Berechnungen der Netzagentur Stromkunden müssen mit deutlichen Preiserhöhungen rechnen

Steigende Strompreise seien kaum vermeidbar, erklärt die Bundesnetzagentur. Investitionen in Stromleitungen lässt die Ökostromumlage um 50 Prozent steigen. Ein Vier-Personen-Haushalt muss 2013 bis zu 50 Euro mehr zahlen.
Update: 09.10.2012 - 10:38 Uhr 27 Kommentare
Investitionen in das Stromnetz treiben die Ökostromumlage nach oben. Quelle: dpa

Investitionen in das Stromnetz treiben die Ökostromumlage nach oben.

(Foto: dpa)

MünchenStromkunden in Deutschland müssen im nächsten Jahr mit deutlichen Preiserhöhungen rechnen. „Die Ökostromumlage wird für 2013 wohl über fünf Cent liegen", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der „Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag. Nach 3,6 Cent in diesem Jahr wäre das ein Anstieg von rund 50 Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden würde dies zusätzliche Kosten von mehr als 50 Euro jährlich bedeuten.

Doch ist die Umlage nicht der einzige Preistreiber. „Auch die Netzentgelte werden in Zukunft höher ausfallen, denn wir müssen in Stromleitungen investieren", kündigte Homann an. Mehr grüner Strom, mehr konventionelle Reserven und mehr Netze seien nicht zum Nulltarif zu haben.

Die Probleme bei der Versorgungssicherheit nach der Energiewende hält Homann noch nicht für gelöst. „Die Gefahr eines Engpasses besteht", sagte er der Zeitung. Vor allem in Süddeutschland könnten in Extremsituationen Kraftwerke fehlen. Deshalb habe die Bundesnetzagentur die Kaltreserve für Notsituationen von 1.600 Megawatt im vergangenen Winter auf gut 2.000 Megawatt erhöht - auch mit Hilfe von Kraftwerken in Österreich. "Wir sind ziemlich sicher, dass wir den Bedarf decken können", sagte der Netzagenturchef.

Sorgen bereiten dem Chef der Aufsichtsbehörde allerdings Pläne der Stromkonzerne, in den kommenden Jahren unrentable Kraftwerke stillzulegen. Ausgerechnet im ohnehin unter Kraftwerksmangel leidenden Süddeutschland zeichne sich ein weiterer Rückgang der Kapazitäten um 1.700 Megawatt ab. Das zwinge die Netzagentur zum vorsorglichen Handeln. Homann betonte, in zwei bis drei Jahren müssten Pläne für neue Kraftwerke auf den Weg gebracht werden.

Nach Plänen der Bundesregierung soll die Bundesnetzagentur künftig auch direkt in den Strommarkt eingreifen und „systemrelevante" Kraftwerke in Notsituationen unter staatliche Aufsicht stellen können. Laut Homann treibt die Behörde diese Vorbereitungen derzeit voran. „Die Netzbetreiber haben uns inzwischen eine Liste von 51 Gaskraftwerken erstellt, die sie für systemrelevant halten. Diese sollten möglichst nicht abgeschaltet werden", sagte er der „Süddeutschen Zeitung". Es sei auch möglich, dass noch andere Kraftwerkstypen dazukommen.

Im vergangenen Winter hatte das deutsche Energieversorgungssystem angesichts einer mehrwöchigen extremen Kältewelle an seiner Leistungsgrenze gearbeitet. Nur durch das Anzapfen auch ausländischer Kraftwerke und -netze konnte die Sicherheit der Versorgung nach Angaben der Netzbetreiber gewährleistet werden.

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27 Kommentare zu "Berechnungen der Netzagentur: Stromkunden müssen mit deutlichen Preiserhöhungen rechnen"

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  • ..
    STROMPREISERHÖHUNGEN
    ....................
    ein weiterer grund, zu den regionalen
    bzw. kommunalen stadtwerken zu wechseln
    und dort einen vertrag - möglichst online -
    abzuschliessen..
    ..
    diese unternehmen haben keine kernkraft -
    altlasten und nur geringe verwaltungskosten.
    ..
    deshalb liegen deren preise zt. erheblich
    unter denen der vier olipolisten..
    ..
    ..

  • Zitat HofmannM

    "Abschaltung der zukunftsweisenden Kernkraftwerkstechnik"

    Ich hoffe doch, das meinen Sie nicht ernst?
    Wo ist die Kernkraft eine Zukunftweisende Technik?

    Mal zur Erinnerung - AKW´s funktionieren seit über 60 Jahren auf die gleiche Art und Weise. Man ist in der Technik (bis auf ein paar Überwachungstechniken) nicht wirklich schlauer geworden. Wenn Ich Ihren Ausführungen also glauben sollte müsste ich auch annehmen der Taschenrechner ist immer noch die Zukunftweisende Technik im Rechnen^^ Der ist allerdings noch nicht so alt und hat sich in der Zeit sehr verändert ;-)
    Kernkraft in der heutigen Form ist veraltet - die Zukunft gehört der Kernfusion - das ist allerdings eine ganz andere Technologie und noch nicht wirklich über das Reissbrettstadium hinaus gekommen (erstes Testkraftwerk soll glaube ich 2025-2030 anlaufen, wenn ich mich noch richtig erinnere). In die weitere Erforschung der Kernspaltung investiert schon lange niemand mehr wirklich. Nur noch in die Erhaltung der vorhandenen Technik und evtl. in bessere Überwachungsanlagen - mehr nicht. Und selbst da sträuben sich die Betreiber mit Händen und Füssen, denn das kostet Geld und das wiederum Gewinne. "Updates" werden in dem Bereich nur noch auf Druck getätigt. Braucht man sich nur die neuen Anlagen anschauen.

  • Zitat joe

    wenn man bedenkt das 15Mrd Förderung pro Jahr (beim stoppen jeglichen neubaus) für mindestens die nächsten 20 jahre festgeschrieben ist. liegt die förderung sagen wir mal bei rd. 380mrd in 30 jahren.
    demgegenüber atomkraft (wenn man ihren zahlen glaubt) bei 311 Mrd. in 50 Jahren. Wer zieht also mehr "förderung"??

    ---------------------

    Immer noch die Kernkraft, denn Sie vergessen eines - die Subventionen betreffen nicht die Endlagerung sondern nur den Beteib der vorhandenen Anlagen. Die Lagerung/Endlagerung und Entsorgung der Verseuchten AKW´s und ihres Mülles zahlen nämlich allein die Steuerzahler aus dem Steuersäckel - nicht die Betreiber (Adenauer sei dank^^). Und wie wir alle wissen werden wir damit noch viele, viele Jahre zu tun hebn (sorry, ich meinte Jahrzehnte/Jahrhunderte). Rechnen Sie dies doch mal zu Ihren "Subventionen" dazu und dann sagen Sie uns mal, wer in 50 Jahren mehr Geld bekommt^^. Aber ich weiss - Summen, die man nicht beziffern kann kann man auch nicht einrechnen - Die Politik und die Kernkraft Beführworter machen uns das ja in aller Regelmäßigkeit vor^^

    (PS: übrigens waren die AKW´s mal Staatseigentum bis man sie für nen Appel und nen Ei erst Halbverstaatlicht und dann "privatisiert hat" und somit Volkswerte vernichtet hat - die baukosten können Sie schon auch noch mit zu den "Subventionen" rechnen *g)

  • ihr
    und dann verscheken wir Ökosrom nach Polen und Tschechie, da wir selbst nicht genügend einspeisen, so höre ich gestern

  • Hi Margit17888..Die Stromerzeuger, ob Konzerne, oder private Solarzellenbesitzer handeln in einem staatlichen Rahmen. Dieser staatliche Rahmen besteht aus Subventionen und Einspeisegarantien für "Erneuerbare Energien", Regeln für Netzentgelte für Netzbetreiber und zahlreichen Regeln für die Betreiber von Grosskraftwerken bis hin zur entschädigungslosen Enteignung einiger Kernkraftwerke.

    Die wenigsten Stromhersteller dürften mit dem aktuellen Umfeld glücklich sein.

    Somit kann ich Ihre Frage nicht verstehen.

    Vandale

  • Vandale
    Welche Kosten?
    Ich möchte erst einmal genau wissen, was für Kosten anfallen.
    Wenn ich heute ein Geschäft eröffne, nicht genügensd eigenes Geld habe, erhalte ich von meienr Bank einen Kredit.
    Dann verkaufe ich meine Waren, erhalte Geld dafür, kann meinen Kredit zurück zahlen und habe auch selbst noch Gewinn. So funktioniert ein Geschäft, ein Unternehmen.
    Wieso brauche ich da Geld vom Staat? Oder von allen Bürgern?
    Hier muß nachgeforscht werden, das muß endlich offengelegt werden
    Z. Zt. findet mit dieser Ökostrom-Hysterie Leuteverdummung statt zu Gunsten der Stromhersteller

  • Deutschland ist ein Subventions-Land zu Lasten der ganz normalen Verbraucher.
    Große Firmen sahnen ab und bekommen von der Regierung auch immer noch eine Schippe obendrauf.
    Unter Merkel ist das ganz schlimm geworden. Sie subventioniert ja auch das Prouzieren von Elektro-Autos
    Ich bin nicht blöde, aber mir soll doch einer mal dieses komische EEG-Gesetz erklären.
    Da ist eine Fa. X die betreibt einen Windpark, der Strom herstellt. Diesen Strom verkauft die Fa. X an meine Stadtwerke von denen ich den Strom bekomme.
    Also die Fa. X erhält für ihren Verkauf Geld. Ein ganz normaler kaufm. Vorgang
    Wozu also nun diese Umlage?
    Warum bekommt also die Fa. X vom Staat für das Betreiben des Windparks Subventionen?
    Genau diese Unsinnigkeiten sind es doch, die bei uns so viele Preise in die Höhe treiben
    Der Manager von VW ging im letzten Jahr mit einem Gehalt von 16 Mio nach Hause. Das Geld also hat die Firma, aber zum Herstellen von Autos zahlt der Staat?

  • karstenberwanger
    nein, der Bürger wird nicht abrechnen. Der Bürger in Deutschland ist träge, zu satt, zu zufrieden
    Wer Hartz IV bekommt, wenig Rente hat, geht eben zum Amt, wenn der Strom nicht mehr bezahlt werden kann.
    Der Rest, der nicht zum Amt kann, weil er vielleicht 2 € zu viel Rente oder Gehalt hat, holt eben die guten alten Kerzen wieder hervor, stellt vielleicht irgendwann auch den Kühlschrank ab, stellt die Butter wieder auf den Balkon oder das Fensterbrett.
    Wir gehen Zeiten entgegen wie in der Nachkriegszeit

  • Hi Ihr, ich habe noch nie Subventionen für Kernkraftwerke bezahlt.

    Ich beziehe Kernstrom zu einem Arbeitspreis, in € umgerechnet, 7c/kWh. Da das nächste Grosskraftwerk in meiner Nähe ein umweltfreundliches KKW ist, es in meiner Umgebung nur wenige umweltschädliche Windmühlen gibt, ist es auch physikalisch Kernstrom.

    Wenn Sie gerne Subventionen für Kernkraftwerke bezahlen möchten, so kann ich Ihnen eine Kontonummer geben. Ich würde gerne ein neues KKW entwickeln.
    Erste Versuche, ca. 5 Mio. €
    Ein hydraulischer Kreislauf, ca. 400 Mio. €
    Ein Versuchskraftwerk, ca. 2 Mrd. €

    Vandale

  • @gutmenschensucks

    Sie haben sich offentsichtlich auf die EE und hier im speziellen Solarindustrie eingeschossen.

    Neben der Solarindustrie zählen auch Biogas, Biosprit, Windenergie und bedingt Wasserkraft zu den EE.

    Sie lassen beispielsweise hohe Subventionsleistungen, die die Landwirtschaft seit 35 Jahren erhalten hat und speziell auch für den Anbau von Lebensmitteln zur Energieherstellung aussen vor.

    Im übrigen haben gerade mit wenigen Ausnahmen die Verbraucher die hohen Kosten für konventionellen Strom in den vergangenen Jahrzehnten gezahlt. Die Subventionen in diesen behördenähnlichen Industriezweigen (Energiewirtschaft) konnte man sich immer auf die Zusagen der Politik verlassen und im voraus den voraussichtlichen Gewinn vorhersagen.

    Solarstromgewinnung wird auch weiterhin an Bedeutung gewinnen. Die Frage ist, warum wir unser Know-How zu Centbeträgen pro Aktie an asiatische Konzerne (Bsp. Q-Cells) abgeben wollen. Dies ist ein Verdienst der FDP.

    Das Wirtschaftsministerium unter Rösler hätte normalerweise die Verpflichtung gehabt so etwas zu verhindern. Entsprechende Kompetenz kann man dem Wirtschaftsministerium absprechen...

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