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Autokonjunktur IfW-Studie: Klimaeffekte einer Abwrackprämie überschaubar

Die Autobranche fordert staatliche Hilfen, die den Absatz ankurbeln sollen. Laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft bringt das dem Klimaschutz jedoch wenig.
08.05.2020 - 04:37 Uhr Kommentieren
Laut IfW werden durch die Prämie nur wenig Treibhausgasemissionen eingespart. Quelle: imago images/PicturePoint
Markierung für E-Auto-Fahrspur

Laut IfW werden durch die Prämie nur wenig Treibhausgasemissionen eingespart.

(Foto: imago images/PicturePoint)

Berlin Die Klimaschutz-Effekte einer Abwrackprämie sind nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) „relativ wirkungslos“. „Es werden nur sehr wenige Treibhausgasemissionen eingespart, selbst wenn sich im Idealfall alle Nutzer der Prämie für ein Elektroauto entscheiden würden“, sagte IfW-Forscher Ulrich Schmidt dem Handelsblatt.

Die Autobranche verhandelt derzeit mit der Bundesregierung über Hilfen, die den Autoabsatz ankurbeln sollen. Spätestens Anfang Juni soll es eine Lösung geben. Wie diese Lösung aussehen könnte ist noch unklar.

Viele Ökonomen und Politiker sehen die Forderungen der Autokonzerne kritisch. Die Branche wirbt unter anderem mit dem Hinweis für staatliche Kaufprämien, der Verkauf effizienter Fahrzeuge diene dem Klima. Die IfW-Studie weckt Zweifel an diesem Argument.

IfW-Forscher Schmidt greift für seine Berechnungen auf Zahlen des ADAC von Oktober 2019 zurück. Demnach verursacht ein Elektroauto der Golf-Klasse beim derzeitigen Strommix Treibhausgasemissionen von 172,56 Gramm je gefahrenen Kilometer, also mehr als 17 Kilogramm je 100 Kilometer. In dieser Rechnung sind die Emissionen aus Fahrzeugherstellung und -entsorgung, der Fahrzeugnutzung sowie der Energiebereitstellung enthalten.

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    Dem neuen E-Auto stellt Schmidt in seiner Berechnung einen Benziner oder Diesel gegenüber, der bereits produziert wurde und früher oder später entsorgt werden muss. Die Emissionen für Fahrzeugherstellung und -entsorgung belasten daher in jedem Fall das Klima, egal ob das Fahrzeug abgewrackt wird oder weitergenutzt wird. Daher stellt Schmidt für das Altauto nur Fahrzeugnutzung und Energiebereitstellung in Rechnung.

    Konjunkturpolitisch sinnvoll?

    Dabei beruft er sich auf Zahlen des Umweltbundesamtes. Demnach betragen die Treibhausgasemissionen unter Berücksichtigung der Kraftstoffproduktion und -bereitstellung bei einem Benziner der Golfklasse 2,73 Kilogramm je Liter Sprit. Bei einem Diesel sind es demnach 3,08 Kilogramm je Liter. Bei einem Benziner mit sechs Litern Spritverbrauch auf 100 Kilometern ergeben sich also 16,4 Kilogramm Treibhausgasemissionen.

    „Somit wäre ein Abwrackung bei gleichzeitigem Kauf eines Elektroautos nur dann klimafreundlich, wenn das abzuwrackende Fahrzeug mehr als 6,32 Liter Benzin verbrauchen würde“, rechnet Schmidt vor. Bei einem Diesel beträgt der Wert 5,6 Liter.

    Schmidts Fazit: „Die Abwrackprämie mag aus konjunkturpolitischer Sicht sinnvoll sein, man sollte sie jedoch aufgrund der geringen Klimaschutzwirkung nicht im grünen Mäntelchen verkaufen.“

    Mehr: Was die Abwrackprämie in der Finanzkrise wirklich gebracht hat

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