Aufklärung gefordert CDU-Schatzmeister hortete Geld in Steueroase

Als NRW-Finanzminister machte Helmut Linssen den Weg frei für den Ankauf von Steuer-Daten. Jetzt kommt heraus, dass auch er auf einer der CDs auftaucht. Der heutige CDU-Schatzmeister parkte demnach Geld auf den Bahamas.
Update: 04.02.2014 - 16:51 Uhr 32 Kommentare
Wegen Briefkastenfirma unter Beschuss: Der ehemalige nordrhein-westfälische Finanzminister und heutige CDU-Schatzmeister Helmut Linssen. Quelle: dpa

Wegen Briefkastenfirma unter Beschuss: Der ehemalige nordrhein-westfälische Finanzminister und heutige CDU-Schatzmeister Helmut Linssen.

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BerlinHelmut Linssen hatte in seiner Zeit als Finanzminister von Nordrhein-Westfalen (2005 bis 2010) eine klare Haltung zu Steuersündern. Er selbst war es, der im Jahr 2010 grünes Licht für den Ankauf von Steuersünder-CDs gegeben hat. „Der Staat ist geradezu verpflichtet, jedem Verdacht auf Steuerhinterziehung nachzugehen“, sagte der Christdemokrat und heutige Schatzmeister der Bundes-CDU damals. Alles andere sei Strafvereitelung im Amt. Und er stieß die unmissverständliche Drohung aus: „Wer Steuern verkürzt, schadet dem Allgemeinwohl. Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt.“

Vier Jahre später sieht die Welt anders aus für Linssen. Denn er selbst hat jahrelang Geld in einer Briefkastenfirma in Mittelamerika verborgen. Die Daten von Linssens Konto, bei dem laut Recherchen des Magazins „Stern“ auch seine Frau und seine Tochter zeichnungsberechtigt waren, fanden sich auf der CD mit Daten der HSBC Trinkaus & Burkhardt International S.A., die das Land Nordrhein-Westfalen 2010 unter dem damaligen Finanzminister 2010 kaufte.

Der Deal mit dem Datendieb war im Oktober 2011 öffentlich bekannt geworden. Verantwortlich für den Ankauf war Norbert Walter-Borjans (SPD), Linssens Nachfolger als Finanzminister in NRW.

Die Auswertung der Datensätze förderte brisante Details zu Tage. Im August 1997 zahlte Linssen demnach insgesamt 829.322 D-Mark bei der Bank HSBC Trinkaus &´Burkhardt International S.A. in Luxemburg ein. Mithilfe der Bank packte er das Geld zuerst auf einen Trust mit dem Namen „Longdown Properties Corp.“, der auf den Bahamas registriert war. 2001 wurde die Briefkastenfirma auf den Bahamas geschlossen und in Panama wieder eröffnet.

Linssen schloss sein Trinkaus-Konto dem Bericht zufolge am 29.12.2004. Wenige Monate später wurde er Mitglied im Kompetenzteam von Jürgen Rüttgers, des CDU-Spitzenkandidaten im Landtagswahlkampf. Die letzte Auszahlung, die Linssen in Luxemburg bar entgegen nahm, betrug 141.113 Euro, wie das Hamburger Magazin weiter berichtet. Anschließend wurde der Trust in Panama geschlossen.

Linssen stellte sich zunächst unwissend, als er vom „Stern“ auf die Briefkastenfirma und sein Konto in Luxemburg angesprochen wurde. „Ich weiß nicht, wovon Sie reden“, zitiert das Magazin den CDU-Politiker. Als der „Stern“ dann jene 829.322 Mark auf dem Konto in Luxemburg erwähnte, erwiderte Linssen: „Oh Gott. Oh Gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja.“

Gegen Linssen lief auch ein Strafverfahren. Das wurde aber 2012 eingestellt. Linssen musste aufgrund der Verjährungsfrist nur seine Zinserträge für die Jahre 2001 bis 2005 nachweisen. In dieser Zeit hatte er mit seinem Geld im Ausland jedoch keinen Gewinn gemacht. „Ich bin aus dem Verfahren makellos rausgekommen“, sagte Helmut Linssen.

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32 Kommentare zu "Aufklärung gefordert: CDU-Schatzmeister hortete Geld in Steueroase"

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  • Schafft die Steuerwüsten ab, dann gibts auch keine Steueroasen mehr. Es ist ein Treppenwitz, dass aufgrund der schwierigen Gesetze, Verordnungen etc. jedermann einen Steuerberater braucht, um nicht aus Versehen irgendetwas falsch zu machen, gleichzeitig aber die Kosten für diesen zwingend nötigen Berater steuerlich irrelevant sind. Dass sich die sog Elite nicht an die selbst gezimmerten Gesetze hält, ist das Sdahnehäubchen auf dieser Chose.

  • 1997 betrug die Erbschaftssteuer für zugegebene 832ooo DM - abzüglich des Freibetrages für erbende Kinder (Erb-Steuerklasse 1) von 400ooo DM genau 15 Prozent.
    15 Prozent von 432ooo DM sind 64.8oo DM.
    Nach Verjährung hat man somit 64.800 DM Steuern "gespart" und ist straffrei.

    Lerne:
    Wer rechtzeitig eine richtige Steuererklärung einreicht, ist selbst schuld!

  • Gesetze gelten für Alle, außer für Politiker. Dort heißt es: raffe, raffe, Hand aufhalten.

  • Helmut Linssen, CDU-Schatzmeister soll Geld in Briefkastenfirma gehortet haben.
    Ich bin für die Wideraufnahme des Fall Helmut Linssen, auch wenn sein Strafverfahren 2012 eingestellt wurde.
    Ich bin auch dafür, dass Steuersünder die das Bundesverdienstkreuz oder andere Auszeichnungen durch den Staat erhielten, muss diese umgehend abgeben, weigern sie sich, wird es eingezogen.
    Steuersünder in Parteien, Landtage, Bundestag müssen ihre Ämter sofort verlassen, es kann nicht sein das ein Regierender Bürgermeister oder der Fall Linssen als Kavaliersdelikt behandelt wird, wogegen der kleine Steuerzahler sich Nackt machen muss, beim Finanzamt.
    Keine Gnade für Steuersünder.
    Basta.

  • Für mich ist die Meldung auch so, als wenn der Papst geheiratet hätte!

    Der Fall zeigt, dass die "führende Klasse" mit der einen Hand vom Staat nimmt und mit der anderen Hand das Geld wegschafft.

    Altkanzler Schröder bezeichnete dies einmal als "Nehmermentalitäten". Deutschland ist auf direktem Weg in eine Führungskrise und die Kanzlerin wird einmal mehr gefordert eine Nachrichtensperre mit den Medien zu vereinbaren.

    In dem jüngsten Korruptionsbericht der EU hat Deutschland offensichtlich nur so gut abgeschnitten, weil zahlreiche Straftaten im Ausland in Deutschland bei Abgeordneten nicht strafbar sind. Seit 2003 wird seitens der UNO eben dies gefordert. Doch da sieht sich Deutschland nicht allein. Es steht fest an der Seite Syriens.

    Bei der aktuellen überwältigenden Mehrheit von CDU/CSU und SPD im Parlament gibt es jetzt aber keinen Grund mehr die Abgeordnetenkorruption weiter aus dem deutschen Strafgesetzbuch herauszulassen.

    Weshalb ist dieser Antrag noch nicht gestellt? Auch die Opposition kann ihn stellen!



  • Tauchen mal CDU/CSU Gelder in Cali auf, kauf ich mir ein Parteibuch und wandere nach Columbia aus.

    Vielleicht trifft man in Catagena Parteigenossen am Strand. Wir gehören ja alle zu einer grossen Familie, ob in Panama, Luxembourg oder woanders.

    Betrüger aller Länder, vereinigt euch. Is ja schon geschehen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Alle die Zinsnachzahlungen sollten in die Rentenkassen fließen - das wäre eine ehrenwerte Investition.
    Gleichzeitig sollte die Rentenberechtigung für alle Steuerhinterzieher gestrichen werden. Unsoziales Verhalten rechtfertigt unsoziale Behandlung. Da muss ja noch ausreichend Vermögen vorhanden sein, wenn auf diese verlagerten Summen verzichten kann. Eine Gleichberechtigung gibt es - alle die schönen Summen - kann keiner in die Ewigkeit mitnehmen - vielleicht wissen einige von ihnen mangels Erinnerungsvermögen ja schon nicht mehr, dass Geld verlagert wurde... Ach wie schade

  • In Frankreich gab es mal die Guillotine, mit der perfide Staatsverbrecher bestraft wurden.

    Die sollten wir heute für perfide Lügner und Betrüger wie Helmut Linssen, der auch noch als Finanzminister von unseren Steuergeldern gelebt hat, rasch wieder einführen.

  • Aha! Deshalb war es dem Herrn Linssen so wichtig, an die Steuer-CD zu kommen. Hatte die Befürchtung, er steht auch drauf. Und wie kommt er an 800.000 DM? Ihr beim Fiskus, ist aus seinen Steuererklärungen (Vermögensteuer bis 1996) klar erkennbar, dass es sich um legal erworbenes Geld handelt? Und bis heute weiss ich immer noch nicht, für wen das Weib des Herrn Mollath viel Geld ins Ausland verschob. So langsam kann ich keinen Politiker mehr sehen. Bis auf die ganz tauftrischen, z.B. von der AfD.

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