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Beitragserhöhung Deutsche wollen laut Umfrage nicht mehr für die Pflegeversicherung zahlen

Jens Spahn baut auf eine hohe Akzeptanz in der Gesellschaft für die geplante Anhebung der Pflegebeiträge. Doch der Gesundheitsminister könnte sich irren.
1 Kommentar
Pflegeversicherung: Deutsche wollen nicht mehr zahlen Quelle: dpa
Altenpflege

Im Jahr 2035 sollen schätzungsweise vier Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein.

(Foto: dpa)

Berlin Der Finanzierungsbedarf in der Pflege ist groß, die Beiträge sollen zum Jahresende um 0,5 Prozentpunkte steigen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betont stets, dass die Mehrausgaben in der Pflege generationenübergreifend auf Zustimmung stoßen würden. Die Bereitschaft der Bundesbürger, mehr vom Lohn für die Pflegeversicherung abzugeben, könnte allerdings geringer ausgeprägt sein, als der Minister glaubt.

Laut einer Umfrage der Meinungsforscher von Kantar Emnid im Auftrag der gesetzlichen Krankenkasse Pronova BKK, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, unterstützen nur 34 Prozent der Deutschen im erwerbsfähigen Alter höhere Pflegebeiträge.

Dagegen zeigen sich 46 Prozent nicht bereit, mehr von ihrem Lohn für den erhöhten Pflegeaufwand des Staates abzugeben. Ein Fünftel der Befragten war unentschieden. Die Akzeptanz für höhere Beiträge sinkt mit dem Alter: Während sich 40 Prozent der unter 35-Jährigen zu höheren Abgaben bereit erklärten, lag dieser Wert bei den Befragten zwischen 55 und 65 Jahren bei 30 Prozent. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) in dieser Altersgruppe lehnte höhere Beiträge ab.

Spahn hatte ursprünglich eine Anhebung der Pflegebeiträge um 0,3 Prozentpunkte geplant, zuletzt aber die Größenordnung von 0,5 Punkten genannt. Ab dem 1. Januar 2019 liegt der Beitragssatz damit bei 3,05 Prozent des Bruttolohns, für Kinderlose bei 3,3 Prozent. Die Höhe ihrer Beiträge kennt offenbar nur eine Minderheit der Deutschen: In der Umfrage gab gut ein Viertel an, genau oder ungefähr zu wissen, wie viel man für die Pflegeversicherung zahlt.

Spahn erhofft sich laut internen Berechnungen seines Ministeriums Mehreinnahmen in Höhe von rund 7,6 Milliarden Euro jährlich. Als Grund für den Finanzbedarf führt der Minister die teurer als gedacht ausgefallene Pflegereform der vergangenen Legislatur an.

Zudem braucht er Spielräume, um die für diese Wahlperiode geplanten Maßnahmen in der Pflege zu finanzieren. Dabei geht es vor allem darum, den Pflegeberuf angesichts des Fachkräftemangels attraktiver zu machen.

Bis 2022, so die Hoffnung in Spahns Haus, kann der Beitragssatz dann stabil bleiben. Der Pflegebedarf und damit auch die Kosten dürften in einer immer älter werdenden Gesellschaft auf mittlere Sicht aber deutlich zunehmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt, dass im Jahr 2035 mindestens vier Millionen alte Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen sein werden, rund ein Drittel mehr als heute.

In der Umfrage gab eine Mehrheit (55 Prozent) an, noch nicht darüber nachgedacht zu haben, was passiert, sollten sie in Zukunft selbst auf Pflege angewiesen sein. Als Gründe werden genannt, sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen zu wollen oder sich noch zu jung zu fühlen. Für die repräsentative Erhebung befragte Kantar Emnid im August 1000 Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren.

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1 Kommentar zu "Beitragserhöhung: Deutsche wollen laut Umfrage nicht mehr für die Pflegeversicherung zahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Deutsche wollen NICHT mehr, lt. Umfrage, für Pflegeversicherung bezahlen !!! BRAVO
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    Die Deutschen haben intuitiv offensichtlich jetzt durchschaut, über die " Zwangspflegeversicherungsbeiträge " finanzieren alle "zwangsweise" ein Selbstbedienungssystem der Akteure, ohne Kontrolle. Wenn sich die Heimbetreiber, ob kirchliche oder private, anhand der aktuellen lukrativen Abrechnungsarithmetik z.B. für
    Pflegepersonal pauschal quasi selbst die Erstattungsbeträge festsetzen ist die Selbstbedienungsmentalität sogar gesetzlich auch noch abgesichert. Dies = ein gesellschaftlicher Skandal ohne Beispiel ! Wo bleibt denn die Reformfreude dieses "Pflegeexperten" Jens Spahn ? Sein Credo, er kann ja widersprechen, ist ausschließlich den Akteuren ( Heimbetreibern) die hohen Profite auch in Zukunft zu sichern (persönliche, fundierte Meinung) auch noch über 0,5 % Beitragserhöhung...
    Diesem Treiben muss ein Ende bereitet werden...JETZT....
    Die Deutsche Rentenversicherung erhebt sowieso "gesetzwidrig" auch z.T. von Beitragszahlern und Rentnern mit Kindern den Höchstbetrag von gegenwärtig 2,8 % . Dies ist ebenfalls ein gesellschaftlicher SKANDAL ohne Beispiel..... massiver Protest ist angesagt....JETZT...jeder Zwangsbeitragszahler sollte einmal die Höhe des Zwangsbeitrages kontrollieren... JETZT...

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