„Bedarf vorerst gedeckt“ Wagenknecht erwägt Lanz-Boykott

Markus Lanz steht wegen eines Interviews mit Sahra Wagenknecht unter Beschuss. Im Netz formiert sich massiver Widerstand gegen den ZDF-Moderator. Wagenknecht selbst ergreift nun auch ungewöhnlich deutlich das Wort.
Update: 23.01.2014 - 18:35 Uhr 44 Kommentare
Die stellvertretenden Vorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht: Vorerst kein Lanz-Talk mehr. Quelle: dpa

Die stellvertretenden Vorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht: Vorerst kein Lanz-Talk mehr.

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BerlinEin Interview von ZDF-Moderator Markus Lanz mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sorgt für großen Wirbel. Die Art und Weise, mit der Lanz gemeinsam mit "Stern"-Redakteur Hans-Ulrich Jörges am vergangenen Donnerstag das Gespräch führte, löst im Netzt einen Proteststurm aus. Eine Online-Petition mit inzwischen mehreren Zehntausend Unterschriften macht sich für die Absetzung von Lanz stark. Und auch Wagenknecht denkt über Konsequenzen nach.

Was war geschehen? Lanz nahm Wagenknecht immer wieder in die Mangel und ließ sie nach Ansicht vieler Zuschauer nicht recht zu Wort kommen. „Der im explizitem Falle miserable Stil im Umgang mit Sahra Wagenknecht spiegelt in drastischem Maße wider, dass politische Neutralität für Lanz ein Fremdwort ist“, heißt es in der Petition. Wagenknecht erwägt, künftig Auftritte bei Lanz zu unterlassen. „Vorerst ist mein Bedarf gedeckt“, sagte die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag der „Bild“-Zeitung.

Wagenknecht beschreibt in dem Interview den besagten Abend bei Lanz als ziemlich anstrengend.  „Herr Lanz hat Fragen gestellt, wollte aber in der Regel die Antwort gar nicht hören, Herr Jörges hat mich teilweise unsachlich beschimpft“, schilderte sie ihre Eindrücke. „Das ist sicher keine Sternstunde der Streitkultur gewesen.“

Es habe sie geärgert, dass Lanz sie dauernd unterbrochen habe. „Offenbar hat gestört, was ich gesagt habe, weil es das Klischee nicht bedient hat, das von mir gezeichnet werden sollte.“ Aber die Reaktionen der Zuschauer hätten zum Glück gezeigt, dass sehr viele dieses Spiel durchschaut haben. Das räumt selbst das ZDF  ein.

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44 Kommentare zu "„Bedarf vorerst gedeckt“: Wagenknecht erwägt Lanz-Boykott"

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  • Als ehemaliger "Fan" von Markus Lanz muss ich leider sagen, Das er inzwischen die Schleimspur der politcal corectness eines Herrn Kerner noch übertrifft. Von Interviewstil möchte ich bei Herrn Lanz gar nicht mehr reden. Es ist einfach nur peinlich, wie er - auch noch mit Unterstützung des Schlammjournalisten Jörges - unliebsame Diskussionsbeiträge durch ständiges Unterbrechen zu unterdrücken versucht.
    Ich kann nur alle aufrufen, die peinlichen Auftritte des Herrn Lanz künftig zu vermeiden.

  • Habs mir nun auch angeschaut. Kann es nicht zu Ende gucken, Jörges ist fast genause schlimm wie Lanz, peinlich für einen Redakteur. Bin weit entfernt von links, aber diese platte, simple und agressive Argumentationsstruktur schmerzt.

  • ...manoman was für'n kulturellen Anspruch nennen Sie denn ihr eigen?

  • Herr Lanz hat einfach nur das Pech, als erster Moderator eines öffentlich-rechtlichen Senders dermaßen unter Beschuss zu geraten; das Internet macht es möglich. (Ob die Vorgehensweise fair ist, kann man bezweifeln.) Auch ich fand seinen Interviewstil so nervtötend, dass ich das TV ausschalten musste, was übrigens jeder "Genervte" hätte machen können. Der Kern des Zornes, der sich gerade an Herrn Lanz entlädt, ist der zunehmende Flachsinn eines schleichend sinnfrei werdenden öffentlichen Rundfunks und Fernsehens. Als Hörer ("Weghörer“) des Rundfunksenders NDR 2 ist man einem viel größeren und gröberen Unsinn an Moderatorengequatsche ausgesetzt als es bei Herrn Lanz der Fall ist. Das ist unendlich viel schlimmer: niveauloses, infantiles Gesabbel ohne Ende. Die Öffentlichen Medien scheinen bestrebt zu sein, die Privaten zu übertrumpfen, was die unteren Niveaugrenzen anbelangt. Der Shitstorm wird sicher bald ganz andere treffen als nur Herrn Lanz und auch die Frage nach der Berechtigung der Höhe von Rundfunkgebühren wird sich dann vehementer als bisher stellen.

  • Persönlich finde ich die Art von Hern Lanz, Diskussionen zu führen,recht amüsant.Schließlich ist diese Sendung eine Unterhaltungssendung! Mich unterhält Herr Lanz prächtig und ich finde ihn weder anmaßend noch unhöflich. Besonders Frau Wagenknecht sollte sich nicht beschweren. In jeder Sendung, in der sie auftritt, regt sie mich auf, weil sie mit ihrer agressiven Stimme ständig dazwischenredet und anderen ins Wort fällt. ABER -Wenn Zwei dasselbe tun ist es halt nicht das Gleiche! Wieder einmal wird ein Medienmensch im Netz kaputtgemobbt.Leider haben völlig unqualifizierte,
    aber bösartige Menschen die "Macht" JEDEN "abzuschießen". Beispiele gibt es viele - Bundespräsidenten, Minister, Künstler.
    PS: "Wetten dass ..." hat auch nicht Herr Lanz an die Wand gefahren, sondern diese unmögliche rosa Qualle aus Marzahn

  • Es geht hier mitnichten um eine Kontroverse Linke gegen Lanz. Dieser unwürdige Stil ist mir auch schon in seiner Sendung mit Dirk Müller aufgefallen. Der Lanz hat den doch glatt als "Verschwörungstheoretiker" diffamiert.

    Es geht darum, dass systemkritische Stellungnahmen, vor allem, wenn sie gegen den EU-Moloch und andere Glaubensgewissheiten dieses Systems gerichtet sind, neutralisiert werden sollen. Das hat doch Methode!

    Ich habe diese Petition mit unterzeichnet, obwohl ich der Überzeugung bin, das die Therapie, die uns die Linke verschreiben will, geradewegs in den Untergang führen würde.

  • Was Lanz und Jörges ablieferten war zutiefst beschämend und erinnerte mich sehr unschön an "Sudelede" aus der DDR. Die beiden Herren wirkten ganz im Sinne des Bildungsauftrags von ZDF und ARD und vertraten die aktuelle Politik der Bundesregierung konsequent und kritiklos. Allerdings ging der Schuss nach hinten los. Sie waren offensichtlich, so wie einst "Sudelede", nicht überzeugend.

  • Ich wähle weder den rechten, noch den linken Rand aber wenn man sich über den Umgang mit Frau Wagenknecht im Fernsehen aufregt, dann sollte man erst recht den Umgang innerhalb des Landtags Mecklenburg-Vorpommern kritisieren. Frau Tegtmeier (youtube i3pGH9H-30k) scheint hier jegliche Umgangsform zu vergessen. Es verwundert zudem, wenn vermeintliche Rassisten wie Sklavenhalter behandelt werden und Sklavenhalter zur Fußballweltmeisterschaft einladen und bis auf Gauck alle kommen!

  • Man verpasst wirklich nichts, wenn man Wagenknecht oder Kipping bei einem TV-auftritt verpasst.
    Fachlich sind sie nicht wirklich kompetent, und fragen werden eigentlich selten so beantwortet, dass man von zufriedenstellend sprechen könnte.
    Insofern verpassen wir nichts wenn die Frau Wagenknecht künftig solchen Auftritten fern bleibt.

  • Lanz sollte künftig mehr fachlich fundierten Disputen folgen!
    Linke gegen Lanz? Die Lanze gegen Wagenknecht warf Jörges ohne zu verfehlen. Dennoch wäre Lanz´s Finger in der Nase besser aufgehoben, als mit ihm ständig auf Wagenknecht zu zeigen! Das meinen auch die "Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche".


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