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Ausschreitungen in Sachsen Unternehmen erheben ihre Stimme gegen den braunen Mob

Die Wirtschaft merkt allmählich, wie breit rechtsradikales Gedankengut in Teilen der ostdeutschen Bevölkerung verwurzelt ist. Nun werden Unternehmen aktiv.
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Chemnitz-Ausschreitungen: Wirtschaft macht mobil gegen braunen Mob Quelle: dpa
Chemnitz

Polizisten stehen in der Innenstadt bei einer Kundgebung der rechten Szene, um ein Aufeinanderprallen von rechten und linken Gruppen zu verhindern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Geschäftsführerin macht sich Sorgen – mal nicht um die Zukunft ihrer filigranen Branche, sondern um die Robustheit der Republik an sich. Einerseits ist Judith Borowskis Lebensmittelpunkt Berlin-Kreuzberg, wo selbst die ohnehin bunte Hauptstadt am buntesten ist. Andererseits schlägt das Herz ihres Unternehmens im tiefsten Sachsen, wo derzeit vor allem der rechtsradikale Mob für Furore sorgt.

Borowski ist Miteigentümerin und Co-Chefin der in Glashütte beheimateten Uhrenmarke Nomos – und entsetzt von den aktuellen Jagdszenen in Chemnitz: „Generell wünsche ich mir mehr Haltung und Beitrag aus der Wirtschaft bei dem Thema. Das wird jetzt zu einer echten Bürgerpflicht, und da muss ich noch nicht mal ökonomisch oder betriebswirtschaftlich argumentieren.“

Kann man aber durchaus auch: „Die Ereignisse in Chemnitz sind aus Sicht der deutschen Wirtschaft inakzeptabel. Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Selbstjustiz schaden nicht zuletzt auch dem Ansehen des Wirtschaftsstandorts Deutschland“, mahnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer gegenüber dem Handelsblatt. Deutsche Unternehmen seien schließlich „auf der ganzen Welt aktiv und deshalb auf offene Märkte, stabile Handelsbeziehungen und gleichsam darauf angewiesen, in anderen Ländern der Welt willkommen zu sein“.

In Chemnitz war am Sonntag ein 35 Jahre alter Deutscher getötet worden. Nachdem ein Syrer und ein Iraker als Tatverdächtige in Haft genommen wurden, instrumentalisierten Rechtsextreme die Tat und zogen mehrfach durch die Innenstadt – darunter waren auch gewaltbereite Neonazis und Hooligans. Es kam zu Angriffen auf Ausländer.

„Dieses negative Bild steht in völligem Widerspruch zu unserem wirtschaftlich prosperierenden Standort“, erklärt Cornelia Zanger, Professorin an der Technischen Universität Chemnitz und Leiterin des Gründernetzwerks Saxeed. Es sei ein großer Imageschaden sowohl für die Universität als auch den Gründerstandort Chemnitz entstanden.

Die Negativschlagzeilen würden Fremdkapitalgeber, Investoren und Kunden beeinflussen, die aus ganz Deutschland und dem Ausland kommen, und sich bisher kein eigenes Bild über die Region machen konnten. „Wir müssen Vertrauen aufbauen und deutlich machen, dass rechte Chaoten nicht für Chemnitz stehen“, so Zanger.

Autobauer Porsche, der in Leipzig knapp 4000 Mitarbeiter hat, will Sachsen nicht unter Generalverdacht stellen. Sprecher Christian Weiss sagt aber auch: Personen aus mehr als 60 Ländern seien bei Porsche angestellt, und dies sei stets von Erfolg gekrönt gewesen. „Wir haben gezeigt, dass Integration möglich ist und die kulturelle Vielfalt stärkt.“

Rechtsradikale Ausschreitungen wie in Chemnitz, die vor allem im Westen bislang eher achselzuckend zur Kenntnis genommen wurden, setzen indes nun neue Empörung frei: Man verurteile die Ereignisse „auf das Schärfste“, sagte der Vorstandssprecher des Vereins Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen, Andreas von Bismarck.

„Nicht nur Sachsen, ganz Deutschland, steht vor dem Problem des Fachkräftemangels und muss im Wettbewerb mit anderen Ländern um ausländische Arbeitskräfte mithalten können“, warnt Reinhard von Eben-Worlée, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“: „Fachkräfte kommen nur, wenn ein Klima der Weltoffenheit herrscht. Gleiches gilt für Unternehmen.“

An mangelnden wirtschaftlichen Perspektiven kann es indes nicht liegen, dass es gerade in Sachsen zu solchen Exzessen gekommen ist. Der Freistaat im Südosten ist das wirtschaftlich stärkste der neuen Bundesländer – weil sich dort immer schon die Industrie konzentrierte. „Die Wirtschaftslage in Sachsen ist weiterhin gut – jedenfalls in den größeren Städten“, sagt Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut Dresden.

Chemnitz ist die drittgrößte Stadt Sachsens hinter Leipzig und Dresden, zuletzt meldete die IHK Chemnitz, dass 65 Prozent der Betriebe dort ihre Lage ausnehmend gut einschätzten. „Für die Ereignisse in Chemnitz bietet die Wirtschaftslage keinerlei Erklärung“, sagt Ragnitz.

Schlechter sehe es aber in den ländlichen Regionen aus, so der Ökonom. Fast überall im Osten gibt es Einwohnerschwund. Das beklagte zuletzt im Juni auch Christian Hirte (CDU), der Ostbeauftragte der Bundesregierung. Es werde inzwischen schwierig, ausreichend Fachkräfte für Betriebe in entlegenen Gebieten zu finden.

Hirte fürchtet, dass auch deshalb die Wachstumsraten zwischen West- und Ostdeutschland weiter auseinanderklaffen werden. Aber was sich in der Folge in den Köpfen der Bürger zwischen Stralsund und Plauen verändert hat, wollte auch in Berlin lange niemand wahrhaben.

Dabei hätte man den Zeitgeist früh erspüren können, etwa in der Uhren-Metropole Glashütte, das schon bei der letzten Bundestagswahl verhaltensauffällig wurde. Der Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ging als Direktmandat an Frauke Petry – mit 37,4 Prozent aller Stimmen.

Auch im Städtchen selbst wählte mehr als jeder Dritte AfD – trotz wirtschaftlichen Aufschwungs, kaum vorhandener Arbeitslosigkeit und durchaus ordentlicher Gewerbesteuereinnahmen. Auch im Rest von Sachsen lag die Partei mit 27 Prozent der Zweitstimmen weit vorn. CDU-Ministerpräsident Stanislaw Tillich trat daraufhin zurück.

„Nicht erst seit den Geschehnissen in Chemnitz richtet sich der Fokus wieder auf das rechtsextreme Spektrum in Sachsen. Im nächsten Jahr sind hier Landtagswahlen, und dann droht die AfD ja bereits damit, im Freistaat die Macht zu übernehmen“, warnt Nomos-Geschäftsführerin Borowski.

Ihr bitteres Fazit nach den Ausschreitungen: „Sachsen ist stark braun gesprenkelt. Das sind eben nicht nur ein paar Ewiggestrige und Neonazis. Die Fremdenfeindlichkeit, der Hass auf die etablierte Politik, die Enttäuschung über die Demokratie – das alles findet hier mittlerweile einen breiten Konsens.“

Borowski steuert ihr Designteam, das die Uhren der Marke entwirft, von Berlin aus, ist aber regelmäßig in der Produktion in Glashütte: „Mir wurde ganz schlecht, als ich jüngst im Fernsehen eine Straßenumfrage sah: Rechtsaußenpositionen sind Standard geworden. Eine gefährliche Normalität.“ Ihre einzige Hoffnung: „Immerhin hat die Bundesregierung das offenbar nun verstanden und Sachsen ihre Unterstützung angeboten.“

Unternehmen wünschen sich Willkommenskultur

Da allerdings scheint noch viel zu tun zu sein. „Wir bei Nomos Glashütte schulen gemeinsam mit dem Verein Open Saxony seit Frühjahr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erzählt sie. „Da geht’s um Faktenchecks der Afd-Polemik, um Argumentationshilfen gegen rechts, aber auch darum, die Codes der Szene zu erkennen oder Antworten zu finden auf die Frage: Wie gehe ich etwa mit rassistischen Äußerungen in meinem Team um?“, so Borowski. „Wir wollen unseren Kolleginnen und Kollegen das Rückgrat stärken. Das wird von unserer Belegschaft gut angenommen, auch wenn ich natürlich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen kann, dass nicht auch der eine oder die andere aus unserem Haus schon AfD gewählt hat.“

In Glashütte ist mittlerweile wieder ein rundes Dutzend Uhrenmarken ansässig – teils unabhängige wie Nomos, Tutima oder Wempe. Teils agieren die Firmen unter dem Dach großer internationaler Konzerne wie Glashütte Original unter Swatch-Führung oder A. Lange und Söhne bei Richemont. Sie alle wissen, wie gefährlich es werden kann, wenn ihre globalen Kunden plötzlich den Eindruck gewinnen, dass das „Made in Germany“ auf ihren kostbaren Uhren bedeutet: „von Nazis montiert“.

Solche Befürchtungen kamen bei Nomos schon an. Borowski ist jedenfalls alarmiert: „Ich verstehe zwar nicht, dass ausgerechnet in Ostdeutschland die noch junge Demokratie so wenig beschützt und gefördert wird. Aber es gibt schon auch ein Versäumnis der Eliten und politischen Klasse im alten Westen, sich mit dem leider stark anwachsenden Rechtsradikalismus auseinanderzusetzen. Die Ostdeutschen, auch das muss man verstehen, sind nach all den Revolutionen veränderungssatt.“

Und nicht nur das: „Im Westen, wo es immerhin noch eine klare Haltung des Bürgertums gibt, ist etwa die AfD erfreulicherweise noch immer nicht salonfähig. Im Osten hingegen wagen viele gar nicht mehr, gegen diese Partei oder Pegida-Aufmärsche zu opponieren“, mahnt die Unternehmerin. „Die Schere öffnet sich, auch in dieser Hinsicht, immer weiter.“

Miro Jennerjahn, Vorsitzender des Vereins Open Saxony, weiß aus vielen Gesprächen, dass vor allem große Unternehmen von Pegida und Co. betroffen sind: „Bei den Unternehmen ist das Problembewusstsein zuletzt gewachsen. Firmen, die weltweit aktiv sind, werden auch weltweit darauf angesprochen. Das ist natürlich geschäftshemmend.“

Laut aktuellem Fachkräfte-Monitoring würden sich viele Unternehmen eine ehrlich gemeinte Willkommenskultur wünschen. „Wir können den Flüchtlingen nicht sagen, dass wir sie als Arbeitskräfte haben wollen, dann aber nicht als Menschen“, so Jennerjahn. Familienunternehmer-Präsident von Eben-Worlée mahnt: „Wichtig ist, dass die Politik Grundsätze unseres Rechtsstaates wirklich durchsetzt. Sie muss gleichzeitig die Sorgen der Menschen ernst nehmen und sie besser abholen. Die Strategie der Politik sollte darin bestehen, die Probleme an den Wurzeln zu packen. Aktionistisches Geldverteilen, wie mit dem neuesten Rentenpaket, ist nicht zielführend. Gelingt ihr das nicht, wird der Riss in der Gesellschaft noch tiefer.“

Und Nomos-Chefin Borowski wünscht sich als „Folge von Chemnitz, dass wir all jene, die sich ausgegrenzt fühlen, wieder stärker einbeziehen“. Das gelte für die türkischen Jugendlichen in Berlin-Kreuzberg genauso wie für den Arbeitslosen in Chemnitz. „Auch das wird die Zukunft der Wirtschaft unseres Landes mitbestimmen.“

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9 Kommentare zu "Ausschreitungen in Sachsen: Unternehmen erheben ihre Stimme gegen den braunen Mob"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Ereignisse in Chemnitz sind aus Sicht der deutschen Wirtschaft inakzeptabel.

    Wenn dies auch für die Ermordung des Deuteschen und die drei schwerverletzten Deutschen gilt, dann kann man nur zustimmen.

    Aber auf die wird noch nichteinmal im Nebensatz abgehoben. Es wird Ursache und Wirkung verdreht.

    Ich erwarte dass gegen den Flüchtlingsmobb der drei deutsche schwer verletzt und einen ermordet hat, genauso spektakulär medial aber auch juristisch vorgegangen wird.

    Wer sein Wort nicht gegen die LINKE ehemals SED oder Mauermörderpartei erhebt, sollte bei der AfD doch tunlichst schweigen.

  • Das deutsche Asylrecht ist gedacht für Einzelfälle politischer Verfolgung und nicht für den Einfall ganzer Landstriche.

    Wenn Merkels Gäste Straftaten begehen und damit unsere Justiz und Gesellschaft bereits massiv gestört haben und diesen Leuten wenig bis nichts geschieht, stattdessen die Kritiker als Fremdenfeindlich stigmatisiert werden, braucht man sich über einen "braunen Mob" auch nicht wundern. Überall auf der Welt würden sich Bürger das nicht lange gefallen lassen.

    Ich habe auch nie geglaubt, dass Menschen aus Zweite- und Dritte Welt Staaten einmal meine Rente bezahlen oder dass diese Leute unsere Kultur im positiven Sinn bereichern würden.

    Integration ist eine Bringschuld und Asyl eine freiwillige Leistung.

    Das System hat nur ganz gewaltig Angst, dass ganz Deutschland bald zu Chemnitz wird.

  • Das ist so typisch für unsere Unternehmer. Sie fahren die Karre gegen die Wand und beschweren sich dann über die Wand anstelle mal die Schuld bei sich selbst zu suchen.

    Vor einigen Jahren als genügend Facharbeiter vorhanden waren dachte sich unsere Wirtschaft, hach Ausbildung da können wir Geld sparen, also mal weniger Auszubildende und das Geld lieber selbst eingesteckt.
    Jetzt wo die Alten in Rente gehen und keine Ausgebildeten Leute mehr da sind wird langsam klar was eigentlich für einen riesen Haufen Scheisse unsere Wirtschaft produziert hat.

    Aber anstelle Ihren Fehler zu korrigieren und so viel wie möglich auszubilden, vom Jugendlichen bis zum Erwachsenen der früher Übergangen wurde, werden lieber ausländische Arbeitskräfte gesucht... denn wer glaubt es es ist billiger! Das nennt man dan Integration.

    Also kurz gesagt noch mal in den geschrotteten Karren einsteigen und gleich noch mal gegen die Wand.

    Eine Wirtschaft die nicht als erstes auf Ihre eigenen Leute schaut sollte lieber einfach mal die Schnauze halten!

  • Die politische Lage in Sachsen kann ich nicht beurteilen. Aber ich kann bestätigen, dass unsere Wirtschaft von ihren internationalen Verknüpfungen lebt. Wir brauchen gute Beziehungen in alle Länder. Dort sitzen sowohl unsere Kunden als auch unsere Partner in Fertigung und Entwicklung. Wir müssen dort willkommen sein und im Gegenzug unsere Partner hier willkommen heißen, wenn sie bei uns studieren, arbeiten oder Geschäfte abschließen wollen. Das ist ein ganz wesentlicher Pfeiler unserer Wirtschaft und damit unseres Wohlstandes, der auch in Sachsen angekommen ist.
    Es gibt neben humanitären Gründen, Menschen aus fremden Ländern hier aufzunehmen, also handfeste wirtschaftliche Gründe, dies zu tun. Ein weltoffenes Klima in Deutschland ist Voraussetzung für unsere wirtschaftliche Stärke. Wenn sich bei uns ausländisch aussehende Menschen nicht sicher fühlen, werden neben den zu uns geflüchteten auch die Menschen wegbleiben, die wir aus wirtschaftlichen Gründen gerne hier sähen.
    Natürlich müssen sich alle, Ausländer wie Deutsche, an die Gesetze halten. Straffällig gewordene Ausländer müssen, so schnell es unser Rechtsstaat unter Beachtung aller Einspruchsmöglichkeiten etc. schafft, abgeschoben werden und straffällige Deutsche im Rahmen der Gesetze bestraft werden. Aber das war ja nicht Thema dieses Artikels. Bei den Themen, zu denen sich Frau Borowski geäußert hat, kann ich ihr nur zustimmen.

  • Es dürfte klar sein, das Volkes Stimme mit groben Worten und ohne akademische Formulierungen die vorherrschende Meinung kundtut. Wer glaubt, dass es in Sachsen "nur" ein Problem mit Rechtsextremen gibt, geht, bewusst (!) oder unbewusst, an den eigentlichen Problemen vorbei. Klar ist, dass sich bei einer politischen Entwicklung, wie sie sich gegenwärtig in der gesamten(!!) Bundesrepublik Deutschland abzeichnet, Elemente vom linken wie auch vom rechten Rand in Szene setzen (ja, auch vom linken Rand, das vergisst man geflissentlich im "Kampf gegen Rrrächts"; sind doch offensichtlich "Verbündete"!). Diese Randale, bei der sich Personen beider Gruppierungen austoben und ihr geistloses "Hobby" des Aufeinanderschlagens (und des Vorgehens gegen Polizei und Ordnungskräfte) pflegen, ist aber nicht das Anliegen jener Mitte, die sich, nicht nur im Osten, mit der rechtsstaats-feindlichen "Immigrations"-Politik der inzwischen äußerst arroganten deutschen Machthaber nicht nur überfordert sondern zu ihrem Schaden völlig ausgenutzt und übergangen fühlt. Frau Borowski u.a. verkennt da etwas. Wenn in Glashütte jeder dritte Bürger eine Alternative zu den gegenwärtigen an der Tete stehenden Parteien wählt, dann sind diese Leute keine Nazis, sie sind empört. Sie beschweren sich damit gegen Ungerechtigkeiten und gegen ideologische Bevormundung, die sie schon mehrfach in den vergangenen Jahren (sagen wir, von 1945 an) erlebt haben. Es ist auch ein Unwille dagegen (nicht "Angst", wie gern in den Medien hohnvoll den Ostdeutschen angedichtet), Zustände hier dulden zu müssen, wie sie in (west-)deutschen Großstädten schon gang und gäbe sind (Clanwirtschaft!!). Das wird dort auch zunehmend erkannt, wie ich selbst feststellen konnte. Also bitte, bleiben Sie mal als Blatt der Wirtschaft auf dem Teppich und leisten Sie der sächsischen Wirtschaft nicht auch noch den Bärendienst, sie schlecht zu machen, statt die positiven Entwicklungen hervorzuheben! Ich empfinde diesen Artikel als tendenziös dumm.

  • So richtig der Einsatz der Wirtschaft auch ist, ersetzt er nicht die politische Pflicht das Problem bei den Wurzeln an zu packen. Wenn, wie im aktuellen Fall, ein mehrfach vorbestrafter (abgelehnter) Asylbewerber einen unbescholtenen Bürger tötet, ist der Handlungsbedarf evident. Es ist eben leider kein Einzelfall, dass in Deutschland ausländische Gefährder und Straftäter auf Kosten der Steuerzahler leben sowie über Jahre nicht abgeschoben werden können. Versucht ein Landesminister zu handeln, ist die rote Karte der Verwaltungsgerichtsbarkeit nicht weit. Dies ist keine Rechtfertigung für Hetze und dumpfe Parolen. Es wäre aber einfacher rechtsextremen Bewegungen bürgerschaftlich zu begegnen, wenn die Bundesregierung auf offenkundige Überforderungen bei der Integration reagiert. Notfalls auch mit nationalen Maßnahmen, ewig warten die Bürger nicht auf europäische Lösungen.

  • Danke für diesen Artikel.

  • Wer will ablenken?
    Es ist schon unverschämt wie einige Medien suggerieren wollen, rechtsradikales Gedankengut sei nur in Ostdeutschland vorhanden. Dies ist eine Diskriminierung der ostdeutschen Bevölkerung.
    Die Vorkommnisse in Bayern, Nordrhein-Westfalen usw. scheint man ausgeblendet zu haben.
    Solche einseitige Berichterstattung sollte HB-online vermeiden.
    Die Nähe der Bildzeitung ist unverkennbar.
    Also bitte mehr Sorgfalt.

  • Das ist kein repräsentatives Meinungsbild für Sachsen.
    Frau Borowski kommt aus der Hamburger Journalistenschule und war lange als Journalistin bei der ARD tätig. Dann übernahm sie das Marketing für Nomos und kaufte letztendlich Geschäftsanteile, blieb aber in Berlin-Kreuzberg wohnen. Miro Jennerjahn saß fünf Jahre als Abgeordneter für B90/Grüne im Sächsischen Landtag und verlor 2014 sein Mandat an die AfD. Danach bekam er in diesem Politverein einen Versorgungsposten. So geht das.