Baden-Württemberg Stuttgart-21-Gegner bewerfen Kretschmann mit Schuhen

Gegner von Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann mit Schuhen beworfen. Getroffen wurde allerdings ein anderer. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Körperverletzung.
11 Kommentare
Volltreffer: Der Schuh traf einen Leibwächter des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann. Quelle: dpa

Volltreffer: Der Schuh traf einen Leibwächter des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann.

(Foto: dpa)

StuttgartGegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag mit Schuhen beworfen. Einer davon traf einen Personenschützer am Kopf, verletzt wurde aber niemand. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Körperverletzung. Der Täter sei bisher nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Olef Petersen.

Mehrere hundert Gegner des Bahnprojekts S21 hatten auf dem Stuttgarter Schlossplatz vor dem Neujahrsempfang der Landesregierung demonstriert. Kretschmann war auf sie zugegangen und hatte sich mit einigen von ihnen unterhalten. Mehrere Demonstranten skandierten „Nie wieder Grün“ und hielten als Zeichen des Protests ihre Schuhe hoch.

In der arabischen Welt werden mit dieser Geste Ärger und Verachtung ausgedrückt. Die Polizei stellte den ausgelatschten bläulichen Sommerschuh sicher, der den Personenschützer getroffen hatte.

2008 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz im Irak einem Paar heranfliegender Herrenschuhe ausweichen müssen. Die Aufnahmen der Szene gingen um die Welt.

Kretschmann sagte bei seiner Ansprache im Neuen Schloss, zu der rund 800 Gäste eingeladen waren: „Nicht dort, wo Menschen sich einmischen - auch wenn sie dies mit Trommeln und Trillerpfeifen tun - ist die Demokratie in Gefahr, sondern dort, wo sie sich abwenden von der „res publica', den öffentlichen Angelegenheiten.“ Es sei aber das Wesen der Demokratie, dass man Entscheidungen akzeptieren müsse, ob sie einem gefielen oder nicht.

Nach Angaben der Polizei zogen die Stuttgart-21-Gegner am Mittag zum Schlossgarten, wo bis zu 700 Demonstranten an einer Kundgebung teilnahmen.

  • dpa
Startseite

11 Kommentare zu "Baden-Württemberg: Stuttgart-21-Gegner bewerfen Kretschmann mit Schuhen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Chaesli
    ich hoffe, Sie verwenden nicht die NULL.

    Ist Ihnen die Frage bekannt, die in der Volksabstimmung zur Debatte stand? Ihr Statement legt dies nicht nahe.

  • 1. finde ich es äusserst primitiv Schuhe zu werfen, ich werde mich sicher nicht auf arabischem Niveau bewegen.
    2. Sollte man genug demokratie Verständnis haben eine Volksabstimmung zu akzeptieren. Vielleicht muss dies ein Teil des deutschen Volkes noch lernen.

  • "In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist als der, der ihn gemacht hat." Carl von Ossietzky

  • Hoch interessant, auch eine Art einer Volksabstimmung die Legitimation abzuerkennen indem man die gegnerische Partei als Volltrottel abstempelt. Wie hätten sie es denn gerne ? Wählen dürfen nur Männer ab 35 mit einem IQ >100 die der grünen Partei angehören ? Wenn Sie so etwas Demokratie nennen wollen, bitte sehr.
    Bei so vielen gefrustete S21-Kontra Fraktionäre, welche diese abstruse Theorie vertreten kann man fast meinen, dass die Trottel eher gegen den Bau von S21 gestimmt hätten. Was diese Aussage angeht ist das extremstes Schubladendenken, gepaart mit billiger Polemik die nur dazu dient den schlechten Verlieren die Niederlage schönzureden. Oder wie will man die Aussage "Alle klugen Leute sind gegen S21" werten ?

    Akzeptiert die Entscheidung, alle S21 Gegner haben dann das Recht, wenn es schief gegangen ist zu sagen:"Ich habs euch doch gleich gesagt."

    Hingegen werden, wenn S21 ein Erfolg und eine Bereicherung für die Zukunft werden sollte, die Anhänger der Gegnerschaft so fein leugnen jemals dazugehört zu haben wie Petrus geleugnet hat Jesus zu kennen.

    Noch als Satz zum Nachdenken:
    Die Innovationskraft, und damit der Fortschritt, sind das größte Kapital eines Landes welches keine eigenen, großen Rohstoffvorkommen besitzt.

    Bitte nicht in Schwarz-Weiß denken wenn sie diesen Satz für sich interpretieren.

    mit freundlichen Grüßen.

  • War schon mal jemand von den Kommentargebern in Stuttgart und hat sich die Lage vor Ort angeschaut? Ich war vor kurzer Zeit da und habe mir einen Überblick verschafft. Ich war schockiert wie es dort aussieht! Die ganzen Protestler haben den schönen Park völlig unattraktiv gemacht. Überall liegt Müll von ihnen in der Gegend herum und angenehm riechen tut es dort wahrscheinlich seit längerem auch schon nicht mehr. Ich finde, wer sich so sehr dafür einsetzten will etwas zu erhalten, sollte es doch selber nicht so verschandeln!

    Auf der anderen Seite, kann ich die Argumente durchaus nachvollziehen. Haben sie sich mal die Bäume im Park angeschaut, die sind einfach gewaltig, diese Bäume einfach zu fällen ist ein verbrechen. Wenn man bei uns in der Gegend so ein Baum fällt, dann wird man definitiv angezeigt!

    Man sollte als Protestler einen Entschluss der gefasst wurde respektieren, tolerieren und aus der Entscheidung das Beste machen. Die Entscheidung ist gefallen und nun hilft es auch nicht mehr dagegen zu protestieren, sondern sich beim nächsten mal selbst zur Wahl zu stellen.

    Meine persönliche Meinung ist, solche Bäume bekommt niemand von uns mehr zu Gesicht. Wenn sie jetzt einen Baum pflanzen, dann können den Ihre UR-UR-UR Enkel so bewundern, wie sie die jetzigen Bäume im Stuttgarter Park.

  • auch für sog ."Heilwasser" gilt nun mal die Demokratie - und kommen sie nicht damit dass es bei Volksentscheid "nur" umd die Finanzierung gegeangen wäre. Die Mehrheit - und das ist das einzig Wichtige - hat nun mal für S1 entschieden. Und damit sollte es dann auch gut sein. Statt sich weiter über S21 aufzuregen könnten Sie ja mal die Verschönerung des Laufes des Neckars im Stadtgebiet anstoßen. Es gibt schließlich in D nicht viel häßlicheres ans den zugebauten Neckar mit Industrie und Verkehrswegen - und b the way sieht der aktuelle bahnhof auch eher aus wie ein drittreichsbau aus der Feder von Speer.

  • Unter Stuttgart befinden sich Heilwässer, die, langfristig gesehen, bei weitem mehr wert sind, als dieser Schwachsinnsbahnhof 21.

    Die Verkehrsinfrastruktur im Raum Stuttgart bzw. die Infrastruktur für den Fernverkehr der Deutschen Bahn wird durch S21 kaum verbessert. Dafür pumpt die Deutsche Bahn so viele Heilwässer ab, wie es denen gerade passt. Die holen sich dafür nicht einmal eine Erlaubnis, sondern machen das einfach.


    Der dumme Grube fällt in 20 Jahren um und in 21 Jahren wird über den keiner mehr reden. Wenn aber die Heilquellen im Raum Stuttgart wegen S21 versiegen, dann wird es alle nachfolgenden Generationen betreffen. Und keiner kann dann von der Grube Regressansprüche verlagen, sogar dann nicht, wenn die Grube erst in 400 Jahren dicht macht - was wir natürlich alle nicht hoffen, dass es so lange dauern wird, bis sowas eckelhaftes nen Abgang macht.

  • MP Kretschmann und Verkehrsminister Herrmann können sich nicht anders Verhalten. Sogar in Stuttgart gibt es eine Mehrheit für dieses schwachsinnige Immobilienspekulationsprojekt. Das ist halt die andere Seite von Volksentscheiden, jeder Volltrottel kann mitmachen. Bitte schön, von mir aus, jetzt bekommt Stuttgart eben die verdiente Rechnung für das arrogante Verhalten dem restlichen Baden-Württemberg gegenüber. Es tut mir leid für die Stuttgarter, die verstanden haben welche kriminellen Machenschaften da laufen, und ich hoffen dass die korrupten Abzocker eine angemessene Strafe ereilen wird. Ich werde mit dem Zug als Katastrophentourist nach Stuttgart fahren.

  • Ich habe nie geglaubt, dass nach der Volksabstimmung, wenn sie gegen die sogen. Wutbürger ausgeht, Ruhe einkehrt.

    Für mich war es von Anfang an klar, dass es dann weitergeht mit den Protesten und es wieder zu Gewaltakten kommt.

    Demokratie ist für manche Menschen, wenn sich die Mehrheit der Minderheit anschließt. Der Rest interessiert sie nicht.

    Ein seltsames Demokratieverständnis, aber es ist so und insbesondere bei den Grünen weit verbreitet.

  • Also, jetzt mal an alle Schwaben, die das Handelsblatt lesen, und in ihrer Freizeit gegen S 21 protestieren:

    Man kann für oder gegen diesen Bahnhof sein. Man kann für oder gegen direkte Demokratie sein. Man konnte bis vor kurzem auch noch gegen S 21 und für mehr (direkte) Demokratie.

    ABER: Es gab die Volksabstimmung, die Grün/Rot vor der Wahl versprochen hatte. Da hat sich eine Mehrheit für S 21 ausgesprochen, und deshalb wird's gebaut. Deshalb hat auch Kretschmann Wort gehalten. Er wäre ja ein anti-demokratischer Diktator, wenn er die Volksabstimmung ignorieren würde.

    Die S 21-Gegner sind jetzt in jeder Hinsicht in der Minderheit. Im Baden-Württemberger Landtag sind alle dort vertretenen Parteien mit Ausnahme der Grünen gegen sie (weil für S 21). Insbesondere hat auch die SPD, die mit den Grünen regiert, von Anfang an gesagt (auch vor der letzten Landtagswahl!), dass sie S 21 will.

    Friedlicher Protest ist natürlich trotzdem noch legitim. Aber wer jetzt mit Schuhen wirft oder der Polizei Widerstand leistet, der hat dafür keinen Grund. Er zeigt bloß, dass er Demokratie nicht verstanden hat, und eine wütende Pöbelmenge damit verwechselt.

    Die Revolution ist vorbei! Der Wutbürger kann wieder nach Hause, und das tun, was Schwaben sonst so machen (einen Baum pflanzen, ein Haus bauen oder ein Kind zeugen etc.). Er kann Geld sparen, ein mittelständisches Unternehmen gründen oder das Handelsblatt lesen. Aber er kann sich nicht mehr über S 21 aufregen!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%