Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Auszeichnung Alternativer Nobelpreis für Amazonas-Bischof

Alternative Nobelpreise für Initiativen gegen Armut, Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit: Neben dem in Österreich geborenen Amazonas-Bischof Erwin Kräutler werden ein Umweltschützer aus Nigeria, eine Organisation in Nepal und israelische Ärzte geehrt.
Kommentieren

HB STOCKHOLM/WIEN. Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr an einen im Regenwald des Amazonas wirkenden Bischof mit österreichischen Wurzeln. Die Stockholmer Stiftung "Right Livelihood Award" ("Preis für richtiges Leben") hat am Donnerstag den aus Vorarlberg stammenden katholischen Bischof Erwin Kräutler wegen seines Einsatzes für die indianischen Ureinwohner und den Schutz des Regenwaldes geehrt. Kräutler teilt sich den schwedischen Preis und die Dotierung von 200 000 Euro mit drei weiteren Preisträgern aus Nigeria, Nepal und Israel.

Kräutler kam 1978 in das südamerikanische Land und arbeitet, inspiriert von der Befreiungstheologie, vor allem für die Bewahrung oder Rückgewinnung von Landeigentum für Ureinwohner. Kräutler ("Dom Erwin") ist Präsident des katholischen Missionsrates für Ureinwohner in Brasilien. Über seine Motive sagte er in einem Gespräch mit der Stockholmer Stiftung: "Wenn diesen Völkern die "Mit- Welt" zerstört wird, dann sind wir im Namen des Evangeliums aufgefordert, ihr angestammtes Land zu verteidigen, und damit auch das Überleben zu sichern."

In Wien würdigte Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer Kräutlers "großes Engagement im Bereich von Menschenrechten und Umweltschutz". Bundeskanzler Werner Faymann erklärte, der Bischof habe "durch seinen beharrlichen Einsatz Menschen eine Stimme gegeben, die von der Gesellschaft nur allzu leicht überhört werden".

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 für besondere Leistungen beim Umweltschutz, dem friedlichen Abbau sozialer Ungleichheit und der Durchsetzung der Menschenrechte vergeben. Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey (52) erhält einen der diesjährigen Auszeichnungen, weil er die "menschlichen Kosten der Ölförderung in seinem Land aufzeigt". Bassey arbeitet als Chef der Umweltorganisation Friends of The Earth Nigeria gegen die rücksichtslose Plünderung von Bodenschätzen durch internationale Konzerne.

Die nepalesische Organisation Sappros und ihr Gründer Shrikrishna Upadhyay erhalten ein Viertel des mit 200 000 Euro dotierten Preises, weil sie Dorfgemeinschaften zur Selbsthilfe gegen die eigene Armut mobilisieren. Als vierter Preisträger wird die israelisch- palästinensische Organisation "Mediziner für Menschenrechte" geehrt - "für ihren unbezähmbaren Geist, mit dem sie für das Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Israel und Palästina einsteht".

Der Stifter der Alternativen Nobelpreise, der deutsch-schwedische Publizist Jakob von Uexküll, meinte über die Vergaben: "Wahrer Wandel beginnt von unten: Mediziner, die nicht auf Politiker warten, bevor sie handeln, um unnötiges Leiden im Nahen Osten zu beenden. Arme Dorf-Einwohner, die sich selbst aus der Armut helfen; und Umweltbewegungen, die es ermöglichen, dass Opfer ökologischer Zerstörung sich wehren."

Die Preise werden am 6. Dezember im schwedischen Reichstag in Stockholm überreicht.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Auszeichnung - Alternativer Nobelpreis für Amazonas-Bischof

0 Kommentare zu "Auszeichnung: Alternativer Nobelpreis für Amazonas-Bischof"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.