Beamtenbund Dem Staat fehlen mehr als 185.000 Mitarbeiter

Lehrermangel, fehlende Polizisten, überlastete Verwaltungen – laut Beamtenbund klaffen im öffentlichen Dienst große Personallücken. Und in den kommenden Jahren scheint keine Besserung in Sicht.
Update: 03.01.2018 - 10:17 Uhr 5 Kommentare
Der Landespolizei fehlen 8000 Mitarbeiter, rund 500 Beamte fehlen der Bundespolizei. Quelle: dpa
Große Personallücken

Der Landespolizei fehlen 8000 Mitarbeiter, rund 500 Beamte fehlen der Bundespolizei.

(Foto: dpa)

BerlinDem Staat fehlen nach Einschätzung des Beamtenbundes dbb derzeit mehr als 185.000 Mitarbeiter. Das geht aus einer Aufstellung des dbb Beamtenbund und Tarifunion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Demnach fehlen in den Kommunalverwaltungen fast 138.000 Mitarbeiter, davon allein im Erziehungsdienst 130.000. Den Feuerwehren fehlen laut dbb 4.000, den Jugendämtern 3.000 Mitarbeiter.

Eine Lücke von 32.000 Mitarbeitern hat sich laut dbb an den Schulen aufgetan, 8.000 Mitarbeiter fehlen demnach der Landespolizei und 500 der Bundespolizei.

Im öffentlichen Gesundheitsdienst gibt es laut Beamtenbund eine Unterbesetzung von 2.500, in der Justiz von 3.000 und bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern von 1.500 Mitarbeitern. Die Zahlen stammen von den einzelnen Mitgliedsgewerkschaften des dbb und zeigen laut Beamtenbund offene Stellen sowie den tatsächlichen Personalmangel im Arbeitsalltag.

Unter anderem wegen der Herausforderungen durch Inklusion und Migration bräuchten vor allem Länder und Kommunen zusätzliches Personal, so der dbb. In den kommenden 15 Jahren werde sich der Personalmangel verschärfen, denn 1,5 Millionen Beschäftigte würden altersbedingt aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Ziehe man davon die zu erwartenden Neueinstellungen ab, bleibe rechnerisch eine Personallücke von mehreren hunderttausend Beschäftigten.

Die Organisation forderte die Politik dazu auf, die Mitarbeiter nicht allein zu lassen - etwa in der Landes- und Bundesverwaltung, in den Städten und Gemeinden, beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, bei der Polizei, in Kindergärten und Schulen, in Gesundheitsämtern, in der sozialen Arbeit, in Jobcentern und in der Sozialversicherung.

Unter dem Dach des dbb sind 42 Mitgliedsgewerkschaften organisiert. Die Personalsituation wird mit im Zentrum der dbb Jahrestagung 2018 stehen, die vom 7. bis 9. Januar in Köln stattfindet.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Beamtenbund: Dem Staat fehlen mehr als 185.000 Mitarbeiter"

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  • MERKEL MUSS WEG !

  • Dem Staat fehlen 185.000 Mitarbeiter, in Industrie und Handwerk über 1 Mill. Gleichzeitig haben wir 2,385 Millionen Arbeitslose. Sind die alle arbeitsunfähig oder -willig? Dazu kommen noch Hartz IV Empfänger, die ja für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollten. Da läuft einiges gewaltig schief.

  • Die nächste Generation darf sich über die impliziten Staatsschulden dann freuen.

  • "Eine Lücke von 32.000 Mitarbeitern hat sich laut dbb an den Schulen aufgetan, 8000 Mitarbeiter fehlen demnach der Landespolizei und 500 der Bundespolizei."

    Kein Wunder, sind diese Berufe nicht nur extrem stressig, sondern auch noch schlecht bezahlt und immer gefährlicher.

    Und schlägt Merkels 2015er-Barmherzigkeitsrausch erst einmal richtig auf die Gesellschaft durch, werden es noch weniger ein, die Lehrer oder Polizist werden wollen

  • 185t die nicht gezahlt werden müssen. Geprägt von Ineffizienz und dem fehlendem Willen sowie auch fehlender Notwendigkeit (der Steuerzahler wird's schon richten) kommt die Ausgabenbremse durch die Hintertür. Wie in vielen Bereichen würde mann ein fehlen von Beamten garnicht bemerken. (gilt natürlich nicht für die Mehrheit) Wenn ich aber in meinem Kaff sehe was die unter Digitalisierung verstehen wird einem schlecht. Auf meinen Finanzamt arbeiten die noch mit Akten. (Papier) die Mitarbeiter die mit der Digitalisierung nicht klarkommen kann man ja nicht entlassen. Anpassungsdruck vergebens.

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