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Belgien Was kostet die Welt: So teuer ist das Leben in Brüssel

Weg von zu Hause und ab ins Ausland! Aber wie teuer wäre das eigentlich? Orange zeigt es dir in einer Serie. In Teil 14 nimmt dich Laura mit in ihren Alltag nach Brüssel (Belgien).
  • Laura Steinacher
31.05.2019 - 12:54 Uhr Kommentieren
Brüssel von der Nationalbasilika Kirche
Brüssel von der Nationalbasilika Kirche aus gesehen

Teure Stadt, aber Studenten können viel sparen! (Foto: Imago)

Dieser Artikel ist am 31. Mai 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Brüssel – die Stadt im Herzen von Europa. Hier gehen die Staats- und Regierungschefs der europäischen Staaten ein und aus, denn hier sitzt die EU mit ihren Institutionen. Dazu Pommes, Bier und Waffeln – ein Traumziel für mich als angehende Journalistin. Daher habe ich während meines Bachelorstudiums für zwei Monate eine Hospitanz beim ZDF gemacht. Eine super spannende Zeit, in der ich viel über die europäische Politik und das Leben in Brüssel gelernt habe. Und vor allem: Die Stadt ist teuer.

Kosten in Belgien 2019: So teuer ist die Miete in Brüssel

Die Zimmersuche in Brüssel hat sich bei mir anders gestaltet, als gewöhnlich. Durch Kontakte über mehrere Ecken hatte ich das Glück, in einer Gastfamilie im Stadtteil Auderghem unter zu kommen. Der liegt zwar nicht mehr im Zentrum, ist aber immer noch an die Metro angebunden. Bezahlt habe ich für mein rund 15 Quadratmeter großes Zimmer nichts, stattdessen passte ich ab und zu auf die Tochter der Familie auf, machte den Wocheneinkauf oder das Abendessen.

Freunde von mir haben für ihre WG-Zimmer zwischen 400 und 670 Euro gezahlt – je nach Lage der Wohnung. Inzwischen solltest du wohl mindestens 600 Euro einplanen. Häufiger als in Deutschland wohnen Praktikanten und Studierende in Brüssel im selben Haus wie die Vermieter, die beispielsweise ein altes Kinderzimmer als sogenanntes „Chambre chez l’habitant“ vermieten.

Zimmer findest du zu einem großen Teil über Facebook: Hier gibt es diverse Gruppen wie Deutsche Praktikanten in Brüssel oder Colocation Bruxelles, auf denen Inserate eingestellt werden. Möblierte Zimmer bietet Spotahome an. Der Dienstleister verlangt für die Wohnungsvermittlung jedoch eine relativ hohe Gebühr, unterstützt dafür aber auch bei Problemen mit Mitbewohnern oder Vermietern. Eine gute Alternative sind zudem lokale Wohnungssuchmaschinen wie immoweb.

Arbeiten in Belgien: Brüssel, die Praktikum-Hochburg

Durch die vielen EU-Institutionen ist Brüssel eine sehr internationale Stadt. Sogenannte Expats, also Arbeiter von internationalen Organisationen im Ausland,  besiedeln aus ganz Europa die Stadt. Außerdem zieht es sehr viele junge Europäer für Praktika nach Brüssel. Und das nicht nur in der Politik: Freunde von mir haben als Praktikanten in der Industrie, in einem Architekturbüro oder in einer deutschen Schule gemacht.

Ich habe in Belgien während meines Praktikums keinen Lohn bekommen. Viele meiner Freunde, die aktuell im Europaparlament arbeiten, bekommen aber ein Gehalt. Die Höhe ist abhängig von der Fraktion, bei der du das Praktikum machst. Der allgemeine Mindestlohn ist in Belgien mit 9,66 Euro pro Stunde ein wenig höher als in Deutschland (9,19 Euro; Stand: 2019).

Essen in Belgien: Wie hoch sind die Preise für Lebensmittel?

Auf eine 40-Stunden-Woche hochgerechnet beträgt der Mindestlohn 386,40 Euro. Davon gehen in Brüssel nur etwa 50 Euro für den Wocheneinkauf im Supermarkt drauf, solange du bei Discountern einkaufst. Aldi und Lidl gibt es zum Beispiel auch in der Stadt. In hochwertigeren Märkten wie Delhaize zahlst du deutlich mehr.

Weitere 50 Euro pro Woche kannst du für Essen und Trinken unterwegs berechnen. Ein Sandwich in einer der vielen Bäckerei-Ketten kostet zwischen vier und sechs Euro. Für den Döner um die Ecke zahlst du ebenfalls häufig sechs Euro – allerdings sind meistens auch Pommes mit dabei. Der billigste Mittagssnack sind die berühmten Brüsseler Pommes für etwa 3,50 Euro. Hier solltest du auf jeden Fall sämtliche Saucen ausprobieren!

Mein persönlicher Favorit war die Sauce Andalouse, die auf der Grundlage von Mayo, Tomatenmark, Paprikastreifen und gehackten Tomaten zubereitet wird, abgeschmeckt mit verschiedenen Gewürzen wie Knoblauch, Zwiebeln, Pfeffer und Chili. Achtung: Vegetarier können die Pommes streng genommen nicht essen, da die Köche in den meisten Buden sie in Rinderfett zubereiten. Mittlerweile gibt es aber auch einige Stände, die nur pflanzliche Fette nutzen.

Leben in Brüssel

Für Süßigkeiten-Liebhaber sind die belgischen Waffeln ein Muss. Die bekommst du für zwei Euro. Toppings kosten extra – aber sie lohnen sich! Typisch für Brüssel sind außerdem Pralinen. Die kannst du in zahlreichen Schokohäusern in der Innenstadt probieren und kaufen.

Preise für alkoholische Getränke variieren. Cocktails sind wie in Deutschland eher teuer, aber in Brüssel trinken die meisten Menschen sowieso lieber Bier. Das gibt es in unendlich vielen Sorten – ob mit Kirsch- oder Pfirsichgeschmack, ob hell oder dunkel – es ist für jeden etwas dabei. Aber Vorsicht, das belgische Bier enthält oft mehr Alkohol! Preislich beginnt die belgische Bier-Karte bei vier Euro. Für besondere Sorten musst du aber auch mal zehn Euro aufbringen.

Reisen in Belgien: So günstig sind die Preise für Bus, Taxi und Bahn in Brüssel

Die Hauptverkehrsmittel in Belgien sind Zug, Straßenbahn und Bus. Die MOBIB-Metro-Karte ist recht günstig. Das ist eine aufladbare Chipkarte, mit der du den gesamten öffentlichen Nahverkehr nutzen kannst. Die Karte an sich kostet fünf Euro, ein Monatsticket 49 Euro. Für eine Einzelfahrt, die für eine Stunde nach Abstempeln der Karte gilt, zahlst du gut zwei Euro. Uber ist mittlerweile auch sehr beliebt, aber natürlich teurer als die öffentlichen Verkehrsmittel.

Für einen Wochenend-Trip in eine der schönen umliegenden Städte wie Brügge, Gent oder Antwerpen sowie ans Meer könnt ihr vom Hauptbahnhof aus einen Zug nehmen. Für junge Menschen bis 25 Jahre gibt es Rabatte bei den Fahrpreisen. Die Fahrt nach Brügge und zurück kostet etwa 15 Euro.

Ausgehen in Belgien: Feiern und Kultur in Brüssel

Partytime! Meine Lieblingsbar in Brüssel ist das Café Belga am Place Flagey. Auch die Bar Delirium ist ein must-see in Brüssel. Ein Geheimtipp für einen entspannten Abend mit ein paar Drinks in einer coolen Location: die Bar La Pharmacie Anglaise!

Club-Liebhabern empfehle ich das Bloody Louise. Ihr solltet beachten, dass man in Brüssel eher spät loszieht und sich die Clubs im Allgemeinen erst gegen 1 Uhr nachts füllen. Die Eintrittspreise sind denen in Deutschland ähnlich: Im Bloody Louise habe ich 10 Euro bezahlt.

Vor allem an sonnigen Tagen lohnt sich ein Abstecher auf den Place Lux, direkt beim Europäischen Parlament. Hier tummeln sich in den Außenbereichen der umliegenden Bars nach Feierabend hunderte Praktikanten und Parlamentarier  – und legen dadurch den Kreisverkehr lahm. Ein Abend hier lohnt sich immer! Ich habe hier zum Beispiel Martin Sonneborn getroffen, den Europa-Abgeordneten der Satire-Partei Die Partei.

Brüssel hat neben dem Europaviertel auch viele Museen zu bieten. Studenten bekommen für alle Sehenswürdigkeiten Rabatte. Besonders schön ist das Magritte Museum. Der Eintritt kostet mit Studentinnenausweis fünf Euro.

Wer gerne draußen ist weniger Geld ausgeben will, kann durch einen der zahlreichen Parks wie den Park du Cinquantenaire flanieren oder sich auf dem Grote Markt, dem Brüsseler Marktplatz, eine belgische Waffel gönnen. Brüssel bietet über das Jahr verteilt aber auch viele kostenlose Feste: Anfang Mai findet zum Beispiel das Electro Night Festival mit weltberühmten DJs und super Stimmung statt – dafür bezahlst du keinen Cent!

Für die Fans von Touristenbildern ist das Atomium ein Muss, das du mit der Metro in einer halben Stunde erreichen kannst. Die Fahrt kostet 2,10 Euro. Als Student zahlst du für den Eintritt ins Atomium acht Euro. Ich empfehle dir, die Tickets vorab online zu kaufen, um die Schlange zu vermeiden. Falls dir das zu teuer ist, lohnt es sich aber auch, das Atomium von außen zu sehen und dort durch die umliegenden Parks zu wandern.

Ein Tipp zum Schluss: Brüssel ist auch abseits der politischen Showbühne eine sehr interessante Stadt, in der unglaublich viele Praktikanten für kurze Zeit Station machen. Deshalb empfehle ich dir, die Facebook-Gruppen wie Deutsche Praktikanten in Brüssel nicht nur zur Wohnungssuche zu nutzen – du wirst viele spannende Menschen kennen lernen und mit Sicherheit keine interessante und lustige Geschichte aus den EU-Institutionen verpassen.

Mehr: Bachelor? Nebenjob? Praktikum? Wann sich eine Steuererklärung für Studenten lohnt

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