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Automatisiertes Fahren Autobauer sollen für Roboter-Autos haften

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Datenschützer warnt vor „rollenden  Datentonnen“

Datenschützer sehen vor allem die Risiken, die automatisierte Fahrzeuge mit sich bringen könnten. Daher mahnte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar schon vor Wochen den Gesetzgeber zum Handeln. „Es kann  nicht sein, dass das Auto in eine rollende Datentonne verwandelt wird, die das gesamte Fahrgeschehen dokumentiert, aber keine klaren Regelungen dafür existieren, welche Daten gespeichert werden müssen, wer Zugriff auf diese Daten nehmen kann, wie diese Datenbestände gesichert sind und vor allem unter welchen Bedingungen welche Pflichten und Haftungsfolgen ausgelöst werden“, sagte Caspar damals dem Handelsblatt. „Man kann die künftigen Opfer von Unfällen doch nicht auf einen langwierigen Marsch durch Gerichtsinstanzen verweisen, um im Einzelnen zu klären, gegen wen sich die Ansprüche richten.“

Auch aus der Sicht des Fahrers sei eine „rechtssichere Klärung, wo genau die Grenze zwischen dem Status als Passagier und die eines verantwortlichen Fahrers verläuft, essentiell“, sagte Caspar weiter. „Dabei geht es vor allem darum, die Kriterien zu definieren, unter denen Maschinenbefehle individuelle rechtliche Verantwortlichkeiten auslösen.“ Dies sei eine wesentliche Frage des Schutzes von Grundrechten. „Der Rechtsstaat darf hier nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Die Verschiebung des Vorgangs Autofahren in eine Abhängigkeit von technischen Systemen brauche daher „klare“ rechtssichere Grundlagen. „Verantwortlichkeiten bereits vorab der gerichtlichen Klärung zu überlassen, vertieft die technische Abhängigkeit in eine rechtliche.“

Caspar gab überdies zu bedenken, dass mit dem autonomen Fahren eine neue Technologie eingeführt werde, die dazu führe, dass Menschen sich von maschinellen Prozessen steuern lassen. Das sei aber „nur auf den ersten Blick ein Zugewinn an Autonomie“, betonte der Datenschützer. „Tatsächlich begibt sich der Mensch in die passive Funktion des Passagiers, ohne aber nur Passagier sein zu dürfen: Ihn trifft eine rechtliche Einstandspflicht, die durch einen maschinellen Befehl ausgelöst wird.“ Dies verändere die Verantwortlichkeit des Autofahrens grundlegend.

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3 Kommentare zu "Automatisiertes Fahren: Autobauer sollen für Roboter-Autos haften"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herrn Nold ist 100%-ig zuzustimmen.

  • "Autobauer sollen für Roboter-Autos haften"

    Richtig wäre, "müssen für Roboter-Autos haften".
    Können oder wollen sie das nicht, sollen sie das Projekt "Roboter-Autos" einstellen.

    Ausserdem stellt sich diese Frage doch nur in Deutschland. In Amerika herrschen klare Verhältnisse: Würden durch ein sog. Roboter-Auto Menschen zu Schade kommen, dann gehen die Autobauer Pleite und die Arbeitnehmer werden arbeitslos.

  • Paul Getty hat die 6 wichtigsten Prinzipien des Erfolgs aufgestellt. Eine davon lautete: Man muss das Produkt oder die Dienstleistung, die man anbietet, garantieren. Genau das ist aber beim selbstfahrenden Auto, ähnlich wie damals bei der Kernkraft ein sehr großes Problem. Bei der Kernkraft liegt das Problem beim exorbitanten Schaden eines sehr unwahrscheinlichen Einzelereignisses, beim selbstfahrenden Auto hängt es an der schier unendlichen Anzahl von Möglichkeiten, die das System abfangen muss. Bei der Kernkraft haben Politiker (die alle noch nie in ihrem Leben für irgend etwas garantieren mussten) das Haftungsrisiko einfach auf den Steuerzahler übertragen. Ich hoffe, dass es beim selbstfahrenden Auto nicht genau so läuft. Das selbstfahrende Auto ist kein Uni-Projekt, das unter kontrollierten Randbedingungen irgendwie funktioniert, es ist ein Produkt dessen Funktion man millionenfach unter den unterschiedlichsten Umgebungsbedingungen und Situationen zu garantieren hat. Daher sollten die Hersteller im eigenen Interesse die selbstfahrenden Eigenschaften auf eine Anzahl beherrschbarer Situationen beschränken, z.B. LKW die im Konvoi fahren. Hier wäre der Nutzen enorm, das Risiko beherrschbar. Alles was zwischen der Autobahn und dem Einparken in eine Parklücke passiert, sollte man dem Menschen überlassen. Overengineering ist Mist. Wir sollten uns darauf konzentrieren, Autos zu produzieren, die in der Gesamtbilanz ein Minimum an Energie verbrauchen und uns nebenbei auch einen kleinen Rest an Fahrspaß gönnt.

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