Auf dem Weg nach Hause Russische Spionin vorzeitig aus Haft entlassen

Als Heidrun und Andreas Anschlag lebte das Paar in Deutschland, bis zum Urteil kannte das Gericht nicht die wahren Namen der als Topspione Russlands Verurteilten. Nun durfte die Frau vorzeitig nach Russland ausreisen.
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Das mutmaßliche russische Agentenehepaar mit den Aliasnamen Heidrun (vorn) und Andreas Anschlag. Die Frau wurde vorzeitig aus der Haft entlassen. Quelle: dpa

Das mutmaßliche russische Agentenehepaar mit den Aliasnamen Heidrun (vorn) und Andreas Anschlag. Die Frau wurde vorzeitig aus der Haft entlassen.

(Foto: dpa)

Stuttgart/KarlsruheEine in Stuttgart zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilte russische Top-Agentin hat Deutschland vorzeitig in Richtung Heimat verlassen dürfen. Ihr Ehemann, den das Oberlandesgericht Stuttgart im Juli 2013 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt hatte, bleibt nach Informationen von „Focus online“ in Haft. Die Informationen wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Die beiden Russen hatten rund 25 Jahre ein filmreifes Doppelleben geführt. Nach Überzeugung des Gerichts lieferten die Eheleute mehrere Hundert Dokumente zu EU und Nato an den russischen Geheimdienst SWR.

Der Generalbundesanwalt habe mit Blick auf die Ausweisung der Verurteilten von der weiteren Vollstreckung abgesehen, sagte eine Sprecherin. Paragraf 456a der Strafprozessordnung mache den Schritt möglich. Die Frau habe die Hälfte der Strafe verbüßt. Weitere Angaben machte die Sprecherin zunächst nicht.

Laut einem früheren Bericht der Moskauer Zeitung „Kommersant“ hatte die russische Führung einen Agentenaustausch angestrebt. Bis zur Festnahme hatte das Ehepaar, das österreichische Pässe als Heidrun und Andreas Anschlag ausweisen, im baden-württembergischen Balingen und im hessischen Marburg gelebt. Die wahren Identitäten der beiden kannte selbst das Gericht bis zum Urteil nicht.

Die nach Moskau übermittelten Dokumente befassten sich unter anderem mit dem Afghanistan-Einsatz und der Strukturreform der Nato. Das Duo versteckte USB-Sticks in Erdlöchern und übermittelte geheime Botschaften in Kommentaren zu Fußballervideos auf der Internetplattform Youtube. Hinweise, unter anderem aus den USA, hatten Ermittler auf ihre Fährte gebracht.

  • dpa
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