Bedeutende Flughäfen Bund und Länder wollen „Tag und Nacht“-Betrieb

Flughäfen mit „nationaler Bedeutung“ sollen künftig rund um die Uhr betrieben werden. Die Auswahl erfolgt von Bund und Länder gemeinsam. Das Konzept sieht aber mehr Lärmschutz und Mitspracherecht für Bürger vor.
28 Kommentare
Maschine bei nächtlicher Landung: Künftig soll der Bund mitentscheiden, welche Flughäfen nachts in Betrieb bleiben. Quelle: dpa

Maschine bei nächtlicher Landung: Künftig soll der Bund mitentscheiden, welche Flughäfen nachts in Betrieb bleiben.

(Foto: dpa)

BerlinBund und Länder haben sich auf Grundzüge für ein nationales Luftverkehrskonzept verständigt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig zu stärken. Die Experten-Kommission unter der Leitung des ehemaligen Verkehrsministers von Hessen, Dieter Posch (FDP), fordert, nationale bedeutsame Flughäfen zu definieren. Zudem soll der Bund eine größere Verantwortung bei der Flughafenplanung übernehmen. Bund und Länder sollen künftig gemeinsam festlegen, „welche Flughäfen von besonderer nationaler Bedeutung für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sind“, heißt es in dem Konzept, das dem Handelsblatt vorliegt.

Im Passagierbereich sind dies etwa die Flughäfen Frankfurt und München, sowie im Frachtbereich Leipzig und Köln/Bonn. Diese Airports sollen künftig nicht nur Teil der Infrastrukturplanung des Bundes werden. An den wichtigen Drehkreuzen sollen Flugzeuge darüber hinaus auch „Tag und Nacht Fracht fliegen können“, sagt der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD).

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Kaufhaus der Weltwirtscahft

Laut Groschek, Mitglied der Bund-Länder-Kommission, gehe es darum, „volkswirtschaftliche Prioritäten“ zu setzen. Für sein Bundesland sei dabei Prämisse, dass „Köln/Bonn für Frachtflüge rund um die Uhr geöffnet bleibt“. Zugleich soll laut Kommission aber auch der Lärmschutz verbessert und die Bürger in die Planung beim Bau und Ausbau von Flughäfen besser einbezogen werden.

Der Kommission gehörten neben Staatssekretären aus den Bundesministerien für Verkehr und Wirtschaft und Vertretern aus den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen unter anderem auch der Chef des Umweltbundesamtes und der neue Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, an. Die Große Koalition in Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, ein „nationales Luftverkehrskonzept“ gemeinsam mit den Ländern umzusetzen.

  • dhs
  • jkn
Startseite

Mehr zu: Bedeutende Flughäfen - Bund und Länder wollen „Tag und Nacht“-Betrieb

28 Kommentare zu "Bedeutende Flughäfen: Bund und Länder wollen „Tag und Nacht“-Betrieb"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • das lächerliche und von anungslosen schreibern erwähnte argument "dann ziehen sie nicht in die nähe eines flughafens" ist einfach nur dumm und kindisch. ich wohne ca. 20 km vom frankfurter flughafen entfernt. als ich die wohnung kaufte habe ich mich bei der fraport informiert ob es mit der neuen landebahn in meinem stadtteil lauter wird. dieses wurde mir verneint. die flugzeuge kamen beim landen ca. 1,4km über meiner wohnung vorbei (damit konnte ich leben). nun hatte sich nach öffnung der neuen landebahn die aussage als lüge herausgestellt, und das macht mit traurig und wütend. die flugzeuge kommen nun in gut 700m über meine wohnung und der lärm hat zugenommen. die menschen in dieser hinsicht so anzulügen ist einfach nur erbärmlich. ich kann nun nicht einfach wegziehen, wo sollte ich das geld auch hernehmen. das bei gut 78 db nicht an schlaf zu denken ist kann man sich ja denken. auch das lärmschutzfenster fürs schlafzimmer hat 2500,- gekostet und niemand ersattet mir dort irgendwelche kosten. den lärm konnte ich dadurch um ca. 205 senken, was nicht ideal aber etwas besser als vorher ist. zudem stellt sich im nachhinein immer wieder heraus, das sowohl die fraport als auch die verantwortlichen ämter/politiker und gutachter zahlen geschönt haben, und optimierte flugbewegungen wurden nicht vorgenommen, nach dem motto "warten wir erstmal ab ob sich die menschen beschweren", hauptsache vätternwirtschaft wird weiter betrieben, und auch das ist für unsere gesellschaft beschämend wie skrupelos dort mit den menschen umgegangen wird, da sind die spekulanten an den börsen nicht wirklich schlimmer.

  • @achzischmeter:

    Zitat: Dieses Risiko einer Flugroute über dem Haus hat man einfach, wenn man in die Nähe eines der größten Flughäfen Europas zieht. Wenn man das nicht möchte, sollte man sich gar nicht erst dort niederlassen.


    Was ist für Sie denn die Nähe des Flughafens? Ich wohne Luftlinie 35 km von der Landebahn entfernt. Das kann man nicht wirklich als nah bezeichnen. Außerdem bin ich hier geboren und möchte mich nicht vertreiben lassen. Das ist meine Heimat!

    Ich bin grds. auch nicht gegen den Flughafen an sich. Nur irgendwann ist mal Schluss mit lustig, bzw. das verträgliche Maß erreicht.

    Da geht es auch nicht darum, dass einmal ein Flieger über unseren Ort donnert.

    Ich frage mich nur, warum das so sein muss. Bei Ostwind bekomme ich die volle Dröhnung ab. In rund 1.000 Meter Entfernung zum Boden drehen minutenweise die Flugzeuge über meinem Wohnort ein.

    Muss das in so niedriger Höhe sein? Nein, muss es nicht. Man könnte auch höher und leiser anfliegen, aber - womit wir wieder beim Thema Geld wären - dann könnte Fraport nicht die gewünschte Kapazität erreichen und würde weniger Gewinn einstreichen.

    Überhaupt: Ist Ihnen bekannt, dass in Frankfurt über 50 % der Passagiere nur umsteigen und Fraport mehr 60 % seines Gewinnes aus Vermietungen und Duty-Free-Shops erwirtschaftet? Man hat also ein gesteigertes finanzielles Interesse daran, möglichst viele Passagiere nach Frankfurt zu holen und sie dort ein paar Stunden später wieder umsteigen zu lassen.

  • Der Großteil der "Bevölkerung" wohnt wahrscheinlich nicht im Rhein-Main-Gebiet und können das Lärmaufkommen gar nicht beurteilen.

  • Zu Ihrem Beispiel mit der Familie. Ja, ich weiß was ein Planfeststellungsverfahren ist. In einem solchen werden eben keine Flugrouten festgelegt. Man kann sich also beim Häuserkauf nicht an einem Planfeststellungsbeschluss orientieren, ob man später überflogen wird. Dieses Risiko einer Flugroute über dem Haus hat man einfach, wenn man in die Nähe eines der größten Flughäfen Europas zieht. Wenn man das nicht möchte, sollte man sich gar nicht erst dort niederlassen.
    Ich weiß nicht wer die 1.7 Mio betroffenen ermittelt hat. Aber derjenige hat sicher auch mich auf Grund des Wohnortes mit eingeschlossen. Und ich fühle mich nicht negativ beeinflusst. Somit ist diese Zahl zumindest mal um 1 falsch. Wenn man sich zusätzlich noch die relativ kleine Zahl der aktiven Fluglärmgegnern anschaut, sieht man, dass dich sicher keine 1.7 so stark gefährdet fühlen, wie von ihnen dahingestellt wird. Sicher hätte dann auch die nette Anti-Fluglärm-Partei bei der Landtagswahl mehr Stimmen erzielt. Außerdem haben wir das Gesundheitsthema im vorigen Post ja schon als Scheinargument entlarvt.
    Aber ich möchte mich mit Ihnen gar nicht streiten. In Ihrer Emotionalität haben Sie derzeit leider keine Möglichkeit, Menschen mit anderen Ansichten nachzuvollziehen.

    LG

  • Es geht beim Flughafen etwa nicht um die Finanzen? Sie gehören doch hoffentlich nicht zu den Träumern, die denken der Flughafen würde die Region „Wohlhabend“ machen? Oder etwa doch, wie süß! Was sie allerdings nachvollziehen können, kann dem Rest der Menschheit recht gleichgültig sein. Aber mal etwas zu den paar Euro „Wertverlust“. Es gibt Kommunen, die waren laut Planfeststellung (sie wissen was das ist) überhaupt nicht betroffen und haben jetzt doch den Lärm bekommen. Wenn jetzt eine Familie zum Beispiel aus Offenbach dorthin zog und ein Haus kaufte, dann sind wir jetzt bald an dem Punkt wo eine Anschlussfinanzierung notwendig wird. Soweit klar? Was passiert jetzt, wenn das Haus im Wert „ein paar Euro“ gefallen ist? Na, mindestens wird die Finanzierung teurerer oder platzt! Ist ja keine Sache, zumindest für Sie! Ich wäre mit dem Egoismus auch etwas vorsichtig, denn in dieser Planfeststellung wurden die privaten (ohne die Öffentlichen) Immobilienverluste beziffert! Aber lassen wir das, sie reden immer von „mehr“ Menschen? Können sie nicht rechnen oder wollen sie es nicht verstehen. 70.000 stehen gegen 1.700.000 Menschen! Wer bitte ist da egoistisch, ein Mensch der seine und die Gesundheit schützen will oder eine Nase, die nur an sich denkt? Es gibt sehr viele Lösungen für das Problem, aber es ist noch nie eine Lösung gewesen einfach so zu tun, als wenn ein Problem nicht existiert. Wenn man dieses mal erkennen würde, dann könnten Sie sich auch dieses ganze Geschwubbel auf Stammtisch Niveau sparen und müssten Mitmenschen nicht Verunglimpfen, nur weil sie keine Argumente haben. Wie gesagt, ich möchte Ihr Gesicht sehen, wenn man Ihnen diese „paar Euro“ aus der Tasche zieht! Was man vielleicht einmal machen sollte um zum Beispiel den Lärmschutz zu finanzieren, ob sich dann Ihre Meinung plötzlich ändert? Sicher nicht, denn Sie sind ja nicht egoistisch – LOL

    Der Flughafen ist unbestritten wichtig, aber so wichtig, wie sie ihn gerne hätten bei weitem nicht!

  • Es geht also tatsächlich ums Finanzielle... Dann nennt es doch beim Namen, liebe Wutbürger. Natürlich ist dieser Grund nachvollziehbar. Dennoch finde ich es nicht angemessen, die paar Euro Verlust des Wohlstandspolsters durch die Wertminderung des Eigenheims als wichtiger zu erachten, als mehrere Zehntausend Arbeitsplätze, welche die finanzielle Existenzgrundlage von einer noch höheren Zahl an Menschen darstellen. Ich finde diese Motivation sehr egoistisch.
    LG

  • Noch einfacher, wir trennen den Kindern gleich bei der Geburt die Nerven in den Ohren ab! So einen Unsinn kann auch nur jemand verzapfen, der keine Ahnung hat. Oropax als Lösung und dann noch der kleine Neidfaktor mit dem Hausbesitzer. Wirklich aufschlussreich, aber jetzt erklären sie mir mal, was mit den Mitarbeitern des Flughafens in Seoul passierte, als dieser verlagert wurde? Alle arbeitslos? Zudem, ich möchte Ihr Geschrei hören, wenn man Ihnen vergleichbar in die Tasche greifen würde. Lach.

  • Noch einfacher, wir trennen den Kindern gleich bei der Geburt die Nerven in den Ohren ab! So einen Unsinn kann auch nur jemand verzapfen, der keine Ahnung hat. Oropax als Lösung und dann noch der kleine Neidfaktor mit dem Hausbesitzer. Wirklich aufschlussreich, aber jetzt erklären sie mir mal, was mit den Mitarbeitern des Flughafens in Seoul passierte, als dieser verlagert wurde? Alle arbeitslos? Zudem, ich möchte Ihr Geschrei hören, wenn man Ihnen vergleichbar in die Tasche greifen würde. Lach.

  • Hätten die Wutbürger wirklich solche Angst um ihre Gesundheit, würden sie sich zum Schlafen Ohropax in die Ohren stecken. Damit wäre jede Gesundheitsgefahr gebannt und die 70000 Arbeitnehmer am Flughafen FRA müssten keine Angst mehr um Ihre Arbeitsplätze haben. Da diese einfache Lösung nicht genutzt wird, zeigt doch, dass wahrscheinlich eine ganz andere Motivation hinter den Protesten der Wutbürger steckt. Angst um den Wert des eigenen kleinen Hauses in schicker Lage und die Angst vor Veränderungen und dem Fortschritt.

  • Lieber Ma Sa, so viele Worte und leider keine Substanz. Zumindest wenn man Verunglimpfung und Unterstellungen nicht als Substanz bezeichnen will. Die Pferdekutsche soll wohl witzig sein, genauso wie das rumreiten auf dem negativen Rentnern. Also ich bin keiner und viele andere auch nicht und deshalb ist es auch leider nicht möglich regelmäßig montags zu demonstrieren. Ein Zusammenleben mit dem Flughafen? Ja, da hätte man damals im Ruhrgebiet auch fragen können, wie man sich ein weiteres Zusammenleben mit der Schwerindustrie vorstellt – nachdem bekannt wurde welch verheerende Auswirkungen die Schadstoffe haben. Fakt ist, dass etwas über 70.000 Menschen am Flughafen arbeiten, aber schon mit den heute gültigen Grenzwerten über 300.000 unter gesundheitsschädlichen Lärm leben müssen. Fakt ist auch, wenn man die Grenzwerte wie zum Beispiel die WHO fordert verschärfen würde, um den Flughafen Frankfurt über 1.700.000 Menschen in einer gesundheitsschädlichen Konzentration von den Emissionen des „Flughafens“ betroffen sind.

    Das sind Fakten und nicht, das irgendwer ein Mittagsschläfchen machen wollte oder die der gelungende Witz, dass die Luftverkehrsbranche keine Lobby hätte! Und Ihnen schlage ich einmal vor, zumindest wenn sie von „Empfindlichen“ sprechen, dass sie sich erst einmal mit dem Medizinischen Hintergrund beschäftigen und weniger von einem „tollen“ Flughafen vor der Tür träumen. Vor der Tür macht ein Mülleimer sin, aber kein int. Hub!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%