Attacke auf US-Ratingagenturen CSU warnt vor „Wirtschaftskrieg gegen den Euro“

Den drei US-geprägten Ratingagenturen bläst der Wind in Europa heftig ins Gesicht. Nicht nur die neue EU-Wertpapieraufsicht macht Front gegen die Risikobewerter. Auch die deutsche Politik macht Druck.
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Blick auf die Büroräume von Fitch Ratings in New York (Archivfoto vom 29.04.2010). Quelle: dpa

Blick auf die Büroräume von Fitch Ratings in New York (Archivfoto vom 29.04.2010).

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss und Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union (MU), Hans Michelbach, hat sich für eine härtere Gangart gegenüber den drei mächtigen US-Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch ausgesprochen. Das bisherige Verhalten der drei Agenturen gegenüber der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA sei nicht akzeptabel. Sie müssten, wie andere Mitbewerber auch, ausführliche Unterlagen einreichen und sich der europäischen Zulassung stellen. „Dass in den USA die Auflagen für Ratingagenturen noch nicht genau geregelt sind, kann nicht als Entschuldigung herhalten“, sagte Michelbach Handelsblatt Online. „Den großen Drei muss klar sein: Wenn sie die Bedingungen für eine Zulassung in der EU nicht rechtzeitig erfüllen, sind sie aus dem Spiel.“ Die Debatte zeige auch, wie wichtig zusätzliche „potente europäische Konkurrenz“ in diesem Bereich ist.

Die neue EU-Wertpapieraufsicht ESMA legte sich mit den Risikobewertern Standard & Poor's, Moody's und Fitch direkt an und drohte ihnen mit der Versagung ihrer Zulassung, sollten sie die europäischen Bewertungsregeln nicht einhalten.

Michelbach griff die Agenturen scharf an und nannte deren Bewertungsverfahren intransparent und willkürlich. „Wenn ein Land wegen angeblich schwindender Zahlungsfähigkeit heruntergestuft wird und anschließend erneut abgestraft wird, weil es Reformen zur Verbesserung seiner Finanzlage unternimmt, ist das derart widersprüchlich, dass die Seriosität solcher Bewertungen in Zweifel steht“, sagte Michelbach. „Für unseriöse Rating-Agenturen aber ist kein Platz in Europa.“ Es müsse daher klar sein, nach welchen Kriterien die Ratingagenturen zu ihren Bewertungen kommen. „Wenn die Agenturen nicht Transparenz sorgen, kann der Eindruck entstehen, dass sie einen Wirtschaftskrieg gegen den Euro führen.“

Als „unhaltbaren Zustand“ bezeichnete es Michelbach in diesem Zusammenhang, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Handeln von den US-Ratingagenturen bestimmen lässt. „Damit lässt sie sich zum Spielball nicht durchschaubarer Interessen machen“, sagte er. „Dies widerspricht fundamental dem Grundsatz der Unabhängigkeit der europäischen Notenbank.“ Die EZB verfüge über ausreichend eigenen Sachverstand und sei daher auf zweifelhafte Bewertungsergebnisse von Privatfirmen nicht angewiesen.

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20 Kommentare zu "Attacke auf US-Ratingagenturen: CSU warnt vor „Wirtschaftskrieg gegen den Euro“"

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  • Dostum, Bravo sana....bunlara etmedigin kalmadi :-))

  • Wo waren die Hausaufgaben der tollen Ratingagenturen bei den Sub-Prime-Geschichten, die uns vor 3 Jahren um die Ohren flogen und immer noch wie strahlendes Blei in den Bilanzen einiger Banken und Versicherungen liegen?

    Waren es nicht gerade diese Agenturen die diese Papiere mit Höchstnoten bewerteten?

    Das unsere Politiker nicht die hellsten sind, braucht man nicht betonen, aber bei Herrschaften die sich jährlich ein- bis zwei-stellige Mio-Gehälter reinpfeifen sollte man dann eine deutlich bessere Bewertung der wahren Risiken erwarten und keine gefälligen Gutachten, damit man das Zeug gut verkloppt bekommt.

  • Endlich eine sozialistisch interpretierende EU-Ratingagentur in Europa ! Auf dem einen Auge blind und an dem anderen die Vergrößerungs-Lupe. Brauchen wir dringend um das durch die linken Medien und Politiker verzerrte Wirtschaftsbild vollends rosarot zu sehen. Die Berechnungsformel wird um einen "Chancenlos-Faktor" erweitert, der dann das Rating nach oben "optimiert".

    Dann gibt es garantiert keine nackten Kaiser mehr und die fortwährende Solidarität kann alternativlos in den (weiblich-Quoten-besetzten) Führungsetagen umgesetzt werden.

    Her mit den 5-Jahrplänen und der Mangelwirtschaft. >> Grusel.

  • Endlich eine sozialistisch interpretierende EU-Ratingagentur in Europa ! Auf dem einen Auge blind und an dem anderen die Vergrößerungs-Lupe. Brauchen wir dringend um das durch die linken Medien und Politiker verzerrte Wirtschaftsbild vollends rosarot zu sehen. Die Berechnungsformel wird um einen "Chancenlos-Faktor" erweitert, der dann das Rating nach oben "optimiert".

    Dann gibt es garantiert keine nackten Kaiser mehr und die fortwährende Solidarität kann alternativlos in den (weiblich-Quoten-besetzten) Führungsetagen umgesetzt werden.

    Her mit den 5-Jahrplänen und der Mangelwirtschaft. >> Grusel.

  • Das ist ja ein sehr qualifizierter Kommentar. Sie wuerden als deutscher Politiker sehr weit kommen.

  • Wer hindert denn die Rating Agenturen daran, weiterhin Ratings abzugeben? Man wird sehen, wer sich nach welchen Ratings richtet. Ich denke das wird der Markt schon richten. Man stelle sich vor eine Agentur verbibt AAA und die andere BB-. Welcher wuerden Sie eher glauben?

  • Es geht nicht darum, dass sie bewerten, sondern wie und nach welchen Maßstäben. Dass es ein Schuldenproblem gibt, das stellt wohl keiner ernsthaft in Abrede. Es fehlt einfach die Transparenz in den Wertungen. Folgende Spirale: Sie fordern sparen, Land spart, Wirtschaft schrumpft durch sinkende öffentliche und private Ausgaben, dann wird Rating gesenkt, weil der Schuldendienst durch sinkende Einnahmen gefährdert wird, Zinsen steigen weiter, etc, etc. Das kann doch wohl nicht wahr sein, oder ?
    Außerdem haben sie die Pleite von Lehman, Island, etc. nicht erkannt und durch ihre Maximalbewertung der verursachenden Finanzprodukte gefördert.

  • Die Rating Agenturen sind doch typisch US, das sind Geldruckmaschinen für Spekulanten.
    Der ganze Ami Schrott sollte angegangen werden, da muß Frau Merkle und und Sak, aber nicht der Schmarotzer aus Luxenburg

  • Soll der feine Herr doch mal die Sümpfe um die BayernLB erkunden..

    Egal, auch er wird nicht vergessen werden

  • Da werden die Ratinunternehmen kritisiert und für die jetzige Krise verantwortlich gemacht.Was für ein schwachsinn.Die Schulden wurden durch die Politiker verursacht und nicht durch die Bürger.Alles nur ein Ablenkungsmanöver und ja nicht die Verantwortung übernehmen
    für ihr Versagen.Geradezu absurd, die Forderung nach einer
    europäischen Ratingagentur unter Kontrolle der Politik.
    Wenn man frisches Geld benötigt,beurteilt man sein eigenes
    Rating für Kreditwürdigkeit und Zinsen.Gehen Sie mal zu
    ihrer Bank und versuchen ähnliches.Die würden sich totlachen.
    Auch wenn es eine europäische Rating nach den wünschen der Politiger gäbe, ratet mal, nach welchem Rating die Banken sich ausrichten werden.

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