Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Aus 397 Vorschlägen „Klimahysterie“ ist Unwort des Jahres 2019

Seit 1991 wählt die sprachkritische Aktion besonders unangemessenen Sprachgebrauch. Erneut fällt die Entscheidung auf einen von der AfD geprägten Begriff.
14.01.2020 Update: 14.01.2020 - 10:27 Uhr 3 Kommentare
Mit dem Begriff „Klimahysterie“ wählte die Jury ein Feld, das in diesem Jahr wohl besonders stark diskutiert wurde. Quelle: dpa
„Unwort des Jahres“ 2019

Mit dem Begriff „Klimahysterie“ wählte die Jury ein Feld, das in diesem Jahr wohl besonders stark diskutiert wurde.

(Foto: dpa)

Darmstadt Das „Unwort des Jahres“ 2019 heißt „Klimahysterie“. Mit dem Wort würden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert, sagte die Sprecherin der Jury der sprachkritischen Aktion, Nina Janich, am Dienstag zur Begründung. „Er pathologisiert pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als Art kollektiver Psychose.“

Der Begriff sei gleich von mehreren Vertretern von Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden. Beispielsweise AfD-Politiker Alexander Gauland hatte im Juni vergangenen Jahres gesagt: „Die Klimahysterie der anderen Parteien wird die AfD nicht mitmachen.“

Insgesamt wurden dieses Mal 671 Einsendungen mit 397 Vorschlägen eingereicht. Rund 50 Vorschläge entsprachen den Kriterien, wie etwa „Bauernbashing“, „Ökodikatur“, „Umvolkung“, „Bevölkerungsexplosion“ oder „Ethikmauer“. Die Zahl der Einsendungen ging in diesem Jahr damit aber erneut zurück. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 900 gewesen. Früher gab es auch schon mal deutlich über 2000 Vorschläge.

Das Unwort wird seit 1991 gekürt. Im vergangenen Jahr war es „Anti-Abschiebe-Industrie“ vom CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. 2017 fiel die Wahl auf „Alternative Fakten“.

Die sprachkritische Aktion möchte mit ihrer alljährlichen Aktion auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Reine Schimpfwörter zählen nicht. Die Jury richtet sich nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort.

Mehr: Was das Problem bei den „Menschen des Jahres“-Listen ist.

  • dpa
Startseite
Mehr zu: Aus 397 Vorschlägen - „Klimahysterie“ ist Unwort des Jahres 2019
3 Kommentare zu "Aus 397 Vorschlägen: „Klimahysterie“ ist Unwort des Jahres 2019"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Klimahysterie, wenn Wahrheit weh tut kommen die politischen Hilfstruppen zum Einsatz.

    Diskreditierung eines Begriffs, hier Klimahysterie, geht mit der Stigmatisierung der Personen einher die ihn benutzen, mit dem Ziel eine Assoziation mit rechtem Gedankengut zu verbinden und damit eine Verwendung zu verhindern oder mit gesellschaftlicher Ächtung zu verbinden.
    Dies ist Hass auf Andersdenkende und hat nichts mit einem Unwort zu tun.

    Aber man kann dies auch als Ritterschlag für die Wahrheit empfinden, denn unwahres bekämpft man nicht, es entlarvt sich schnell selber. Jeder der die Klimahysterie ablehnt kann sich geadelt fühlen, denn nur getroffene Hunde bellen und beißen so wild um sich.

    Übrigens der Meeresspiegel wird nicht stark steigen wenn ein Klimapropagandist wie ex US-Präsident Obama, für 11,75 Millionen Dollar – eine Luxus-Strandvilla - mit etwa zwölf Hektar großem Anwesen direkt am Meer gekauft hat. Glauben sie mir, die wissen sicher mehr als die Klimahysteriker.

  • Ich halte das Wort "Klimahysterie" keinesfalls für ein Unwort, auch wenn es die AfD gebraucht (was für die Jury vermutlich schon Grund genug war, es in die short List aufzunehmen).
    Aber das Wort beschreibt leider zutreffend das Verhalten eines Großteils der Medien und Politiker wenn es um das Thema Klimawandel geht, wie aktuell die Berichterstattung um die Buschbrände in Australien zeigt, die monokausal dem Klimawandel zu geschrieben werden. Daß die Ursachen ein komplexes Gemisch aus über Jahre mangelndem vorbeugenden Brandschutz, Konflikte mit Tierschützern, ausgreifender Besiedlung, Brandstiftung und aktueller Extremwettersituation sind bleibt unbeachtet, um die Geschichte vom Klimawandel nicht durch unnötige Details zu stören. Und was ist es anderes als Hysterie, wenn es Greta Thunberg erlaubt ist, in der UN-Generalversammlung den Menschen zu wünschen, "daß sie die volle Panik" bekommen mögen.
    Das Pariser Klimaziel "well below 2°" ist zum Glaubensbekenntnis geworden, obgleich eine sachliche Analyse zum dem Schluss führt, dass dieses Ziel nicht erreicht werden wird und wir eine andere Klimapolitik brauchen. Ich persönlich spreche lieber vom "Klimawahn". "Wahn" passt besser zu pseudoreligiösen Erweckungsbewegungen.

  • Wenn der Finger auf eine offene Wunde gelegt wird, tut das weh!

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%