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Ausbildung Azubi-Prämien der Bundesagentur für Arbeit zeigen Wirkung

Der Corona-Einbruch bei den Auszubildenden ist wegen 20.000 gezahlter Prämien ausgeblieben. Doch er könnte mit Verzögerung 2021 kommen, warnt der Chef der Bundesagentur für Arbeit.
01.12.2020 - 13:33 Uhr Kommentieren
Der Staat fördert die Anstellung von Lehrlingen mit Prämien. Quelle: dpa
Auszubildende in einer Werbefirma

Der Staat fördert die Anstellung von Lehrlingen mit Prämien.

(Foto: dpa)

Berlin Die Azubi-Prämien der Bundesregierung zur Stützung der Ausbildung in der Coronakrise stabilisieren den Ausbildungsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat bis heute rund 20.000 Prämien an Betriebe ausgezahlt, die trotz Corona-Einbruch die Anzahl ihrer Lehrlinge entweder stabil gehalten, sogar erhöht oder Azubis aus Pleitebetrieben übernommen haben.

12.000 der Prämien entfielen auf Unternehmen, die zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen haben und je Platz 3000 Euro erhalten, sagte Detlef Scheele, Chef der BA, bei der Vorstellung des monatlichen Arbeitsmarktberichtes. 7800 Prämien von je 2000 Euro wurden an Betriebe gezahlt, die die Ausbildung stabil gehalten haben.

Die Prämien „haben also schon jetzt genutzt“, sagte Scheele und forderte zugleich: „Das brauchen wir 2021 noch deutlicher“, denn „der nächste Ausbildungsjahrgang wird schwerer als 2020“. Das zeichne sich schon jetzt ab, denn der Eingang an neuen Lehrstellen für den Herbst 2021 sei „recht verhalten“. 

Vor allem große Unternehmen besetzen Ausbildungsplätze oft früh, hatten also beim Ausbruch der Pandemie die meisten Verträge für den Herbst 2020 schon unterschrieben. Das ist ein Grund, warum die Zahl der unversorgten Bewerber Ende November „nur“ 50.900 betrug, 9.100 mehr als im November 2019.

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    Somit „sind wir am Ausbildungsmarkt quasi mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte der BA-Chef. Sämtliche Experten hatten mit einem deutlich stärkeren Einbruch gerechnet. Die Nachvermittlung soll dieses Mal bis Ende Januar laufen – das Handwerk werde dafür auch die Frist für die Eintragung in die Handwerksrolle verlängern. Auch die Prämien sind bisher nur einer Minderheit der Unternehmen bekannt.

    Scheele fürchtet aber, dass gerade größere Betriebe nun für das kommende Jahr die Ausbildung deutlich herunterfahren. Dazu komme, dass die Bedingungen für die Berufsorientierung in den Schulen denkbar schlecht seien. Die BA sei zwar wieder in der Lage, Mitarbeiter dafür abzustellen, jedoch dürfen sie wegen der Kontaktbeschränkungen bis auf Weiteres nicht in die Klassenzimmer. Dazu kommt, dass Betriebe wegen Corona auch kaum Praktika anbieten könnten.

    Auch die Übernahme von Azubis geht zurück

    Mit seiner Forderung nach Verbesserung der Prämien im Jahr 2021 liegt der BA-Chef mit der Wirtschaft auf einer Linie. Die Spitzenverbände der Wirtschaft und der Deutsche Gewerkschaftsbund drängen darauf, dass die Bedingungen für die Prämien verbessert werden.

    Der Kreis der potenziellen Empfänger müsse von Unternehmen bis derzeit 250 auf bis 500 Beschäftigte ausgeweitet werden. Die geforderten Grenzen beim Umsatzrückgang durch Corona sollten gesenkt werden und die Prämien nicht nur Betrieben zukommen, die im April und Mai Umsatzeinbrüche hatten, so die Forderungen.

    Ansonsten drohe ein „Substanzverlust“ bei der Ausbildung. Sowohl das Bundesarbeits- als auch das Bundesbildungsministerium hatten vage Verbesserungen in Aussicht gestellt, bisher aber nichts entschieden.

    Aktuell ist zudem nicht nur die Lage am Ausbildungsmarkt etwas problematischer als im Vorjahr. Auch der Übergang ausgelernter Azubis in den Beruf gestaltet sich schwieriger, erklärte Scheele. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahre betrug im November 240.000. Das waren zwar weniger als im Oktober – aber fast 50.000 mehr als im November 2019. Zudem war die Zunahme im Vergleich zu anderen Altersgruppen überdurchschnittlich stark.

    Einen Rückgang bei der Übernahme zeigt auch die jüngste Ifo-Umfrage bei Personaldienstleistern: Danach hat jedes zehnte Unternehmen im Ausbildungsjahr 2019/2020 weniger Auszubildende übernommen als geplant.

    In großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern wurde die Planung noch häufiger angepasst. Hier korrigierte mehr als ein Fünftel die Anzahl der geplanten Übernahmen nach unten, zeigte die Umfrage, für die im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad 1000 Personalverantwortliche befragt wurden. Danach haben auch nur 40 Prozent aller Unternehmen die gleiche Anzahl an neuen Azubis aufgenommen, 14 Prozent stellten weniger, 20 Prozent sogar gar keine neuen Lehrlinge ein.

    Mehr: „Hauptsache, es fließt mehr Geld in die Digitalisierung der Schulen.“

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