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Autozulieferer Laschet attackiert Continental wegen geplanter Werksschließung

Der Reifenhersteller will sein Werk in Aachen dichtmachen. Der NRW-Ministerpräsident übt scharfe Kritik an den Plänen – und hält dabei auch die Kommunikation des Konzerns für inakzeptabel.
16.09.2020 - 13:52 Uhr 1 Kommentar
Das Vorgehen von Continental habe mit der nordrhein-westfälischen
Armin Laschet

Das Vorgehen von Continental habe mit der nordrhein-westfälischen "Unternehmenskultur und Partnerschaft nichts zu tun", sagt der Ministerpräsident.

(Foto: dpa)

Berlin Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Continental-Führung wegen der geplanten Schließung des Reifenwerks in Aachen heftig kritisiert. „Die Art und Weise, wie die Continental AG die beabsichtigte Schließung des traditionsreichen Reifenwerks in Aachen kommuniziert hat, ist für die Landesregierung inakzeptabel“, sagte Laschet dem Handelsblatt. Das Vorgehen des Konzerns habe „mit der in Nordrhein-Westfalen und Deutschland gewachsenen Unternehmenskultur und Partnerschaft nichts zu tun“.

In einer solchen Phase ohne Vorabstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen und der Landespolitik umfassende Werksschließungen und einen massiven Arbeitsplatzabbau zu verkünden, passe nicht zur Tradition des Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und Politik in Nordrhein-Westfalen, so Laschet weiter.

Bei Continental steht eines der beiden großen deutschen Reifenwerke vor dem Aus. Der Dax-Konzern plant, angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie die Produktion in Aachen – neben dem hessischen Korbach zentraler zweiter Reifenstandort im Inland – mit derzeit rund 1800 Jobs dichtzumachen. Der Aufsichtsrat müsse aber noch zustimmen. Man gehe von einem Zieldatum Ende 2021 aus, hieß es.

Laschet kündigte an, dass sich die Landesregierung dafür einsetzen werde, das Aachener Reifenwerk, das modernste Autoreifen mit hoher Profitabilität produziert, zu halten. „Wir fordern das Unternehmen auf, gemeinsam mit allen Beteiligten eine sozialverträgliche Lösung zu erarbeiten. Es liegt jetzt am Aufsichtsrat, den Ruf des Unternehmens als Partner zu retten und den angerichteten Schaden zu beheben. Für konstruktive Gespräche stehen wir dabei jederzeit zur Verfügung“, sagte Laschet.

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    Erhebliche Einschnitte

    Der Konzern aus Hannover kämpft wegen der Absatzkrise und des Strukturwandels in der Autoindustrie mit Verlusten und will noch mehr Standorte als zunächst bekannt schließen. In einigen zukunftsträchtigen Sparten wie Elektronik und Software werden neue Jobs geschaffen, bei klassischer Technik für Verbrennungsmotoren oder Hydraulik gibt es allerdings auch erhebliche Einschnitte.

    Nach jüngstem Stand ging Conti davon aus, dass der Wandel zu E-Mobilität und Digitalisierung Folgen für 30.000 der mehr als 232.000 Arbeitsplätze haben dürfte. Diese könnten „verändert, verlagert oder aufgegeben“ werden. 13.000 der fraglichen Jobs sind in Deutschland angesiedelt.

    Doch die Reifensparte des mit hohen Verlusten kämpfenden Autozulieferers ist bisher vergleichsweise profitabel. „Der Kahlschlag ist weder mit der Transformation der Autoindustrie zu begründen, noch mit der Coronakrise“, sagte Francesco Grioli, IGBCE-Vorstand und Conti-Aufseher. „Das ist schlicht Streichen um des Streichens Willen.“ Die Vizechefin der IG Metall, Christiane Benner, kündigte Widerstand an: „Wir werden nicht zulassen, dass ein Traditionskonzern kaputtgespart wird.“ Betriebsräte hatten schon beim grundsätzlichen Sparkurs vor einem „folgenschweren Konflikt“ gewarnt.

    Die von einer möglichen Werksschließung betroffenen Mitarbeiter wollen an diesem Mittwoch protestieren. Bei der Veranstaltung wird auch der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sprechen und die Forderungen der Landesregierung betonen.

    Mehr: Auch Lufthansa-Chef Spohr stellt Mitarbeiter auf weitere Einschnitte ein

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    1 Kommentar zu "Autozulieferer: Laschet attackiert Continental wegen geplanter Werksschließung "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist in der Tat immer wieder faszinierend, dass die Politik wenig faktenbezogene Entscheidungen /Vorgaben macht und wenn es - mit Ansage - dann an den Abbau von Arbeitsplätzen geht, eben aufgrund dieser unfundierten Politik der Bundesregierung und der EU, dann ist das Geschrei groß und keiner wills gewesen sein.

      Immer dasselbe Spiel und dann auch noch auf empört machen.
      Ob die Kommunikation wirklich so eingeschränkt gegenüber der Vertretung der Beschäftigten war, muss man mal prüfen und wäre in diesem Falle nicht optimal und professionell. Sollte aber bei unserem Fachkräftemangel gut zu kompensieren sein, wenn auch regionale Probleme bleiben bzw. die Flexibilität der Beschäftigten gefordert ist.
      Zu den Qualifikationen unserer führenden Politiker:innen gehören nicht das Thema Wirtschaft und die Verantwortung für die Folgen der Politik zu übernehmen. Ablenkung und das Abschieben auf andere scheinen weit verbreitet zu sein.

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