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Mehr Angebot, mehr Plätze: Die Situation bei den Mangelberufen hat sich verbessert.

(Foto: dpa)

Azubis Ausbildungsplätze in Mangelberufen seit 2011 um ein Drittel gestiegen

Die Unternehmen reagieren: Das Angebot an Lehrstellen in Mangelberufen wurde erheblich aufgestockt. Das zeigt eine IW-Studie.
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Berlin Das neue Lehrjahr hat begonnen, doch noch bis Ende des Jahres läuft die Nachvermittlung – und damit für die Arbeitgeber die Suche nach Azubis vor allem in Mangelberufen. Hier haben die Unternehmen die Zahl der Lehrstellen in den letzten Jahren kräftig ausgebaut, berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in seinem jüngsten Kurzbericht, der dem Handelsblatt vorliegt.

Dass Jugendliche oft zu fixiert sind auf einen Traumberuf verhindert mitunter, dass sie überhaupt einen Ausbildungsplatz finden. So ist der Lieblings-Lehrberuf der männlichen Schüler seit vielen Jahren der Kfz-Mechatroniker. Wer den Sprung ins Gesellenleben schafft, verdient dann nach den Daten der Bundesagentur für Arbeit im Mittel allerdings nur 2385 Euro im Monat.

Wer jedoch den eng verwandten Beruf Mechatroniker erlernt, bringt es nach bestandener Prüfung auf 3052 Euro. Die satte Differenz spiegelt auch die Knappheitsverhältnisse: Auf 10 arbeitslose KFZ-Mechatroniker kamen im vergangenen Jahr 21 gemeldete offene Stellen. Bei Mechatronikern hingegen sind es 54, schreibt IW-Autor Alexander Burstedde.

Das Beispiel wirft ein Schlaglicht auf die Ungleichgewichte in der Ausbildung. „Jugendliche müssten noch viel stärker nicht nur über die Chancen einer dualen Ausbildung – sondern auch in den konkreten Berufen aufgeklärt werden“, fordert das IW.

Die Wirtschaft habe in den vergangenen Jahren vor allem das Angebot an Lehrstellen in Mangelberufen aufgestockt: Die Zahl der angebotenen Azubi-Plätze stieg von 2011 bis 2018 um ein Drittel – und damit „deutlich stärker als in allen anderen Berufen“. Mangelberufe wie der Mechatroniker sind solche, in denen es seit 2011 stets mehr gemeldete offene Stellen als passend qualifizierte Arbeitslose gab.

Zwar ist auch die Zahl der Bewerber für eine Ausbildung in Mangelberufen um rund 25 Prozent gestiegen, aber eben „deutlich weniger stark als die Zahl der Ausbildungsstellen“, so Burstedde. Daher sei die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen in diesen Mangelberufen seit 2011 um 220 Prozent von 1570 auf 5019 im vergangenen Jahr.

„Die deutsche Wirtschaft kann also ausgerechnet in denjenigen Berufen nicht genügend ausbilden, in denen es schon lange an Fachkräften fehlt“, so der IW-Experte. Ursache seien vor allem die wachsenden „regionale und berufliche Passungsprobleme“ zurück. Doch während es recht schwierig ist, Azubis in eine Lehre fern der Heimat zu locken, kann eine bessere Berufsorientierung am gleichen Ort viel bewirken, wenn sie auf die Chancen in den Mangelberufen hinweist.

23.798 Bewerber mehr als passende Stellen

Solche gibt es vor allem in der für Deutschland so zentralen Metall- und Elektroindustrie sowie im Handwerk: Dazu gehören etwa auch Anlagenmechaniker für Sanitärtechnik, Elektroniker der Fachrichtungen Automatisierungstechnik, Betriebs- oder Energietechnik, Industrieelektriker oder Metallbauer für den Nutzfahrzeugbau. Nach den Daten des „Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung“ gehören aber auch Hörakustiker, Eisenbahner der Richtung Lokführer oder Landmaschinen-Mechaniker dazu.

In den Ausbildungsberufen, in denen es keine Fachkräfteengpässe gab, waren im vergangenen Jahr 23.798 Bewerber mehr als passende Stellen gemeldet – auch weil die Wirtschaft mangels Bedarf die Zahl der angebotenen Lehrstellen hier seit 2011 um gut vier Prozent reduziert hat. „Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen blieben unversorgt, hätten allerdings einen Ausbildungsplatz in einem Mangelberuf bekommen können – dort gab es 16.592 mehr Stellen als Bewerber“, heißt es in der Studie.

In der größeren Gruppe der Engpassberufe - solche, wo es erst in jüngste Zeit zu wenig Bewerber gibt - betrug diese Bewerberlücke 27.374. „Sollte dies so bleiben, drohen auch diese Berufe zu Mangelberufen zu werden“, warnt Burstedde.

Auch in diesen Engpassberufen haben die Arbeitgeber die Zahl der Ausbildungsplätze von 2011 bis 2018 um immerhin sieben Prozent aufgestockt. Ein „Engpassberuf“ ist etwa „Kauffrau/mann für Spedition und Logistik“. Vor allem junge Frauen zieht es aber in Massen in den Ausbildungsberuf „Kauffrau für Büromanagement“.

Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass hier zuletzt auf zehn Arbeitslose nur zwei gemeldete Jobs kamen. Bei Kauffrauen für Spedition und Logistik ist zwar das Gehalt mit durchschnittlich 2440 Euro nicht höher. Aber hier kommen auf zehn Jobsuchende 14 offenen gemeldete Stellen.

Mehr: Lehre statt Studium: Wie Politik und Wirtschaft Abiturienten in die Ausbildung locken wollen.

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