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Auslandsgeheimdienst Russisches Agentenpaar soll in Deutschland spioniert haben

Deutsche Sicherheitsbehörden haben ein mutmaßliches russisches Spionagepaar verhaftet. Das Paar soll 20 Jahre illegal in Deutschland gelebt und für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet haben.
22.10.2011 Update: 22.10.2011 - 14:33 Uhr Kommentieren
Der Bundesgerichtshof erließ Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit. Quelle: dpa

Der Bundesgerichtshof erließ Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit.

(Foto: dpa)

Berlin Die deutschen Sicherheitsbehörden haben Medienberichten zufolge ein mutmaßliches russisches Agentenpaar festgenommen, das seit mehr als 20 Jahren aktiv gewesen sein soll. Die Eheleute stünden im Verdacht, für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben, berichtet der „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe. Es sei der erste derartige Fall seit der Wiedervereinigung.

Das Paar sei 1990 mit falscher Identität über Mexiko nach Deutschland eingereist, schreibt der „Focus“. Mit einem Kurzwellensender hätten die beiden jahrelang verschlüsselte Nachrichten an Moskau abgesetzt.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte, dass am Dienstag „zwei Personen“ wegen des dringenden Tatverdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit festgenommen worden seien. Sie seien dringend verdächtig, seit längerer Zeit in Deutschland für einen ausländischen Nachrichtendienst tätig gewesen zu sein.

Den Berichten zufolge überraschten die Ermittler die Ehefrau in ihrem Zuhause im hessischen Marburg dabei, wie sie vor einem Funkempfänger verschlüsselten Agentenfunk gehört habe. Den Ehemann, einen Maschinenbauer, habe die Polizei an seinem Arbeitsplatz bei einem Autozulieferer in Balingen (Baden-Württemberg) aufgegriffen. Dort habe er unter anderem Betriebsgeheimnisse ausgespäht.

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    Die beiden Verdächtigen sollen österreichische Pässe gehabt haben, die südamerikanische Länder als Geburtsort ausweisen. Recherchen der deutschen Sicherheitsbehörden in Südamerika hätten allerdings ergeben, dass diese Angaben nicht stimmten. Beide Verdächtige bestreiten laut „Spiegel“ die Vorwürfe.

    Laut „Focus“ brachte die Ermittler ein Geheimdienst-Hinweis aus den USA auf die Spur der Verdächtigen. Die beiden pflegten offenbar intensiven Kontakt mit der 2010 in den USA aufgeflogenen russischen Agentin Anna Chapman. Regelmäßig sei ein Kurzwellenkanal belegt gewesen, den Chapman und das Duo nutzten, heißt es.

    Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurde das mutmaßliche Agentenpaar am Mittwoch einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehle erlassen und Untersuchungshaft angeordnet habe. Mit weiteren Ermittlungen sei das Bundeskriminalamt beauftragt. Weitergehende Auskünfte könnten derzeit nicht erteilt werden. Vom BKA gebe es in dieser Sache keine Auskünfte, sagte eine Sprecherin am Samstag.

    Der russische Auslandsgeheimdienst SWR wollte sich ebenfalls nicht zu dem Fall äußern. „Wir geben dazu keinen Kommentar ab“, sagte SWR-Sprecher Sergej Iwanow am Samstag der Agentur Interfax in Moskau.

    • dpa
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