BER-Debakel Ramsauer will schonungslose Aufklärung

Der Bundesverkehrsminister möchte die Pannenserie des Hauptstadtflughafens lückenlos aufklären – egal, wen es am Ende trifft. Die Berliner CDU plant derweil schon Flüge nach Schönefeld zu verlagern.
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Großbaustelle Großflughafen: In Berlin wird nach Verantwortlichen geforscht. Quelle: dapd

Großbaustelle Großflughafen: In Berlin wird nach Verantwortlichen geforscht.

(Foto: dapd)

BerlinBundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat eine lückenlose Aufklärung des Debakels um den Bau des Berliner Großflughafens BER zugesagt. Es müsse "sauber aufgearbeitet" werden, wer "für welche Schlamperei haften muss", sagte Ramsauer dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Hier darf es keine Vertuschung geben." Falls Haftungsansprüche festgestellt würden, werde niemand geschont. Auf die Frage, ob dies auch für die Politiker und Staatssekretäre in den Aufsichtsräten gelte, antwortete Ramsauer: "Aufsichtsratsmitglieder haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten."

Der CSU-Politiker zeigte sich überzeugt, dass sich der Flughafen trotz der Bauverzögerungen langfristig gut entwickeln wird. "Es ist doch nicht nur Murks gebaut worden da draußen. In zehn Jahren, wenn dieser Flughafen mal eine Zeit gut gelaufen ist, wird das ein absolut positives Projekt." Der Hauptstadtflughafen BER werde "eine Visitenkarte für unser Land" sein.

Peter Ramsauer verspricht lückenlose Aufklärung. Quelle: dapd

Peter Ramsauer verspricht lückenlose Aufklärung.

(Foto: dapd)

Ramsauer sprach sich dafür aus, die Verzögerung dazu zu nutzen, den Flughafen schneller zu erweitern als bisher geplant. Bereits jetzt und nicht erst wie bisher geplant bei laufendem Verkehr sollte die alte Nordbahn von Berlin-Schönefeld saniert werden, sagte der Minister. Dies spare Geld. Zudem könne der Flughafen dann beim nächsten Eröffnungstermin gleich von Anfang an mit größerer Flugkapazität und zwei hochmodernen Rollbahnen durchstarten. Auf einen neuen Eröffnungstermin wollte sich Ramsauer erneut nicht festlegen.

Die Berliner CDU möchte derweil Dutzende Flüge von Tegel zum bisherigen Airport in Schönefeld verlagern. Es sei wichtig, die Anwohner des Flughafens Tegel zu entlasten, erklärte CDU-Generalsekretär Kai Wegner am Samstag in Berlin. Der Landesvorstand der Christdemokraten hatte zuvor ein Papier zur Zukunft des Berliner Luftverkehrs beschlossen. Danach soll es Anreize für die Airlines geben, Flüge in Schönefeld statt in Tegel starten und landen zu lassen. „Mehr als 300 Flugbewegungen in Tegel gegenüber weniger als 100 Bewegungen in Schönefeld stellen keine befriedigende Situation dar“, heißt es in dem CDU-Beschluss.

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14 Kommentare zu "BER-Debakel: Ramsauer will schonungslose Aufklärung"

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  • Eine gute Idee. Vor allem würde mich zuerst die Rolle des Bundesverkehrsminister in dem Debakel interessieren, und warum er nicht eingegriffen hat, als sich die Katastrophe abzeichnete.

  • Hier in Hessen haben wir so unsere Erfahrungen mit den schonungslosen Aufklärern aus dieser Fraktion.

  • Er will schonungslos aufklären !! Wenn das geschehen würde, müssten alle Aufsichträte gehen, die entsprechenden Politiker bis hin zum Bundestag zurücktreten. Dies betrifft dann auch Ramsauer. Will er dass ?????

  • ersetzt bitte in oben abgegebenen kommentar nrw durch niedersachsen :) - ist halt nicht mein bundesland

  • aufklärung - ich kann ihnen jetzt schon sagen was da schief gelaufen ist. fachmännern wurde in die arbeit gepfuscht und von oben diktiert wie sie dies und das zu machen haben, mehrfach wöchentliche änderungen und vor allem ein termin der nicht mal bei 7 tagen a 24 stunden mit dreifacher anzahl arbeiter hätte eingehalten werden können. und nun versucht der bock, der zum gärtner gemacht wurde alles so zu offenbaren, dass die vertreter der anderen politischen parteien schuld sind, letztendlich haben diese herren und damen durch ihr kindisches gezänk unser deutsches ansehen ordentlich geschädigt. leider wird letztendlich ein armer architekt oder bauingeneur, der nur mit dem kopf nicken, ihn jedoch lieber schütteln wollte, als sündenbock hingestellt. wie immer wenn sich berufspolitiker als allroundexperten aufspielen und resorts wie unterhämden wechseln, alles wird teurer und letztendlich zur ewigen baustelle. mein beileid an alle berliner, hoffentlich wählt ihr das nächste mal ne partei, die ausgebildete experten aufweisen kann, das gilt natürlich auch für nrw und generell für alle wahlen - ein hoch auf die listenplätze.

  • Bitte nicht, sonst kommen irgendwann Ministerpräsidenten/INnen auf die glorreiche Idee, bestellen sich im Zuge staatstragender Einsparmaßnahmen natürlich auch noch als Justizminister. Gibts nicht, geht nicht, da fragen wir doch glatt mal beim jetzigen Bundesverfassungsrichter Müller, dem ehemaligen Ministerpräsidenten und Justizminister geflissentlich nach. Oder sehen Sie sich mal ungeniert so etwas nur an. -http://grundgesetzbruch.de/artikel/index4.html- Hier handelt es sich um Staatsbürger, die noch Courage haben, dagegen anzugehen.

  • Zitat : Ramsauer will schonungslose Aufklärung

    Wahlgeplänkel a la Ran Sau Er !

    Hier hat der Bund versagt ( CDU/CSU Finanzministerium, Bau-und Verkehrsministerium ) sowie Länder ( SPD/LINKE Aufsichtsräte ) !

    Welche Aufklärung machen denn diese Politclowns gegen sich ?

    Unfassbar, die Volksverblödung durch die Nomenklatura !

  • Macht Ramsauer das dann auch bei der DB mit BahnGrube?
    Nach internen DB Berechnungen soll Stuttgart 21 bis zu 12 Mrd Kosten, von ursprünglich 2 Mrd und jetzt im Jahr 2013 ist noch mit nichts angefangen, also 2020 wird da nichts fertig sein...

  • Platzeck vergleicht sein Desaster mit dem Desaster bei Karstadt, das sagt alles. Ein Bau auf der grünen Wiese, eigentlich eine optimale Angelegenheit für Planer- ein untergehendes Schiff zu retten eher schwer.
    Ein Neuanfang mit neuen Leuten die ihr Geschäft verstehen.
    Ist besser und wird auch so kommen

  • Aufklärung geht eigentlich nur durch eine vom Justiz-Ministerium bestellte, parteiunabhängige und fachkompetente Expertenkommission. Dazu noch Aufklärung über die bisher geflossenen Gelder - nachgerechnet bis zum letzten Cent und Offenlegung aller Konten. Was das Finanzamt von jedem kleinen Gewerbetreibenden rigoros verlangt, kann doch in diesem monströsen Fall nur recht und billig sein. Oder haben unsere sog. "Eliten" etwas zu verbergen? Also her mit der Kommission und den Unterlagen innerhalb von 14 Tagen, sonst gibts Ordnungsgeld in Höhe von 1% der potentiellen Prozeßsumme, ersatzweise Androhung von Haft für den bisherigen Aufsichtsrat mit € 50 Tagesgeldsatz. Nur so ist den Brüdern beizukommen.

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