Ausblick auf 2017 Was Ökonomen in Alarmstimmung versetzt

Die wachsende Globalisierungskritik weltweit versetzt führende Ökonomen in Deutschland in Alarmstimmung. Sie sehen in der Abwendung protektionistischer Tendenzen die größte politische Herausforderung für das Jahr 2017.
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„Trumps Sieg schockte das Silicon Valley“

BerlinSeit dem 8. November haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett ein paar Kopfschmerzen mehr. An diesem Tag wurde in den USA Donald Trump zum Präsidenten gewählt - und dieser könnte die G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer mit seinen meist kontroversen Vorstellungen ziemlich durcheinanderwirbeln. Für Merkel käme das zur Unzeit. Denn Deutschland hat, und das noch in einem Wahljahr, erstmals die Präsidentschaft des Staatenforums übernommen, das seit der weltweiten Finanzkrise 2008 die wichtigste Plattform bei der Koordination der Finanz- und Wirtschaftspolitik ist.

Die Agenda der deutschen Regierung für den G20-Vorsitz im Wahljahr 2017 steht weitgehend. „Eine vernetzte Welt gestalten“, lautet ihr Motto. Allein das könnte beim Gipfel Anfang Juli in Hamburg mit dem Polit-Newcomer Trump schon Kontroversen auslösen, denn für Merkel beinhaltet das ein klares Bekenntnis zu einer offenen, zusammenwachsenden Welt, zu gemeinsamen Lösungen bei der Bewältigung von Krisen und der Gestaltung der Globalisierung. „Diese Auseinandersetzung über Offenheit und Abschottung wird uns in den nächsten Jahren sehr stark beschäftigen“, sagte die Kanzlerin jüngst.

Der Konflikt mit Trump ist damit programmiert. Denn der hat einen neuen Protektionismus im Wahlkampf versprochen - mit dem Slogan „America first“ (Amerika zuerst) und hält nicht viel von multilateralen Ansätzen. Diese Anti-Globalisierungs-Stimmung versetzt hierzulande die Wirtschaft in Alarmstimmung. Führende Ökonomen in Deutschland sehen denn auch in wirtschaftlichem Protektionismus die größte Herausforderung für die Politik im kommenden Jahr.

„Es wird die Aufgabe der Bundesregierung in der kommenden Legislaturperiode sein, diesem Trend entgegenzutreten, für offene Märkte und Weltoffenheit einzutreten, die protektionistischen Vorhaben abzuwehren, zumindest aber ihre Auswirkungen einzudämmen“, sagte der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld dem Handelsblatt. „Kontrapunkte lassen sich setzen durch eine Initiative für ein neues Welthandelsabkommen, für den Abschluss von TTIP und anderer Freihandelsabkommen, nicht zuletzt durch eine möglichst enge Bindung des Vereinigten Königreichs an den europäischen Binnenmarkt.“

Die Abschottungsgefahr droht nach Felds Einschätzung aus mehreren Richtungen. Die Wahlkampfversprechen des designierten US-Präsidenten Donald Trump zielten zwar eher auf China und Mexiko, „aber könnten sich leicht auf Deutschland erstrecken“, warnte der Ökonom. Das Brexit-Votum bringe ebenfalls das Versprechen eines stärkeren Protektionismus mit sich. In den anstehenden Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich drohe zudem ein Erfolg nationalistischer und damit protektionistischer Kräfte. In Deutschland und Österreich habe der Protest gegen die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP bereits „überraschende“ Erfolge gehabt.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, erwartet ebenfalls ein politisch „enorm schweres Jahr“. „Die wichtigste Herausforderung für die Politik ist es eine weitere Renationalisierung und einen Anstieg des Protektionismus zu verhindern“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt. „Mehr nationalistische Abschottung ist nicht die Lösung für den zunehmenden gesellschaftlichen Konflikt, der letztlich durch die hohe und steigende soziale Ungleichheit in der westlichen Welt ausgelöst wurde.“ Die Politik könne daher nur „durch eine kluge Wirtschafts- und Sozialpolitik, vor allem durch grundlegende Änderungen in der Bildungs-, Familien- und  Arbeitsmarktpolitik, mehr Steuergerechtigkeit und einer zielgenaueren Sozialpolitik, die Wurzel des gesellschaftlichen Konflikts erreichen“.

„USA, China und Russland bedrohen die Früchte des Freihandels“

Klima-Skeptiker, Milliardäre und ein Wall-Street-Anwalt
Dan Coats
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Der künftige US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum Geheimdienstdirektor ernennen. Coats war von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Berlin unter Präsident George W. Bush. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Als ehemaliger Senator vertrat der Konservative zudem den US-Bundesstaat Indiana im Kongress.

Jay Clayton
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Neuer Chef der US-Börsenaufsicht wird unter US-Präsident Donald Trump Jay Clayton. Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem war er an den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba beteiligt.

Robert Lighthizer
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Anfang Januar wurde bekannt, dass Donald Trump den 69-jährigen Robert Lighthizer zum Handelsbeauftragten der US-Regierung machen will. Lighthizer gilt als scharfer Kritiker der Handelsstrategien Chinas und als Protektionist. Der Politikveteran hat als Handelsattaché in der Reagan-Ära zahlreiche bilaterale Abkommen ausgehandelt und den Umfang unfairer Einfuhren in die USA deutlich reduziert.

Carl Icahn
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Trump wird sich zukünftig beim Starinvestor Carl Icahn Tipps zu Regulierungsfragen holen. Icahn wird kein offizieller Regierungsmitarbeiter und für seine Dienste auch nicht bezahlt, sagte ein Trump-Sprecher. Nach Trumps Wahl setzen viele darauf, dass der 70-jährige Immobilien-Milliardär die Wirtschaft unter anderem mit einer Deregulierungswelle in Schwung bringen will. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt.

Peter Navarro
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Der durch seine Bücher wie „Tod durch China“ bekanntgewordene Ökonom Peter Navarro wird in den Nationalen Handelsrat des Weißen Hauses berufen. Der 67-jährige Wirtschaftsprofessor der University of California beriet Trump bereits im Wahlkampf. In seinem Buch „Tod durch China: Wie Amerika seine industrielle Basis verlor“, das die Grundlage für einen Dokumentarfilm lieferte, wirft er der Volksrepublik beispielsweise den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Innenminister: Ryan Zinke
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Der Kongressabgeordnete war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Das Ministerium verwaltet rund ein Fünftel der öffentliche Flächen des Landes, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz. Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

Rex Tillerson (l.) - Außenminister
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Der Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das ist aus dem Umfeld von Donald Trump zu hören. Der 64-Jährige hat gute Beziehungen zu Russland, das Bild zeigt Tillerson im Jahr 2012 bei einem Aufeinandertreffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, geht fest davon aus, dass sich im kommenden Jahr entscheidet, ob in der Welt weiter auf Öffnung der Märkte gesetzt werde oder Abschottung dominiere. „Die USA, China, Russland stehen für einen Wechsel im Regime der Globalisierung, der die Früchte des Freihandels bedrohen kann“, sagte Hüther dem Handelsblatt. In Europa würden zudem die Wahlen in Frankreich, Italien und Deutschland darüber entscheiden, ob die Integration auf dem Kontinent weiter an Bedeutung gewinne oder man zurückfalle in nationale Egoismen.

Wirtschaftspolitisch liegt die Herausforderung aus Hüthers Sicht daher auch darin, angesichts der hohen politischen Verunsicherung weltweit und der strukturellen Anpassungen in der Euro-Zone sowie in den Schwellenländern Vertrauen zu schaffen. Dies gelinge etwa „durch Handlungsfähigkeit bei den zentralen Sicherheitsfragen, eine Normalisierung der Geldpolitik und eine Stabilisierung der Bankensysteme“, so der IW-Chef. „Sonst bleibt es bei der mittelmäßigen Entwicklung mit unbefriedigender Investitionsneigung.“

Der Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, glaubt denn auch, dass die entscheidende wirtschaftspolitische Herausforderung  im kommenden Jahr darin liege,  Deutschland in einen Investitionsmodus zu bringen. „Trotz konjunktureller  Aufwärtstendenz sind die Investitionen  vor allem im öffentlichen Bereich nach wie vor schwach“, sagte Horn dem Handelsblatt. „Dies bremst  bereits den  Produktivitätszuwachs und damit  den Zuwachs an Wohlstand.“

Horn plädiert daher für eine langjährig angelegte Investitionsoffensive der öffentlichen Hand. Dadurch würden nicht nur  die privaten Investitionen  stimuliert, sondern auch die  Dynamik der deutschen  Wirtschaft vor  dem Hintergrund globaler Labilität gestärkt. Denn, so Horn: „Brexit und Trumpismus verheißen weltwirtschaftlich nichts Gutes für  2017.“ Deutschland und Europa müssten sich daher schützen – am besten mit höheren Investitionen.

Reformen in der Euro-Zone unumgänglich

Welche EU-Staaten Großbritannien folgen könnten
Frankreich
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Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, fordert seit langem ein Referendum über den von ihr gewünschten Austritt Frankreichs aus der EU. Allerdings gibt es eine klare Hürde in der Verfassung: Es liegt allein in der Entscheidung des Staatspräsidenten, eine direkte Volksbefragung anzusetzen.

Niederlande
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Eine Mehrheit der Niederländer wäre nach Umfragen für eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft. Doch das ist nach heutiger Gesetzeslage unmöglich. Es gibt nur das Instrument eines „ratgebenden“ Referendums, Volksabstimmungen dürfen nur über noch nicht ratifizierte Verträge gehalten werden. Dennoch forderte der Chef der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit, Geert Wilders, nach dem Brexit-Referendum auch für sein Land eine Abstimmung. „Bye bye Brüssel“, jubelte er. „Und die Niederlande werden die Nächsten sein!“

Ungarn
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Ein Referendum über einen EU-Austritt ist in Ungarn nicht grundsätzlich unmöglich, derzeit aber eher unwahrscheinlich. Trotz seiner Konflikte mit Brüssel hatte der rechtspopulistische Ministerpräsident Viktor Orban zuletzt mit Anzeigen in britischen Zeitungen für einen Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU geworben. Auch die rechtsextreme Partei Jobbik hat inzwischen ihre Forderung nach einem EU-Austritt Ungarns relativiert. Der Jobbik-Vorsitzende Gabor Vona sagte, diese Frage sei momentan nicht aktuell, da sich die EU ohnehin binnen fünf bis zehn Jahren verändern werde. Ein anderer Jobbik-Politiker stellte in Aussicht, sich für eine Neuverhandlung des EU-Beitrittsvertrags einzusetzen und für dieses Begehren eventuell in einem Referendum Unterstützung zu suchen.

Österreich
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Die rechte FPÖ will die weitere Entwicklung genau beobachten, bevor sie sich für ein EU-Referendum auch in Österreich einsetzt. „Die Union muss sehr rasch reagieren. Wenn nicht innerhalb eines Jahres die notwendigen Weichenstellungen gesetzt werden, dann ist das Projekt stark geschädigt“, sagte FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Es gab erst zwei Volksabstimmungen in Österreich – zur Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf und zum EU-Beitritt. Das Ergebnis ist bindend. Die Initiative dazu muss vom Parlament ausgehen. Es genügt ein Drittel der Stimmen. 33 Prozent ist auch das Ziel der FPÖ bei der nächsten, für 2018 geplanten Wahl.

Polen
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Während die nationalkonservative Warschauer Regierung betont, sie werde keinesfalls dem Vorbild in Großbritannien folgen, haben verschiedene rechtspopulistische und nationalistische Gruppen einen „Pol-Exit“ verlangt. So ist der rechtsnationale Europaabgeordnete Janusz Korwin-Mikke von der Partei Korwin seit langem der Meinung, die EU müsse aufgelöst werden. Den Einzug ins Warschauer Parlament verfehlte er allerdings im vergangenen Jahr. Angesichts der hohen Zustimmung, die die EU-Zugehörigkeit in Polen seit Jahren genießt, dürfte ein Referendum ohnehin zum Scheitern verurteilt sein. Ein landesweites Referendum kann in Polen unter anderem dann durchgesetzt werden, wenn die Antragsteller 500.000 Unterschriften sammeln.

Italien
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Ein Referendum über einen „Ital-Exit“ ist rechtlich quasi unmöglich. Denn die Verfassung verbietet solche Abstimmungen mit internationalem Bezug. Gleichwohl haben Rechtspopulisten wie Matteo Salvini von der Lega Nord das Thema für sich entdeckt. Er fährt zweigleisig: Einerseits will er Unterschriften für eine Gesetzesänderung sammeln, um den Italienern Abstimmungen dieser Art zu ermöglichen. Das ist bei den Mehrheitsverhältnissen in Italien aber schwierig. Außerdem hat er das von Regierungschef Matteo Renzi für den Herbst angekündigte Verfassungsreferendum im Blick, das über dessen politische Zukunft entscheiden dürfte. Salvini spricht schon von einem „Renxit“, einem Ende der Ära Renzi, das dort zur Wahl stehe.

Dänemark
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Die Rechtspopulisten fordern eine Volksabstimmung zur EU auch in Dänemark. Allerdings will die Dansk Folkeparti erst abwarten, wie der Brexit verläuft. „Wir müssen den präzisen Inhalt des Abkommens kennen. Deshalb können wir nicht sofort eine Abstimmung bekommen. Aber ich finde, wir sollten darauf hinarbeiten“, sagt DF-Chef Kristian Thulesen Dahl. Sieben von neun Parteien im dänischen Parlament sind allerdings gegen einen „Denxit“, darunter die Regierungspartei Venstre. Zu einem Referendum kommt es nur, wenn eine größere Gruppe im Parlament eine solche Abstimmung unterstützt.

Doch was, wenn dieses Ziel durch andere innereuropäische Konflikte erst gar nicht in Reichweite kommt? Etwa dann, wenn die aktuelle Krise der Europäischen Union weiter schwelt, obwohl sie doch, wie der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, betont, überwunden werden müsse. Zu den zentralen Herausforderungen zählt er auch den anstehenden Brexit sowie die Divergenzen mit den osteuropäischen Mitgliedstaaten.

„Bei den Brexit-Verhandlungen sollten beide Seiten aufhören, den Ton zu verschärfen und sich darauf konzentrieren, das Vereinigte Königreich auch nach dem Austritt politisch und wirtschaftlich möglichst eng an die verbleibende EU zu binden“, sagte Fuest dem Handelsblatt.  Die osteuropäischen Staaten müssten sich indes an Regeln zu Rechtstaatlichkeit und Demokratie halten, die in der EU gelten. „Gleichzeitig“, so Fuest, „sollte die EU den Dialog suchen und die Anliegen der osteuropäischen Staaten ernst nehmen.“ 

Für unumgänglich hält Fuest eine Reform der gemeinsamen Währungsunion. „In der Euro-Zone muss es zu einer grundlegenden Überarbeitung der fiskalpolitischen Koordination mit dem Ziel stärkerer fiskalischer Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten kommen“, sagte der Ifo-Chef. Außerdem müsse die Sanierung des Bankensystems vorangetrieben werden. „Die europäischen Banken brauchen deutlich mehr Eigenkapital und deutlich  weniger Investitionen in Staatsanleihen“, betonte der Ökonom. Außerdem müsse es Fortschritte beim Abbau der notleidenden Kredite in den Bankbilanzen geben. Auch die Verteilung von Investitionsmitteln innerhalb der Europäischen Union hält Fuest für überholungsbedürftig. „Der EU-Haushalt muss umstrukturiert und auf Ausgaben konzentriert werden, bei denen europäisches Handeln tatsächlich einen Mehrwert erzeugt.“

Der als Krisenökonom bekannte Wormser Wirtschaftsprofessor Max Otte sieht indes eine Bringschuld des Westens, um überhaupt den Blick nach vorn richten zu können. Für ihn ist daher eine zentrale Herausforderung für 2017 die „De-Eskalation“ der vom Westen mitverursachten globalen Spannungen. „Während die Wahl Donald Trumps Anlass zur Hoffnung für Europa und den Nahen Osten gibt, könnten die Spannungen in Asien noch zunehmen“, sagte Otte dem Handelsblatt. „Die Welt ist in einer instabilen geostrategischen Lage.“ Für Deutschland und Europa müsse daher oberstes Ziel sein, „die eigenen Staaten und Gemeinwesen zu schützen und die Handlungsfähigkeit eines demokratischen und föderalen Europas wiederherzustellen“.

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15 Kommentare zu "Ausblick auf 2017: Was Ökonomen in Alarmstimmung versetzt"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Es kann gar keinen Zweifel daran geben, dass freie internationale und -kulturelle Zusammenarbeit und freier Handel der Schlüssel für globalen Fortschritt und Wohlstand sind (global heißt: überall).

    Wäre schön, wenn Politiker aller Couleur beides nicht ständig aus eigennützigen Motiven stören würden.

  • @Herr Mark Hoffmann29.12.2016, 09:36 Uhr

    "Ihr Medien Politiker sollt lieber erst mal auf die EU-Deutsche Volkswirtschaft schauen, bevor ihr euch über Trump auslässt."
    Natürlich gehören die deutschen Ökonomen auch dazu.

    Hierzu passt ein Satz aus einem anderen Blog in dem ein Kommentator schrieb: “Es ist nun mal die Eigenart der Deutschen, die nur dann nicht auf die Anderen zeigen, wenn sie in Socken und bei 25 Grad minus im Schnee stehen müssen“.

  • Ja, die Ökonomen.

    Es gibt genug Facharbeiter in Europa. Diese Ökonomen preisen doch immer Europa, es gibt über 20 Millionen arbeitslose Jugendliche und junge Menschen in den Südländern, viele hoch qualifiziert.

    Man müsste halt mal in Spanien, Griechenland oder Italien eine Niederlassung aufmachen, dann hätte man keinen Fachkräftemangel mehr. Die Löhne dort dürften derzeit auch nicht auf Rekordhöhe sein, also eher machbar als Millionen von Unqualifizierten anzulernen.
    Das stärkt gleichzeitig die anderen Länder und wir müssten vielleicht nicht dauernd alles retten.
    Arbeitskräfte sind genug vorhanden.
    Durch weitere Automatisierung und Digitalisierung werden in den nächsten Jahrzehnten viele Arbeitsplätze verloren gehen. Wenn wir schon auf Europa bauen, dann hier die Arbeit besser verteilen, dann brauchen wir keine extreme Zuwanderung.

    Die Rente gehört reformiert, entweder Anpassung Pensionen ans Rentenniveau von 46% der Lebensleistung oder umgekehrt, Rente rauf, bezahlt aus Steuermitteln. Und alle zahlen ein, auch die Abgeordneten, Keine Extrawürste mehr.

    Globalisierung kann eigentlich nur im Sinne der Menschen funktionieren, wenn überall die gleichen Bedingungen herrschen würden, das tut es aber nicht. So profitieren nur Konzerne und Superreiche.
    Wozu eigentlich? Ins Grab kann man das alles doch nicht mitnehmen.
    Naja die menschliche Gier und Dummheit ist grenzenlos.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.
     

  • Zudem:

    Kein Politiker konnte uns bisher erklären, wie das bankrotte Griechenland das Geld jemals zurückzahlen kann, wenn nicht einmal Deutschland - als Exportweltmeister mit Rekordsteuereinnahmen im Zuge einer Niedrigzinsphase - es schafft, seine Schulden zu bezahlen. Es ist an der Zeit aufzuhören, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.

    Die Bürger in der Peripherie ahnen, dass ihre Länder möglicherweise bald aus dem Euro austreten werden. Um sich gegen kommende Abwertungen ihrer neuen Währung zu schützen, verschieben sie ihr Geld, möglichst zu einer Bank in Deutschland. Das machen nicht nur private Sparer, sondern auch Unternehmen. Das Kapital fließt von der Peripherie ins Zentrum. Also gibt es zu viel Kapital in Deutschland, weshalb es dort auch auf Spargelder und Anleihen kaum noch Zinsen gibt. In der Peripherie fehlt dagegen Kapital, weil die Banken laufend Einlagen verlieren. Die Banken in der Peripherie können weniger Kredite vergeben und auch nur noch beschränkt eigene Staatspapiere kaufen, selbst dann, wenn ihnen die EZB viel Geld gibt.

  • „Der schärfere Wettbewerb um geeignetes Personal führe auch zu größer werdenden Sorgen über die Entwicklung der Arbeitskosten. 39 Prozent der Betriebe sähen darin inzwischen eines der Hauptrisiken ihrer Geschäftstätigkeit; vor einem Jahr seien es nur 37 Prozent gewesen.“

    Jetzt jammern sie wieder, die Unternehmer und Unternehmen!
    Durch die demografische Entwicklung kommt dieses Billigheimer-Modell an seine Grenzen, da zur Stellenneubesetzung immer weniger gut qualifiziertes Personal zur Verfügung steht und auch mit arabischer und afrikanischer Zuwanderung von zwar jungen, aber größtenteils Unqualifizierten, nicht zu lösen sein ist.
    Billiglöhner gibt es heute schon genug, ebenso eine stille erwerbslose Reserve in Mio.-Höhe.
    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, für welchen qualifizierte Arbeitskraft eingekauft werden muss.
    Darüber sollten sich auch die Arbeitnehmer bewusst sein, niemand sollte sich heute mehr unter Wert verkaufen!
    Ist eine Qualifikation rar, verteuert sich nunmal der Preis, um diese einzukaufen.
    Das Billigheimer Globalisierungs-Geschäftsmodell, welches seit Jahren auf dem Rücken und zum Schaden der Arbeitnehmer ausgetragen wird, stösst an seine Grenzen.
    Die exportorientierten Großkonzerne weisen jedes Jahr in ihren Bilanzen neue Rekordumsätze und Rekordgewinne aus, während auf der Arbeitnehmerseite seit Jahren eingespart, wegrationalisiert, ausgelagert und Löhne und Gehälter gekürzt wurden. Diese Entwicklung hat sich erst seit kurzer Zeit etwas entspannt, was wiederrum der Eurorettung geschuldet ist. Nur wenn hier in D weiterhin die Löhne steigen, gibt es überhaupt noch eine Chance, den Euro, die Pleitebanken, die überschuldeten Staaten und damit die daran hängende Wirtschaft, weiterhin unter jetzigen Bedingungen eine zeitlang länger am Leben zu erhalten.
    Man kauft sich Zeit. Mehr Infos zum Sachverhalt gibt es hier, lesenwert: https://www.cashkurs.com/kategorie/aktienwelt/beitrag/2017-make-it-or-break-it-ende-des-euros-und-der-aera-merkel/

  • Also ich denke, es ist doch gut und nutzbringend, zuallererst einmal an die eigenen Staatsbürger und das eigene Land zu denken. Das hat nichts mit egoistischem Verhalten zu tun. Es ist wie im Privatleben, erst wenn ich meine Dinge geregelt habe, egal ob bei den Finanzen, im Berul und im Privatleben, erst dann kann ich mich auch darum kümmern, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
    Man sieht es doch seit Jahren am Euro, welcher mittlerweile zur dauerhaften Weichwährung abgewertet wurde.Zudem wurden in den letzten Jahren immer mehr tarifvertraglich gesicherte gutgezahlte Arbeitsplätze abgebaut, ausgelagert oder in befristete schlechter bezahlte Leiharbeit umgewandelt. Zudem haben die Gewerkschaften dabei auf ganzer Linie versagt, da sie beim Um- und Abbau mitgespielt und zugestimmt haben, um ihre eigenen Pfründe zu absichern.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Was mich in Alarmstimmung versetzt, ist die Art und Weise, wie sich internationale Konzerne aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, in dem sie Steuern so weit als möglich vermeiden und unter Abbau von Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerstandards ihre Absatz- und Produktionsmärkte optimieren. Wers noch nicht gemerekt hat: die Globalisierung läuft etwas einseitig und sollte neu ausgehandelt werden, ansonsten könnte man am Ende noch den Eindruck erhalten, es wäre eine Art Krieg reich gegen Arm in Gange.

  • ...
    die sich angemessene Beiträge zur sozialen Gerechtigkeit locker leisten können - und manche von ihnen auch gerne leisten wollen! Genaugenommen ist die Ungleichheit das Ergebnis einer "immerwährenden Umverteilung", wie sie in unseren Steuer- und Abgabensystemen seit Jahrzehnten verankert ist! Warum eigentlich?
    3. Die vom Bundesverfassungsgericht bei der Erbschaftsteuer vorgegebene verfassungskonforme Wegweisung (Eigentum verpflichtet) konsequent umsetzen. Der von einigen Experten mittlerweile vorgelegte Vorschlag einer Erbschaftssteuer-Flatrate zeigt durchaus in eine wegweisende Richtung. Allerdings halte ich eine Flatrate von bisher diskutierten 8-15% für lachhaft. 30-50% bei einer entsprechend hohen Freigrenze (1 Mio EUR) wäre ein Meilenstein in vielerlei Hinsicht! Aber die Politik, einschließlich der wankelmütigen Grünen, hat sich mal wieder auf einen faulen Kompromiß zu Lasten der sozialen Gerechtigkeit geeinigt! Die Familienunternehmer können die Sektkorken knallen lassen!
    4. Die Medien kritisieren bzw. meiden, wenn sie, wie meist, die Parolen der Leugner der Ungleichheit verstärken!
    5. Abschied nehmen von der noch üblichen, aber längst überholten Einteilung in Reiche (ab rd. 40 TEUR p.a.) und Sehr Reiche (ab rd. 60 TEUR p.a.), die bei allen Überlegungen zu einer Verteilungsänderung Ängste bei den Falschen auslöst. Handlungsbedarf ist hier nur bei den Super-Reichen, die aber in den üblichen Statistiken gar nicht getrennt ausgewiesen werden.
    6. Nur die wählen, die soziale Gerechtigkeit können und wollen!
    Und: die nächsten Wahlen stehen vor der Türe!
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4
    Was sagt der Bundestag?
    http://youtu.be/QGOx8I0COYg
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS: Mittlerweile haben die Ungleichheits-Lügner erkannt, dass ihre Lügen zunehmend nicht mehr geglaubt werden. Daher zünden sie eine neue Nebelbombe: "Ungleichheit ist nicht notwendigerweise auch ungerecht".

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