Benzinpreise Wundermittel gegen Preisdesaster?

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Benzinpreise ändern sich immer häufiger
Welche Multis den Ölmarkt dominieren
Waves crash over the conical drilling unit Kulluk where it sits aground on the southeast side of Sitkalidak Island, Alaska
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Stürmische Zeiten: Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute fahren die größten Ölkonzerne der Welt satte Gewinne ein. Der Energie-Informationsdienst Oilandgasiq hat die zehn größten Öl- und Gaskonzerne nach dem täglichen Fördervolumen zusammengestellt.

Stand: Mai 2013

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Platz 10: Kuwait Petroleum Corporation (KPC)

Den letzten Rang unter den Top-10 Ölkonzernen der Welt erreicht der staatliche Ölförderer von Kuwait. Die Kuwait Petroleum Corporation ging aus der Anglo-Persian Oil (heute BP) und Gulf Oil (heute Chevron) hervor. Die Kuwaitis beschäftigen 15.800 Menschen und fördern 3,2 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass oder Barrel entspricht rund 159 Litern. Im Golfkrieg in den 1990ern setzten irakischen Streitkräfte mehr als 700 kuwaitische Ölquellen in Brand.

Pump jacks are seen in the Midway Sunset oilfield in this file photo
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Platz 9: Chevron

Die Wurzeln des drittgrößten Unternehmens der USA reichen bis 1879 zurück, als die Pacific Coast Oil Company gegründet wurde. Später schluckte Standard Oil das Unternehmen und nannte es SoCal. 1984 schlossen sich dann SoCal und Gulf Oil unter dem Namen Chevron zusammen. Die Kalifornier fördern 3,5 Millionen Barrel am Tag. Rund 62.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern.

The "Lolair" drilling platform from state oil monopoly Petroleos Mexicanos (PEMEX) is seen off the port of Veracruz, Mexico
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Platz 8: Pemex

Mexiko verstaatlichte 1938 die gesamte Ölindustrie. Heute gilt der Energieriese als eines der größten Unternehmen Lateinamerikas und größter Steuerzahler Mexikos. Die 138.000 Mitarbeiter fördern 3,6 Millionen Fass Öl am Tag.

An old Shell logo is seen on a vintage fuel wagon at a railway station in the town of Naumburg
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Platz 7: Royal Dutch Shell

Der siebtgrößte Ölförderer der Welt entstand 1907 aus dem Zusammenschluss einer niederländischen und einer britischen Firma. Der weltweit bekannte Konzern setzte sich 2012 mit einer Marktkapitalisierung von 140 Milliarden Dollar an die Spitze des britischen Leitindex FTSE. Mit 87.000 Angestellten fördert der Multi 3,9 Millionen Barrel Öl am Tag.

Gulf Oil Spill-Settlement
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Platz 6: BP

Auf eine lange Historie blickt auch British Petroleum, kurz BP, zurück. Die Burmah Oil Company ging 1909 in der Anglo-Persian Oil Company auf, die später zur Anglo Iranian Oil und schließlich zu BP wurde. Einen schweren Schlag erhielt der Konzern, als eine Explosion auf der Plattform Deepwater Horizon 2010 mehrere Arbeiter töte. Das auslaufende Öl verseuchte den Golf von Mexiko und richtete eine der größten Umweltkatastrophen an. Der Konzern wurde zu Milliardenstrafen und Entschädigungen verurteilt. Weitere Prozesse laufen.

BP beschäftigt 85.700 Menschen und fördert 4,1 Millionen Fass Öl am Tag.

A oil field worker works at a well head in PetroChina's Daqing oil field in China's northeastern Heilongjiang province
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Platz 5: Petrochina

Den fünften Rang unter den größten Energiekonzernen der Welt hat Chinas Petrochina erobert. Die Karriere des erst 1999 gegründeten Unternehmens ist steil. Der staatseigene Konzern fördert mit 550.000 Arbeitern 4,4 Millionen Barrel.

Ein System, das Kritiker als Oligopol bezeichnen: Einer der großen Mineralölkonzerne erhöht die Preise, die anderen ziehen innerhalb kürzester Zeit nach. Das funktioniert auch ohne wettbewerbswidrige Absprachen – weshalb das Kartellamt bislang machtlos zuschauen musste. Auch das soll sich durch die neue Stelle ändern: „Damit können die Kartellbehörden Anhaltspunkte für etwaige Verstöße besser finden sowie missbräuchliches Verhalten der großen Mineralölkonzerne leichter aufdecken und verfolgen“, so Rösler bei der Einführung.

Ob die neuen Daten tatsächlich geeignet sind, die Konzerne zu belangen, darüber schweigt sich das Bundeskartellamt auf Nachfrage aus. Man müsse dazu die Preisveränderungen erst einmal über einen längeren Zeitraum betrachten. Insgesamt ist man in der Behörde aber mit dem Projekt zufrieden. „Erstmals ist ein echter Preisvergleich zwischen Tankstellen möglich“, so ein Sprecher des Amtes. „Damit stellen wir Waffengleichheit zwischen Anbietern und Nachfragern her.“ Für den Wettbewerb könne das nur gut sein.

Tatsächlich bewegen sich die Benzinpreise immer häufiger: Zehn Änderungen am Tag sind nicht ungewöhnlich. „Das an sich ist aber noch kein Zeichen für mehr Wettbewerb“, sagt Jürgen Albrecht vom ADAC. Obwohl er grundsätzlich glaubt, dass die Markttransparenzstelle geeignet ist, den Wettbewerb auf dem Benzinmarkt zu verbessern, sieht er im Moment noch keine große Veränderung.

Der ADAC hat anhand der neuen Daten herausgefunden, dass der Benzinpreis gegen Abend am niedrigsten ist: Zwischen 18 und 19 Uhr kostet der Liter E10 durchschnittlich rund acht Cent weniger als um fünf Uhr morgens. Diese Entwicklung ist nicht ganz neu. Schon vor Einführung der Transparenzstelle schwankten Benzinpreise nicht mehr zwischen Montag und Freitag sondern folgten innerhalb jedes Tages einer ähnlichen Kurve. Das verstärkt sich jetzt noch: „Das Preismuster ist ähnlich geblieben“, sagt  Steffen Bock, Betreiber des Vergleichsportals clever-tanken.de. „Aber die Anpassungsgeschwindigkeit ist gestiegen.“

Solche Preisunterschiede lassen sich mit den neuen Daten verfolgen – das ist für viele Befürworter auch der Hauptnutzen. „Die Aktualität und Vollständigkeit der Daten ist phänomenal“, sagt Bock. Wie der ADAC und andere Anbieter bekommt auch er die Daten vom Kartellamt und bereitet sie für seine Webseite und die dazugehörige App auf. Das Portal gibt es schon seit vielen Jahren, früher kamen die Informationen von Autofahrern und aus einem hauseigenen Recherche-System. „Für die Verbraucher ist die Situation jetzt besser“, sagt er. Und seine Nutzerzahlen steigen seit der Einführung – obwohl Spritpreise derzeit nicht unbedingt ein großes Aufreger-Thema sind.

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Verlierer der neuen Transparenz sind freien Tankstellen
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