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Autogipfel im Kanzleramt Bund und Autobranche einigen sich auf Masterplan zum Ladenetz-Ausbau

Masterplan für Elektro-Ladestationen: Bundesregierung und Autobranche wollen bis 2030 bis zu zehn Millionen mehr E-Autos auf die Straßen bringen.
Update: 25.06.2019 - 09:43 Uhr Kommentieren
Bundesregierung und Autobranche ziehen am gleichen Strang: mehr Ladestationen für die deutschen Straßen. Quelle: dpa
Ladenetze für E-Autos sollen ausgebaut werden

Bundesregierung und Autobranche ziehen am gleichen Strang: mehr Ladestationen für die deutschen Straßen.

(Foto: dpa)

Berlin Bundesregierung und Autobranche wollen den Ausbau des Ladenetzes für Elektrofahrzeuge in Deutschland weiter vorantreiben. Man habe sich verständigt, einen „Masterplan“ dafür zu entwickeln, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, nach einem Treffen von Branchenvertretern und den Spitzen der Koalition am späten Montagabend im Kanzleramt. Industrie, Gewerkschaften und Politik hätten „einen guten Grundstein“ für vernünftige Maßnahmen gelegt, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Der Plan solle alles Erforderliche klären, um das Netz von Ladestationen so auszubauen, dass bis 2030 sieben bis zehneinhalb Millionen E-Fahrzeuge auf der Straße sein könnten. Ladestellen seien einer der wesentlichen Punkte für die Kundenakzeptanz, sagte Mattes. Über finanzielle Zusagen und Fördermittel sei nicht gesprochen worden. Die erzielten Ergebnisse für einen Masterplan sollten bei einem nächsten Treffen erörtert werden. Dann sollten auch Beschlüsse folgen.

An dem gut dreistündigen Treffen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nahmen unter anderem VW-Chef Herbert Diess und BMW-Chef Harald Krüger teil. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) kamen dazu.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erklärte vor dem Auftakt, um den Wohlstand zu erhalten und die Klimaziele zu erfüllen, müsse Deutschland „in mehreren Disziplinen Weltmeister werden“. Dies gelte für E-Mobilität, Wasserstoffantriebe und alternative Kraftstoffe.

VDA-Präsident Mattes sagte nach dem Gespräch, mit Blick auf die Klimaschutzziele 2030 müsse man sich stark auf den „größten Hebel“ konzentrieren, „und das ist die Elektromobilität“. Langfristig müssten dann aber „weitere Alternativen hinzukommen, die für andere Anwendungen sinnvoll“ seien. Er wies Bedenken zurück, dass dies eine einseitige Fixierung auf E-Mobilität darstelle.

Bisher nur 83.000 E-Autos in Deutschland zugelassen

Der Absatz von E-Autos kommt weiter nur langsam in Gang – trotz Anreizen wie einer Kaufprämie, die gerade bis 2020 verlängert wurde. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag zum 1. Januar 2019 der Bestand an Elektro-Pkw bei 83.000, der an Hybrid-Pkws bei 341.000 Autos – bei einem Gesamtbestand von 47,1 Millionen Pkws.

Die Große Koalition hatte im März regelmäßige Spitzentreffen angekündigt, um die Autobranche mit mehr als 800.000 Beschäftigten fit für die Zukunft zu machen. Ziel einer „Konzertierten Aktion Mobilität“ soll sein, den politischen Handlungsbedarf zu bestimmen.

Hintergrund sind tief greifende Veränderungen zu neuen Antrieben etwa mit Batterien, Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen. Zugleich kommen zusehends computergesteuerte Fahrzeuge in den Blick. Dies hat alles auch Folgen für die Arbeitswelt und die Beschäftigungslage.

Mehr: Die Bundesregierung wirbt für eine Verkehrswende, geht aber selbst mit schlechtem Beispiel voran, wie das Beispiel der Bundespolizei zeigt.

  • dpa
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