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Atypische Beschäftigung Die Zahl der atypisch Beschäftigten in Deutschland bleibt stabil

Atypische Beschäftigung ist in Ost und West unterschiedlich stark verbreitet. Das hat vor allem mit der hohen Teilzeitquote westdeutscher Frauen zu tun.
24.06.2019 - 05:00 Uhr Kommentieren
Zur atypischen Beschäftigung werden Leiharbeit oder Zeitarbeit, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, Teilzeitbeschäftigung und befristete Beschäftigungsverhältnisse gezählt. Quelle: dpa
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Zur atypischen Beschäftigung werden Leiharbeit oder Zeitarbeit, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, Teilzeitbeschäftigung und befristete Beschäftigungsverhältnisse gezählt.

(Foto: dpa)

Berlin Die atypische Beschäftigung in Deutschland hat sich entgegen weit verbreiteter Vorurteile in den vergangenen Jahren nicht weiter ausgebreitet. Rund jeder fünfte Beschäftigte arbeitete 2017 in einem Minijob, in Teilzeit mit höchstens 20 Wochenstunden, in der Zeitarbeit oder mit Zeitvertrag. Die Quote ist seit Jahren relativ konstant. Gleichwohl gibt es deutliche Unterschiede zwischen West und Ost, den Bundesländern und den Geschlechtern.

Dies zeigt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Quote der atypischen Beschäftigung wird dabei bezogen auf die sogenannten Kernerwerbstätigen – die 15- bis 64-Jährigen, die nicht in Ausbildung sind oder sich in Freiwilligendiensten engagieren.

Zwischen 1991 und 2007 ist der Anteil atypisch Beschäftigter an den Kernerwerbstätigen von 12,8 auf 22,6 Prozent angestiegen. Gründe sind neben dem Beschäftigungseinbruch im Osten nach der Wiedervereinigung auch gesetzliche Erleichterungen bei der Befristung von Arbeitsverträgen oder Minijobs.

Mit dem Einsetzen des Beschäftigungsbooms nach dem Rezessionsjahr 2009 ist die Quote der atypischen Beschäftigung dann aber deutlich auf 20,8 Prozent im Jahr 2017 gesunken. Von den erwerbstätigen Frauen hat knapp jede dritte keinen klassischen Vollzeitjob, bei den Männern ist es jeder achte.

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    Während männliche Beschäftigte mit zunehmendem Alter immer seltener nur in Teilzeit oder befristet arbeiten, ist bei den weiblichen keine klare Tendenz erkennbar. Die höchste Quote gibt es aber bei den 35- bis 44-jährigen Frauen (34,1 Prozent) – in einer Lebensphase, in der der Beruf oft der Kinderbetreuung untergeordnet wird.

    Ausländer aus Drittstaaten, aber auch aus EU-Ländern sind deutlich häufiger nur atypisch beschäftigt als Deutsche. Dass die Quote im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr ganz leicht zugelegt hat, führen die Studienautoren Eric Seils und Helge Baumann auch auf die Migration zurück. So ist es etwa für Flüchtlinge einfacher, zunächst mit einem Minijob oder in der Zeitarbeit Fuß auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

    Unterschiede Ost und West

    Interessant ist der Ost-West-Vergleich. Während im Jahr der Wiedervereinigung die Quote der atypisch Beschäftigten in beiden Landesteilen bei gut 13 Prozent lag, sind es heute fast 22 Prozent in den alten und gut 16 Prozent in den neuen Bundesländern.

    Dies liegt vor allem daran, dass mehr Frauen im Westen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, aber oft nur Teilzeit arbeiten. Im Osten hingegen ist – der Tradition aus DDR-Zeiten folgend – ein Vollzeitjob für Frauen deutlich verbreiteter.

    So waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2017 im Osten 49 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit tätig, im Westen betrug der Anteil dagegen 74 Prozent. „Die Zunahme der atypischen Beschäftigung entfällt ganz überwiegend auf die Frauen in den westdeutschen Bundesländern“, heißt es dazu in der WSI-Studie.

    Entsprechend gering sind die Quoten atypisch Beschäftigter in den ostdeutschen Ländern, wo sie zwischen 14 Prozent in Brandenburg und 17,6 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern rangieren. Auf ähnliche niedrige Werte kommt im Westen nur Hamburg mit 17,9 Prozent. Von den westdeutschen Flächenländern bleibt allein Bayern unter der Marke von 20 Prozent, die höchsten Quoten weisen das Saarland (24 Prozent) und Bremen (26,2 Prozent) aus.

    Geht es nach den Autoren, sollte die Politik Anreize für mehr Vollzeitbeschäftigung setzen: Angesichts der in Zukunft zu erwartenden Verknappung des Arbeitskräfteangebots liege es nahe, „den Trend zu längeren Arbeitszeiten teilzeitbeschäftigter Frauen durch politische Maßnahmen zu flankieren“, schreiben sie. „Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung wäre dazu sicherlich geeignet.“

    Mehr: In großen Teilen Deutschlands herrscht Vollbeschäftigung. Die Betriebe müssen immer intensiver um Fachkräfte kämpfen.

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