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Ausbildung SPD will gleiche Regeln für Ausbildung und duales Studium – Kritik an Berufsbildungsgesetz

Mit neuen Regeln will die SPD den „Wildwuchs“ beim dualen Studium beenden. Für duale Studenten sollen ähnliche Mindeststandards gelten wie für Azubis.
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Die Berufsbildungsexpertin und frühere SPD-Generalsekretärin kritisiert die Novelle des Berufsbildungsgesetzes als „Fassade“. Quelle: dpa
Yasmin Fahimi

Die Berufsbildungsexpertin und frühere SPD-Generalsekretärin kritisiert die Novelle des Berufsbildungsgesetzes als „Fassade“.

(Foto: dpa)

BerlinDie geplante Einführung von Mindestlöhnen für Azubis geht den Sozialdemokraten nicht weit genug. Sie fordern daneben eine gesetzliche Regelung der Praxisphase des boomenden dualen Studiums. „Wir müssen den Wildwuchs beim dualen Studium beenden und für diese Studenten im Betrieb dieselben Regeln anwenden, wie für Auszubildende“, sagte die Berufsbildungsexpertin der SPD, Yasmin Fahimi. „Wir finden es sehr unbefriedigend, dass sich das Ministerium und die Union bisher weigern, hier Regeln einzuführen“, sagte Fahimi mit Blick auf die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), die an diesem Donnerstag zur ersten Lesung im Bundestag kommt.
Hintergrund ist die wachsende Bedeutung des dualen Studiums. Nach dem Bildungsbericht der Bundesregierung haben zuletzt fünf Prozent der Studienanfänger – also jeder Zwanzigste – diesen Weg gewählt. Das duale Studium gilt vielen als attraktiv, weil sie in der Regel von Anfang an Geld verdienen, die direkte Verbindung zur Praxis haben und vielfach große Chancen, nach dem Studium übernommen zu werden. Besonders verbreitet ist das duale Studium in den Wirtschafts-, Ingenieurs- und Gesundheitswissenschaften.

Bisher haben dual Studierende zwei Verträge – einen mit der Hochschule, einen mit dem Betrieb. „Welcher Art der betriebliche Vertrag ist, ist aber völlig ungeregelt“, kritisiert Fahimi. „Auch ein betrieblicher Ausbildungsplan muss nicht zwangsläufig vorgelegt werden.“ Der Begriff „duales Studium“ ist also „nach wie vor ungeschützt“, so Fahimi, „und die Sozialpartner haben keinen Einfluss auf die Gestaltung“.
Man habe nichts gegen die Vielfalt, die sich hier herausgebildet hat, aber „es gibt wegen der ungeregelten Status zunehmend Probleme“.

Die SPD fordert daher, dass duale Studenten nicht nur einen definierten Ausbildungsvertrag mit dem Unternehmen haben müssen, sondern dass für sie auch ein „betrieblicher Ausbildungsplan“ Pflicht wird, wie er für Azubis vorgeschrieben ist. Dieser könnte vom Arbeitgeber mit den Ausbildern und dem Betriebsrat erstellt werden. Bei einem Teil der dualen Studenten ist allerdings eine Ausbildung integriert. Diese sind von der Kritik der SPD ausgenommen, da sie heute schon den Regeln für Azubis unterliegen.

Generell sei die BBiG-Reform Karliczeks „fast nur Fassade, es fehlt das Mauerwerk“, kritisiert Fahimi. Neben dem Thema duales Studium fordert die SPD auch eine gesetzliche Freistellung von volljährigen Lehrlingen für die Berufsschule. Dies müssten vielfach Stunden nacharbeiten oder Urlaub nehmen, wenn ein Berufsschultag auch nur ein oder zwei Stunden kürzer ausfalle, wie ein Arbeitstag.

Ein wachsendes Problem ist es, ausreichend ehrenamtliche Prüfer für die Gesellenprüfungen zu finden. Die Novelle Karliczeks sieht daher vor, dass deren Zahl in Teilbereichen reduziert werden kann. Die SPD hingegen pocht auf eine komplette gesetzliche Freistellung der Prüfer aus Unternehmen durch ihre Arbeitgeber – „ähnlich wie bei der Feuerwehr“, so Fahimi.

Mehr: Bundesbildungsministerin Karliczek sieht die Weichen für eine gute Zukunft der Wissenschaft gestellt. Bund und Länder wollen mit drei neuen Wissenschaftspaketen für bessere Bildung sorgen.

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