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Ausbildung Azubi-Löhne steigen wieder stärker

Das knappe Angebot treibt den Preis: Die Tariflöhne der Lehrlinge sind vor allem dort erhöht worden, wo es viele unbesetzte Plätze gibt.
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Auszubildende bekommen wieder mehr Geld. Quelle: dpa
Kochlehrling

Auszubildende bekommen wieder mehr Geld.

(Foto: dpa)

BerlinWährend die Politik über den im Koalitionsvertrag angekündigten Mindestlohn für Azubis streitet, erhöht die Wirtschaft schon die Vergütung für ihre Lehrlinge: Die tariflichen Lehrlingslöhne sind im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent gestiegen. Das war deutlich mehr als 2017, als sie nur um 2,6 Prozent zulegten. Im Westen liegt der Azubi-Lohn über alle Lehrjahre hinweg nun bei durchschnittlich 913 Euro brutto pro Monat, im Osten bei 859 Euro, zeigt eine Analyse des Bundesinstituts‧ für Berufsbildung (BIBB).

Die Löhne für Auszubildende sind ein Politikum: Die Politik will die duale Ausbildung unter anderem durch einen Mindestlohn attraktiver machen. Nach den Plänen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek soll er im 1. Lehrjahr rund 500 Euro betragen und in den Folgejahren um fünf, zehn und 15 Prozent steigen.

Basis soll der jeweilige Bafög-Satz für auswärts untergebrachte Schüler sein. Die SPD verlangt einen höheren Betrag, damit nach Abzug der Sozialabgaben mindestens 500 Euro netto übrig bleiben. Zudem müssten die Tariflöhne Bezugsgröße sein und nicht eine Sozialleistung wie das Bafög.

Offenbar sorgt auch der Markt für Bewegung in den Berufen, wo besonders viele Lehrstellen frei geblieben sind: So stieg nach der BIBB-Analyse zum Beispiel die Vergütung für angehende Bäcker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk um rund sechs Prozent. Damit liegen Bäckerlehrlinge nun bei 678 Euro im Monat. Bei Köchen und Restaurantfachleuten in Ostdeutschland stieg die Vergütung sogar um gut zehn Prozent.

Besonders viel haben Maurer-Lehrlinge im Handwerk in der Tasche: im Westen 1 175 und im Osten 975 Euro. Auch Mechatroniker, Industriekaufleute und Kaufleute für Versicherungen und Finanzen kommen im Schnitt auf mehr als 1 000 Euro.
Ihr Geld zusammen halten müssen hingegen Friseur-Azubis: Sie erhalten im Westen 606, im Osten 387 Euro – Schornsteinfeger bundesweit einheitlich 518. Nicht viel mehr beträgt der Lehrlingslohn bei Floristen (617 Euro) und Malern und Lackierern, die im Schnitt auf 718 Euro kommen.

Generell sind die Lehrlingslöhne in Industrie und Handel sowie im öffentlichen Dienst überdurchschnittlich hoch. In den freien Berufen und im Handwerk dagegen sind sie unterdurchschnittlich. Laut Gesetz müssen Azubis „angemessen“ entlohnt werden. Nach der einschlägigen Rechtsprechung dürfen dabei nicht-tarifgebundene Betriebe die Tariflöhne um bis zu 20 Prozent unterschreiten.

Im Jahr 1976 – da beginnt die Datenreihe des BIBB – bekamen Azubis im Westen im Schnitt 202 Euro. Bis 2018 stieg der Lohn nominal um 352 Prozent – der reale Zuwachs machte 87 Prozent aus.

Aufgrund der unterschiedlichen Berufswahl gibt es schon in der Lehrzeit deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern: So kamen junge Männer 2018 in Industrie und Handel im gesamtdeutschen Durchschnitt auf 992 Euro, junge Frauen lagen mit 945 Euro um knapp fünf Prozent niedriger.

Im Handwerk gab es für weibliche Azubis mit durchschnittlich 689 Euro sogar eine um 12,3 Prozent geringere Vergütung als für männliche mit 786 Euro. Junge Männer lernen schwerpunktmäßig in gewerblich-technischen Berufen, Frauen weit überwiegend in kaufmännischen und Dienstleistungsberufen, wo weniger gezahlt wird.

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