Auftritt in München Guttenberg kehrt aus selbstgewähltem Exil zurück

In München tritt Ex-Verteidigungsminister Guttenberg erstmals seit seinem Rücktritt auf deutschem Boden auf. Er spricht über Cybersicherheit, das transatlantische Verhältnis – und sein mögliches Comeback in der Politik.
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Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat nicht vor, die Kanzlerin zu stürzen. Quelle: dpa

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat nicht vor, die Kanzlerin zu stürzen.

(Foto: dpa)

MünchenEs ist eine lange Anreise für einen kurzen Auftritt. Erst kurz vor 15 Uhr, dem terminierten Beginn seiner Rede, betritt Karl-Theodor zu Guttenberg die ehemalige Karmeliterkirche im Zentrum Münchens, er kommt direkt vom Flughafen. Eine gute Stunde später verlässt er sie schon wieder, mit dem Ziel: Flughafen.

Seit fast drei Jahren lebt zu Guttenberg mit seiner Familie in den USA, im selbstgewählten Exil, wenn man so will. An diesem Freitagnachmittag ist er eigens aus den Staaten in die bayerische Hauptstadt gereist, um auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) zu sprechen, der am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz geladen hat. Es ist der erste Auftritt vor Publikum in Deutschland seit seinem Rücktritt als Bundesverteidigungsminister im März 2011.

Guttenberg weiß, dass er noch immer enormes Interesse in seiner Heimat weckt. Auch die Wirtschaftsvertreter stehen Schlange, um ihm die Hand zu schütteln, zücken ihre Handys für Schnappschüsse. Aber er macht sich rar: Ein paar Nachfragen, keine Interviews, schnell rein und schnell wieder raus.

Der Baron ist mit 42 Jahren immer noch jung, er hat also noch viel Zeit für ein Comeback in der deutschen Politik, falls er das überhaupt will. Er selbst macht sich lustig über die Spekulationen über „meinen angeblich 387. Comeback-Versuch“ und versichert augenzwinkernd: „Ich habe weder vor, den Ministerpräsidenten zu stürzen noch die Kanzlerin.“ Er fühle sich derzeit in den USA sehr, sehr wohl.

Guttenberg hat sich nach seinem schmählichen Abschied neue Aufgaben gesucht, und neue Themen: „Cybersicherheit– ein unterschätztes Risiko?“, lautet die Überschrift seines halbstündigen Vortrages. Er wirft Powerpoint-Folien an die Wand, die englische oder auch denglische Überschriften tragen wie „From Government to Googlement“ oder „disruptive technologies“.

„Sie sollten sich jemanden holen, der sich damit auskennt“
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16 Kommentare zu "Auftritt in München: Guttenberg kehrt aus selbstgewähltem Exil zurück "

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  • Gutti blendet nicht , die CSU Truppe befindet sich in einer Dauerverblendung.

    Da schlägt ja nun mit der GroKo- Gröfazenkoalition eine Granate nach der anderen ein, fehlt nur noch Basta-Schröder und EU-Hombach.

  • was soll Guttenberg ausfüllen? Verzeihen kann man immer, aber dann muss erst einmal einer zugeben was war. Sonst kann man ja nichts verzeihen.
    Wer ihm verantwortungsvolle Politik zutraut, übersieht, dass so eine Blender-Nummer ein Persönlichkeitsproblem bleibt. Davon kommt Guttenberg nicht runter. Bei ihm geht es nur um den Gedanken: Wie inszeniere ich mich neu. Das kann noch schlimmer werden als Raffgier.

  • die Kommentierungen von Guttenberg zeigen: Unser Karl-Theodor fühlt sich selbst Merkel, Seehofer und dessen Hofstaat überlegen. Mit Blender hat dies schon nichts mehr zu tun, da gibt einer den Berlusconi! Mit der Vorgeschichte passt dann ja alles.

  • Na, hat dieser Nichtsnutz nun doch gemerkt, dass er NICHTS anderes kann als Politik!

  • Das mag in den USA funktionieren, aber nicht in D, zumindestens nicht in den nächsten Jahrzehnten. Es gibt viel zu viele Leute in wichtigen Positionen für die Herr Guttenberg solange inakzeptabel ist bis er das Gegenteil bewiesen hat (Es ist relativ offensichtlich wie er seine Ehre wiederherstellen könnte, aber "gut" reicht dann nicht mehr aus...).

  • Bezüglich Guttenbergs Plagiateskandal habe ich eine klare Meinung (Da habe ich so ziemlich Null Toleranz). Aber ich denke widerum, dass Herr Guttenberg von seiner (wahrscheinlich schlimmste persönlichen) Krise eine Menge gelernt hat (wahrscheinlich so viel wie in seinem ganze Leben bisher nicht). Blöderweise ist es so dass die deutsche Mentalität nicht "wirklich verzeihen" kann bzw. "zweite Chancen gibt es nicht". Es mag elitär klingen, aber bei einem wichtigen Teil der Bevölkerung hat er unten durch (Basta).
    Um als Obervorturner der Nation wählbar zu sein, muss schon sehr viel Zeit ins Land gehen. Aber wie gesagt, Herr Guttenberg hat einen hohe Bekanntheitsgrad und nun auch eine Menge Erfahrung mit Krisen, sodass ich mir schon vorstellen kann, dass er glaubhaft wichtigere Positionen ausfüllen kann in Zukunft.

  • "Als EU-Kommissarin Neelie Kroes ihn vor zwei Jahren als Berater für Internetfragen engagierte, war die Verwunderung groß: Guttenberg war bis dato nicht als Experte auf dem Gebiet aufgefallen."

    Wieso sollte die Verwunderung groß gewesen sein? Neelie Kroes hat doch genau so wenig Ahnung von Internetfragen&Cybersecurity wie Guttenberg. Sorry, aber man wird in der komplexen Materie auch in drei Jahren fleissigsten Lernens kein Experte! Insofern schliesse ich mit einem Tipp Guttenbergs selbst: "Sie sollten sich besser jemand holen, der sich wirklich damit auskennt.".

  • @ bscc
    Um bei Ihren Worten zu bleiben: eine nützliche Fähigkeit wäre die, den geschworenen Amtseid zu erfüllen (Zum Wohle des Volkes..., und Schaden...abzuwehren). Dies ist jedoch keine Frage des Talents, sondern des Charakters und der Entwicklung zu einem reifen Menschen, der nicht alles über einen einspurigen Verstand regelt, dem nicht Macht die Welt bedeutet, sondern Herzensbildung, Demut und Mitgefühl besitzt.
    Wo sehe ich einen solchen Politiker? Das Problem ist, das dieses Parteiensystem den Aufstieg eines solchen Menschen gar nicht zulässt. Am ehesten würde ich Sahra Wagenknecht diese Charakterbildung zuschreiben.

  • Guttenberg ist vom transatlantischen Geldadel offenbar als Nachfolge für Merkel vorgesehen.
    Er ist in den transatlantischen Thinktanks bei guter Bezahlung geläutert worden und seine Wahl durch das tumbe deutsche Stimmvieh ist nur noch Formsache.

  • @RM
    Welche nützlichen Fähigkeiten, außer den von Ihnen kritisierten, erwarten Sie denn von unseren heutigen Politikern?
    Und bei wem sehen Sie diese denn?

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