Windkraftanlagen auf dem Hügel nebenan im Keller die flexibleren Blockheizkraftwerke zugeschaltet. Und wenn der Wind einmal zu stark weht, werden sie wieder abgeschaltet.

So versorgt das Energieunternehmen Vattenfall mit seinem virtuellen Kraftwerk bereits rund 100.000 Wohnhäuser. Dazu verbindet das Unternehmen in seinem Pilotprojekt Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen. Wenn der Strom aus Windkraft nicht reicht, um die Nachfrage zu bedienen, steuert die Zentrale per Funkverbindung die verbundenen Blockheizkraftwerke an. Diese produzieren mit einem Verbrennungsmotor mit Gas sowohl Strom als auch Wärme. Der Strom wird ins Netz geleitet und ersetzt die Windenergie. Die bei der Produktion des Stroms entstehende Wärme wird entweder sofort verbraucht oder kann für später gespeichert werden.

Mit Windkraft Gas herstellen
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42 Kommentare zu "Atomausstieg: Woran die Energiewende hakt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Durch Sparen allein wird des nicht billiger, da die Investitionskosten immer umgelegt werden müssen. Das konnten wir bei Wassersparen schon sehen, da stiegen die Kosten pro Einheit überproportional da die Allgemeinkosten immer erbracht werden müssen.
    Insofern ist das eine Milchmädchenrechnung.

  • Es kann doch nicht wahr sein, dass in einem Land wie Deutschland mit seinen Mittelgebirgen und dem Alpenland keine Pumpspeicherkraftwerke möglich sind. Die Industrie hat sich derzeit eingeschossen auf die Endlosproduktion von Windmühlen und Solarzellen.

    Gerade im Süden sind die Pumpspeicherkraftwerke möglich und nötig. Nur schert sich der Bund einen Dreck drum.

    Und man muss eben auch mal erfinerisch werden: Man könnte Pumpspeicherkraftwerke auch in der Fläche entlang von Flüssen aber parallel dazu in Form von kaskadierten Kanälen errichten.

    Z.B. könnte man im Süden zwischen München und Deggendorf parallel zum Isarlauf eine solche Kaskade bauen, mit verschiedenen Stauniveaus. Das Wasser wird der Donau entzogen und letztlich etwa 150 Höhenmeter entlang der Strecke von 120?Km nach München hochgepumpt.

    Die Generatoren und Pumpen sind jeweils in den Dämmen integriert. Zusätzlich können die Dämme bei Bedarf auch als Schleusen fungieren, so dass die Binnenschifffahrt möglich ist. Dazu dient eine Kaskade auch als Süsswasserrückhaltebecken und als Naturbiotop und als Freizeitrefugium.

    Insgesamt also eine Win-Win-Win-Win-Win-Situation. Es muss eben Leute geben, die so etwas fordern (Südpolitiker und Wissenschaftler, Ingenieure) und welche die so etwas fördern (Bund).

    Generell muss die Energieversorgung dezentral sein. Die Erzeugung von Strom im Norden und Durchleitung in den Süden ist nicht effektiv. Offshores sind teuer und riskant, und die langen Leitungswege führen zu enormen Verlusten. Da wäre es ja günstiger im windarmen Süden ein Windrad hinzustellen, das ist genauso effektiv.

    Man könnte aber generell die Offshores zur Gaserzeugung, z.B. zum Antrieb von Fahrzeugen oder dgl. nutzen. Das wäre meiner Ansicht sehr sinnvoll. D.h. Offshores ausbauen: Ja, unbedingt, aber zu anderen Zwecken!!!

    War nur mein bescheidener Vorschlag.

  • In Wahrheit hakt es an den Zielen jener ehemaligen Verehrer von Despoten, die sich heute grün und sozial nennen. Mit dem staatspädagogische Sendungsbewußtsein der frühen Jahre haben sie nach dem Marsch durch die Institutionen Gesetze geschaffen die jährlich!mehr als 20 Milliarden EU Zwangsgelder vom Volk abzocken. Diese gewaltige Summe ist der größte Sozialtransfer in der Geschichte der BRD. Perfider Weise eine Umschichtung von UNTEN nach OBEN. Begünstigt ist ihre häufig von staatlicher Appanage beglückte Klientel wohlhabender Besitzer von Solardächern und Windparkbeteiligungen. Die Entlastung der verteufelten Industrie mit kaum 2,5 Mrd EU jählich soll Schuld am Desaster sein. Als würde es einen großen Unterschied machen, ob die Volksabzocke 20,5 Mrd oder 18 Mrd ausmachen würde. Während die Nomenklatura solche Nebelkerzen werfen und Medienvertreter darauf reinfallen, verhindern die grün- linken Wutbürger an jeder Dorfgrenze den Weiterbau von Stromleitungen und Pumpspeicherwerken. FAZIT: Das Ziel ist NICHT die Energiewende, sondern die Überwindung der gehassten Klassengesellschaft durch Zerstörung der industriellen Basis !

  • Zu EEG kann nur gesagt werden.
    Laut WIKIPEDIA kostet in 2011 der EEG Strom 16 Milliarden €, der erzielte Preis über die BÖRSE ist 4Milliarden €.(Da ist zum Vergleich die Geschichte aus Köln von Tünnes und Scheel: Tünnes: der Umsatz muß es bringen!)
    Mit diesem Geschäft wollen die Grünen und ihre Anhänger die Wirtschaft in D hochpuschen.

  • @ lichtderaufrechten
    Was mich bei der ganzen Diskussion um die Erderwärmung wundert, dass im Wesentlichen nur der Treibhauseffekt durch Verbrennungsprozesse zur Debatte steht. Dabei haben wir mit der thermischen Stromerzeugung, also auch mit der Atomkraft, ein so gigantisches Abwärmeaufkommen, dass allein dessen Auswirkungen auf den Wärmehaushalt der Erde den beobachteten Temperaturanstieg und dessen Folgen begründen können. Es ist mir nur bisher keine wissenschaftliche Arbeit bekannt, die sich damit tiefgründig auseinandersetzt.
    Wer rund um die Uhr heizt, darf sich eben nicht wundern, wenn es warm wird.

  • Die bisherige Stromwirtschaft produzierte stabilen Strom mit nur wenigen Schwankungen - genau das Produkt daß auf dem Markt nachgefragt wird. Um dieses Produkt herzustellen, wurden auch Pumpspeicher usw. eingesetzt.

    Die Idee der Speicherung von "erneuerbarem" Zickzack-Strom ist der Versuch, ein kaum nachgefragtes Produkt (Wert 2 Cent/kWh), das aber aufgrund der staatlichen Eingriffe in Massen produziert wird, irgendwie wieder nutzbar zu machen, es in die nachgefragte Form (stabiler Strom, Wert 10 Cent/kWh) umzuwandeln.

    Man kann diesen Weg weiter gehen, und immer noch höhere Kosten verursachen. Das ist der Weg der Sozialisten - auf den Fehlschlag der Planwirtschaft folgt als Lösung noch mehr Planwirtschaft, bis eines Tages einfach alles verstaatlicht wird und die Politik zu 100% die Kontrolle übernommen hat. Nur hat das nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun und würde die Grundgesetz Artikel Artikel 2, 12, 14 mit Füssen treten.

  • Die Verkehrsbetriebe müssen auch nicht abwandern, denn sie haben ja ein Monopol, d.h. ihre Kunden können auch nicht weg. Der potenzielle Konkurrent "Automobil" wird durch den Staat unschädlich gemacht (mehr Steuern im Benzin als Herstellungskosten). Deshalb erhöht Bus&Bahn bereits seit Jahren die Preise, ganz nach dem Motto "es soll immer jemand anderes bezahlen, bloß nicht man selber". Wir sind ein Land mit vielen "Gutmenschen" die viel Gutes tun wollen, für die Umwelt und für das Soziale, leider aber will jeder das Gute mit "anderer Leute Geld" tun!

  • Es geht nicht darum teueren Strom in Gas zu verwandeln
    sondern riesige Mengen von Strom zu speichern und das
    vor Ort wenn er nicht gebraucht wird. Unsere bisherige
    Energiewirtschaft produzierte just in time und war auf
    eine kontinuierliche Produktion hin ausgerechichtet.
    Das können PV- Anlagen und Windparks nicht.
    Gassynthese schliesst diese Lücke. Sie macht aus einem
    Rohstoff armen Land ein reiches und friedliches Land.
    Wie das Haber Bosch Verfahren den Menschen Brot auf den
    Tisch brachte, verhindert eine solche Technologie die
    ewige Beschaffungskriminalität a la NATO.
    Dieser Kontainer produziert nur Gas. Die Brennstoffzellen stehen vor Ort wie BHKW,s.

  • >Ich bin Physiker und weiss wovon ich spreche.
    Ein Widerspruch in sich. ich bin Chemiker und weiß das.

    >Die Anlage ist patentiert.
    Was jetzut ein echter Qualitätsbewis ist.
    >Methan entsteht in zwei Schritten.
    >1.Wasser Elekrolyse.
    >2.CO2 Wasserstoff Methansynthesesynthese
    >Kinder in der Schuhle wissen das Elekrolyse
    Kinder in der SCHUKE wissen, dass dass mit zwei s geschrieben wird.
    >auf Knopfdruck funktioniert.
    Durch Anlegen einer Spannung. So viel zeit muss sein.
    >Für 2. ist dann alle Zeit der Welt um Druck
    >und Temperatur an Kammer und Katalysator
    >gemäss Massenwirkungsgestz anzupassen.
    Was jetzt aber nichts über den Wirkungsgrad aussagt.
    >Pumpspeicherwerke wandeln Strom in kinetische
    >und dann in potentielle Energie. Dann wieder
    >zurück. Feld, Wärme,Wirbelverluste,Strömungsverluste
    >zum Quadrat. Optimale Anlagen haben wohl 90%
    >meistens 75% Wirkungsgrad,
    Pumpspeicherwerke ja, Methanerzeugung nein
    >liegen aber heute so weit weg von
    >den Windparks, das schon bei einem Weg 50%
    >verlohrengehen.
    Velorene Ohren, Seit wann speichern Windparks Energie? Was soll der Vergleich?
    >Dazu kommt riesiger Platz
    >und Akzeptanzansprüche. Von den Kosten nicht
    zu sprechen.
    >Ein MW Gassynthese passen in einen
    >halben Kontainer.
    Kon... Physiker halt. In einen halben Container passt kein 500 kW BHKW. Wenn die Leistungsdichte von Elektrolyse + Methanisierung so groß ist, warum haben dann die Autohersteller ein Problem, vernünftige Brennstoffzellen (umgekehrte Elektrolyse) in ein Auto zu packen?
    >Gas wird 100% zu Wärme 50% zu Strom
    Super 150%, wieder einer, der Sätze der Thermodynamik neu definiert.
    >und ermöglicht Mobilität mit Standarttechnik
    Wie jetzt Mobilität? Und was ist Standart?
    >inklusive unendlichen Speicher und Netz.
    Elektrolyse+Methanisierung ca. 60% wirkungsgrad
    Rückverstromung ca 60% Wirkungsgrad
    Gesamtwirkungsgrad 36%
    Ein kWh Windstrom kostet vielleicht 8 ct/kWh, ein kWh künstliches Erdgas 13.3 ct, ein kWh methanisierter und rückverstromter Windstrom 22.2 ct.

  • Die EEG-Umlage und die erneuerbaren Energien dienen nur als Prügelknabe.

    Mit der Erhöhung der EEG-Umlage auch heimlich still und leise die Netzgebühren erhöht. Damit es keiner merkt.

    EON und RWE planen im Gesamtjahr gemeinsam einen Gewinn von 19 Mrd. €. Davon könnte man die EEG-Umlage (14 Mrd. € in 2011) zahlen und es blieben trotzdem noch was übrig!

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eon-macht-wieder-hohen-gewinn-atom...

    EON und RWE gehören abgeschafft!

    Solarstrom kostet nur 0.12-0.18 €/kWh, Windstrom onshore 0.06-0.12 €/kWh!

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