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Ausbildungsmarkt Junge Männer entdecken die Lehre neu – junge Frauen wenden sich ab

Die Betriebe bieten wieder mehr Lehrstellen an. Die Zahl der Neu-Azubis ist dennoch nur wenig gestiegen. Die Zahl der offenen Plätze erreicht ein neues Rekordhoch.
12.12.2018 - 14:27 Uhr Kommentieren
Die Plätze werden immer knapper. Quelle: dpa
Junge Menschen in der Ausbildung

Die Plätze werden immer knapper.

(Foto: dpa)

Berlin Die Jungs interessieren sich wieder für die duale Ausbildung: In diesem Jahr suchten 384.900 eine Lehrstelle – so viele waren es seit 2009 nicht mehr, und das obwohl die Schulabgängerzahlen sinken. Bis Ende September unterschrieben 335.500 einen Lehrvertrag, fast 10.000  mehr als im Vorjahr. Nicht so die Mädels: Von ihnen starteten dieses Jahr nur 195.900 eine Ausbildung – 1800 weniger als im Vorjahr. Das meldet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Als große Überraschung werten die Experten dabei das neue Interesse der jungen Männer. Sie führen dafür drei Gründe an. Die im Schnitt schlechteren Zensuren der männliche Abiturienten, die daher eher eine Lehre anpeilen als ein Studium; die höheren Abbrecherraten bei männlichen Studenten, die dann doch eine Ausbildung suchen, und nicht zuletzt die Tatsache, dass unter den Flüchtlingen weit mehr junge Männer sind als junge Frauen.

Bei den Frauen setzt sich der Abwärtstrend der letzten Jahre fort: Es gibt insgesamt weniger Schulabgänger und so speziell bei Frauen weniger Interessentinnen vor allem aus Hauptschulen, die bisher Berufe wie Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk oder Restaurantfachfrau anstrebten. Insgesamt sank die Nachfrage der jungen Frauen auf ein historisches Rekordtief von 225.100.

BiBB-Präsident Friedrich Hubert Esser wertet das als „Alarmsignal“. „Es muss überprüft werden, wie junge Frauen bestimmte Berufe wahrnehmen und ob gegebenenfalls Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung erforderlich sind“, sagte er. Ausbildungsplätze zu besetzen werde zunehmend zu einer Herausforderung für die Wirtschaft, denn inzwischen gebe es bereits Berufe, in denen mehr als ein Drittel aller betrieblichen Ausbildungsplatzangebote ungenutzt bleibe.

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    Unterm Strich hat der Ausbildungsmarkt 2018 diverse Rekorde erreicht – sowohl positive als auch negative. Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, hat die Wirtschaft dieses Jahr 17.800 Lehrstellen mehr angeboten als im Vorjahr, insgesamt waren es 574.000 und damit so viele wie seit 2009 nicht mehr. Allerdings stieg auch die Zahl der unbesetzten Plätze auf einen Rekordwert von 57.700 – das sind dreimal so viele wie 2009 und knapp 9000 mehr als 2017. Vor allem das mangelnde Interesse der Frauen führte dazu, dass die Gesamtzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge jedoch nur um 1,6 Prozent oder 8100 Verträge auf 531.400 stieg.


    Die Wirtschaft zeigt sich erfreut über den Zuwachs: „Mehr Jugendliche machen wieder eine Ausbildung – es macht Spaß, wenn Erfolge sichtbar sind!“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Angesichts des Fachkräftemangels gerade bei beruflich Ausgebildeten mahnte er jedoch: „Wir dürfen nicht nachlassen, mit Vorurteilen in den Köpfen vieler Schüler und Eltern aufzuräumen und die Berufliche Bildung immer wieder als interessante Alternative zum Studium herauszustellen.“  Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sprach schlicht von einer „Erfolgsbilanz“.

    Wasser in den Wein gießen die Gewerkschaften: „Der Ausbildungsmarkt zerfällt immer mehr in parallele Welten: Während die Zahl der unbesetzten Plätze steigt, hängen die Ausbildungschancen der Jugendlichen noch immer stark von ihrem Wohnort, ihrem Schulabschluss und ihrem Pass ab“, sagte DGB-Vize Elka Hannack dem Handelsblatt.

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