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Aufträge für Saudi-Arabien Özdemir will Regierungszusammenarbeit mit McKinsey stoppen

Saudi-Arabien soll mit Hilfe eines McKinsey-Reports Kritiker aufgespürt haben. Grünen-Politiker Özdemir fordert die Bundesregierung auf, die Zusammenarbeit mit den Beratern einzustellen.
Update: 23.10.2018 - 20:52 Uhr Kommentieren
„Aus meiner Sicht ist es für die Bundesrepublik Deutschland nicht tragbar, mit dieser Beratungsfirma zusammenzuarbeiten, solange die Vorwürfe nicht restlos aufgeklärt sind“, sagt der Grünen-Politiker dem „Spiegel“. Quelle: AFP
Cem Özdemir

„Aus meiner Sicht ist es für die Bundesrepublik Deutschland nicht tragbar, mit dieser Beratungsfirma zusammenzuarbeiten, solange die Vorwürfe nicht restlos aufgeklärt sind“, sagt der Grünen-Politiker dem „Spiegel“.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Die Bundesregierung soll nach dem Willen von Grünen-Politiker Cem Özdemir vorerst nicht mehr mit der Beratungsfirma McKinsey zusammenarbeiten. Hintergrund ist ein Bericht der „New York Times“, wonach das saudische Regimes Informationen aus einem internen Bericht der Berater verwendet hat, um gegen Kritiker vorzugehen.

Laut der „New York Times“ sammelte die Unternehmensberatung aus öffentlich zugänglichen Kanälen kritische Twitter-Kommentare über wirtschaftliche Sparmaßnahmen Saudi-Arabiens im Jahr 2015. McKinsey habe in dem Bericht drei Personen ausgemacht, die die Debatte über die Sparmaßnahmen bestimmten. Einer der drei wurde danach offenbar verhaftet. Ein Zweiter erklärte, dass zwei seiner Brüder verhaftet wurden. Der dritte Account wurde gelöscht.

Das Unternehmen bestätigt die Existenz des Papiers, es sei aber mitnichten eine Auftragsarbeit gewesen. „McKinsey würde niemals Berichte anfertigen, in denen es um die Identifikation um Menschen wegen ihrer Ansichten und politischen Meinungen geht“, sagte ein Sprecher. Man sei entsetzt von der Vorstellung, dass das Dokument missbraucht worden sein könnte.

Özdemir ist skeptisch. „Aus meiner Sicht ist es für die Bundesrepublik Deutschland nicht tragbar, mit dieser Beratungsfirma zusammenzuarbeiten, solange die Vorwürfe nicht restlos aufgeklärt sind. Ich fordere daher, die laufenden Beauftragungen von McKinsey auszusetzen“, sagte der Grünen-Politiker dem „Spiegel“. Die Bundesregierung arbeitet derzeit in vielen Ressorts mit McKinsey zusammen.

Laut Özdemir gebe es Hinweise, dass die Arbeiten des Beratungshauses in Zusammenhang mit Verhaftungen von Dissidenten stünden. Er will deshalb, dass die Bundesregierung die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sofort stoppt und überprüft, welche Rolle McKinsey im Zusammenhang mit den von der „New York Times“ erhobenen Vorwürfen spielt. „Während dieser Prüfung, sollten alle Aufträge an die Firma ausgesetzt werden“, so Özdemir.

Wir haben die Angaben zum Dokument entgegen einer früheren Version um die Stellungnahme McKinseys ergänzt.

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