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Autogipfel Bis zu 6000 Euro: Kaufprämie für Elektroautos steigt

Beim Autogipfel im Kanzleramt vereinbaren Politik und Industrie höhere Kaufprämien. Bis 2022 sollen zudem 50.000 neue Ladestationen gebaut werden.
Update: 05.11.2019 - 07:07 Uhr 3 Kommentare

Kauf-Prämien für E-Autos sollen 2020 steigen

Berlin Ganze vier Stunden haben Vertreter der Bundesregierung und der Autoindustrie im Bundeskanzleramt über den Wandel der Branche diskutiert. Auch wenn die Erwartung an den Autogipfel im Vorfeld überschaubar waren, so haben die Beteiligten konkrete Schritte vereinbaren können.

Nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sollen 50.000 neue Ladestationen für Elektroautos bis zum Jahr 2022 gebaut werden. Das sei gut, da es ein Schritt vorwärts sei, sagte Weil, der auch im Aufsichtsrat von Volkswagen sitzt.

Ausreichend ist das aus seiner Sicht aber nicht: „Ich verhehle nicht, dass man die Ziele an dieser Stelle etwas höher schrauben sollte.“ In diesen Jahren sollen nämlich wesentlich mehr Elektroautos verkauft werden als bisher. Bislang sind auf Deutschlands Straßen rund 220.000 E-Autos unterwegs, die an 21.000 Ladestationen mit Strom betankt werden können. Alleine Volkswagen will im kommenden Jahr rund 100.000 E-Autos vom Typ ID.3 bauen.

Weil deutete an, dass sich die Industrie an dem Bau der neuen Ladestationen beteiligen will. Konkrete Angaben machte er dazu nicht. Über ihre Beteiligung solle die Autoindustrie selbst Auskunft geben.

Als weiteren Baustein, um den Umstieg vom Verbrenner auf E-Antriebe zu meistern, vereinbarte die Runde im Kanzleramt höhere Kaufprämien für Stromer. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro soll der Zuschuss von bisher 4000 auf 6000 Euro steigen. Davon würde beispielsweise auch der neue VW ID.3 profitieren, dessen Produktion am Montag in Zwickau gestartet ist. Für sogenannte Plug-in-Hybride soll es laut Vorlage künftig in dieser Preisklasse statt 3000 dann 4500 Euro geben.

Förderung für bis zu 700.000 E-Autos

Für Autos mit einem Listenpreis von mehr als 40.000 Euro soll der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4000 Euro. Gefördert werden soll bis zu einem Preis von 65.000 Euro pro Auto, bisher lag diese Grenze bei 60.000 Euro.

„Die Industrie wird sich wie in der Vergangenheit auch daran beteiligen“, sagte VDA-Chef Bernd Mattes nach dem Autogipfel. Er sprach von einem guten Treffen mit guten Ergebnissen. Die Kosten wollen sich Hersteller und Bund je hälftig teilen. Damit sollen rund 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeuge gefördert werden, erklärte das Kanzleramt.

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An dem Spitzentreffen haben neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Weil unter anderem die Minister für Verkehr, Wirtschaft und Umwelt sowie die Chefs von BMW, Bosch, Continental, Daimler und Volkswagen teilgenommen.

Verkehrsminister Andreas Scheuer sprach von einem guten Abend für die Mobilität und hoher Zustimmung für seinen „Masterplan Ladeinfrastruktur“, mit dem ein bundesweites Aufladenetz gesichert werden soll. „Kein Bürger braucht vor der Mobilität von morgen Angst haben“, sagte der CSU-Politiker.

In ihrem Klimaprogramm hatte die Regierung sowohl den Ausbau der Ladesäulen als auch die Erhöhung der Kaufprämien verankert – allerdings ohne konkrete Zahlen und Konzepte. Finanziert werden soll die Anhebung der Kaufprämien durch eine Neuberechnung der Kfz-Steuer, die stärker am CO2-Ausstieg ausgerichtet werden soll. Ein konkreter Gesetzesvorschlag steht hier noch aus.

Auf der Tagesordnung standen außer dem Ausbau der Ladeinfrastruktur auch die Digitalisierung des Verkehrs und die Folgen der Mobilitätswende für die Beschäftigten. Nach Einschätzung von Experten könnte jeder dritte Arbeitsplatz in den Autofabriken bedroht sein.

Nach Angaben von Ministerpräsident Weil wurde ein Zeitplan festgelegt, in dem über die notwendigen Änderungen im Arbeits- und Sozialrecht gesprochen werden soll. Damit sollten Brüche in dieser schwierigen Veränderungsphase vermieden werden.
Mit Agenturmaterial

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3 Kommentare zu "Autogipfel: Bis zu 6000 Euro: Kaufprämie für Elektroautos steigt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Klar haben sie recht! Die Produktion der Batterien ist natürlich auch ein Umweltproblem.
    Auch die Energiewende ist ein Desaster. - Alles wird mit der heißen Nadel gestrickt.
    Was das allerdings mit einer Wahl der AFD zu tun, erschließt sich mir nicht. Von denen kommen überhaupt keine Lösungsansätze - und dann die Entwickelung hin zu immer mehr Rechtsradikalität hin?

  • @ Herr Wendland,
    auch ich glaube an ein Tollhaus. Jetzt sieht man genau, wie man sich für Wahlgeschenke bei der Industrie bedankt.
    Bitte noch eine Bemerkung.
    Wenn ich richtig informiert bin, erhält Herr Weil (Ministerpräsident von Niedersachsen)
    als Aufsichtsrat bei VW mehr Geld im Jahr, denn als Ministerpräsident.
    Ein Schelm der Böses denkt.
    Die AFD freut sich schon wieder über neue Stimmen.

  • Allmählich komme ich mir vor wie in einem Tollhaus.
    Der Steuerzahler finanziert teilweise den Absatz von Privatfirmen und er baut auch noch die Tankstellen. Und es gibt auch noch Politiker wie Herrn Weil, die das ungeniert fordern.
    Anstatt den Käufern die Wahl vorhandener Antriebe zu überlassen, investiert der Staat in einen Antrieb, dessen Zustandekommen im Normalfall viele auf die Barrikaden getrieben hätte. Ich denke da an Raubbau an der Natur, Trinkwasserverschwendung u. Kinderarbeit.
    All das nimmt man aus ideologischen Gründen in Kauf und das auch noch bei einem ökologischen Fußabdruck, der solche Investitionen und Umweltsünden in keinster Weise rechtfertigt. Erinnert mich sehr stark an die vermurkste Energiewende. Klar, bei gleichen Akteuren.