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Bericht des Wehrbeauftragten „Viele Soldaten sind überlastet und frustriert“

Fehlende Zelte, Schutzwesten und Winterbekleidung: Neue Berichte über Ausrüstungsmängel überschatten die Vorstellung des Jahresberichts des Wehrbeauftragten.
9 Kommentare
Bundeswehr: Alarmierendes Zeugnis des Wehrbeauftragten Quelle: Reuters
Hans-Peter Bartels

Der Wehrbeauftragte des Bundestages stellt der Bundeswehr ein schlechtes Zeugnis aus.

(Foto: Reuters)

Berlin Trotz erheblicher Reformanstrengungen hat sich der Zustand der Bundeswehr nach Einschätzung des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels nicht verbessert. Die Lücken bei Personal und Material seien teils noch größer geworden, heißt es im aktuellen Jahresbericht.

Die Einsatzbereitschaft der Waffensysteme sei „dramatisch niedrig“. Die enorme personelle Unterbesetzung habe sich verstärkt. Viele Soldaten seien überlastet und frustriert. Die eingeleiteten Trendwenden müssten „deutlich mehr Fahrt aufnehmen“. Der SPD-Politiker überreichte seinen Bericht am Dienstag Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und stellte ihn im Anschluss der Öffentlichkeit vor.

21.000 Dienstposten von Offizieren und Unteroffizieren seien nicht besetzt. Der Mangel an Personal führe nicht selten zu Überlastung und Frustration. „Gleichzeitig ist die materielle Einsatzbereitschaft der Truppe in den vergangenen Jahren nicht besser, sondern tendenziell noch schlechter geworden“, sagte Bartels in Berlin.

„Die Materiallage bleibt dramatisch schlecht, an manchen Stellen ist sie noch schlechter geworden.“ Die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angestoßenen Trendwenden seien zu begrüßen. „Nur macht die Proklamation allein noch nichts besser.“

Bartels schlug „Fast-Track-Projekte“ vor, um den Alltagsdienst von Soldaten zu verbessern, etwa durch die schnelle Beschaffung von Stiefeln, Funkgeräten oder Nachtsichtbrillen. „Viele Soldatinnen und Soldaten wünschen sich an der einen oder anderen Stelle eine Art Befreiungsschlag im Sinne schneller Beschaffungspakete.“

Auch brauche die Bundeswehr mehr Geld. Im Haushaltsplan „steht bisher noch nichts substanziell Zusätzliches“. Bartels beklagte zudem ein Übermaß an Zentralisierung und Bürokratisierung in der Truppe, durch die persönliche Verantwortung schwinde.

Einmal im Jahr legt der Wehrbeauftragte des Bundestags bestehende Defizite in der Truppe offen. Er gilt als „Anwalt der Soldaten“, jährlich erreichen ihn Tausende Anliegen und Beschwerden von Soldaten. Im vergangenen Jahr zählte Bartels 2528 schriftliche Eingaben (2016: 3197).

Erst am Montag war bekannt geworden, dass der Truppe für Nato-Verpflichtungen im Jahr 2019 nicht nur Panzer, sondern auch Schutzwesten, Winterbekleidung und Zelte fehlen. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, relativierte die Berichte.

Die Truppe sei ausreichend ausgerüstet, um ihre Bündnis- und Einsatzverpflichtungen zu erfüllen, sagte Wieker am Dienstag in Berlin. Die Soldaten leisteten einen hervorragenden Dienst. „Mir jedenfalls sind sowohl in Deutschland als auch von unseren Verbündeten keine Klagen zu Ohren gekommen“, sagte er. „Das tritt ein wenig zurück hinter solchen Meldungen.“ Wieker räumte aber ein, dass der Stand der Einsatzbereitschaft insgesamt noch nicht zufriedenstellend sei. Um die Lücken der Bundeswehr zu schließen, habe man aber einen Entwicklungsplan aufgelegt bis zum Jahr 2030.

  • dpa
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9 Kommentare zu "Bericht des Wehrbeauftragten: „Viele Soldaten sind überlastet und frustriert“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hatte ich mal, Herr Hirsepp.

    Aber dann muss wohl eine ähnliche Versorgungsknapheit eingetreten sein, und ich wurde aufgefordert, meinen ganzen Plunder (inkl. Klappspaten) abzuliefern.

  • suche aber noch einen BW klappspaten aus dieser Aera:

    wer so ein Teil entbehren kann, bitte melden....!
    e-mail adresse ist dem Handelsblatt ja bekannt!

  • nur das MG 1 & die UZZI, die habe ich leider nicht mitbekommen!

  • Habe noch einen SEE-SAck voller Klamotten, aus Zeiten der ALARMRESERVE....
    mit Mottenkugeln & - Papier gegen Ungeziefer geschuetzt und 2 Paar Springerstiefel....von der letzten Wehruebung, 1987...
    ...und vom Opa noch 'nen Koppel mit K-Schloss: "Hoch die Zimmererkunst"....

  • Viele Soldaten sind UEBRLASTED ( ( OVERWORKED & UNDERPAID) ! & FRUSTRIERT....

    ja, dann hilft nur ein JOBWECHSEL, bei diesen Sissies, oder?

    Wie soll das den mal in V-FALL aussehen?

    --> ich fordere daher schon heute die allg. VOLKS-Bewaffnung & regelmassige Wehr-Sport Uebungen.... quasi hilfreiche SELBSTHILFE....mit 'nem ollen pensionierten BW-Spiess, alter schule als "SCHLEIFER" !
    auch solche Maennerspiele ueberwinden ethnisch-menthale Grenzen, wie Football- und tragen zur Staerkung des Geimeisinn bei, auch ohne Alkohol-Excesse, aber bestimmt mit einem schoenen Abschluss-Abend in einer Tiddy-Bar oder Bordell-Besuch !!!

    ( Bei Walmart in US gibts Camouflash NATO-UNTERHOSEN: 5 fuer 15.00 $)
    aber im V-Fall muessen wir dann den gefallenen Gegnerischen Soldaten die U-Hosen Strippen !!!

  • Aber meine Herren,

    behaltet ruhig Eure alten Plörren. Die sind genauso ausgemustert wie Ihr selbst :)

    Wozu haben wir denn inzwischen fesche Mädels in der BuWe?

    Demnächst gibt es kostenlose Strickkurse - dann bekommt jeder seine passgenaue Unterwäsche mit lustigen Moriven (auch bei den Socken)

  • Klasse, Old Harold! Ich könnte noch eine der beliebten langen Unterhosen beitragen. Aber ggf. will Uschi die für sich?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.


  • Liebe Frau Bundesverteidigungsministerin,

    als ich vor 50 Jahren aus meinem 18-monatigen Grundwehrdienst nachhause entlassen wurde, gab man mir meine 3 Paar dicken Bundeswehr-Stricksocken mit.

    Die habe ich für schlechte Zeiten wie diese, sorgfältig in meinem Kleiderschrank aufbewahrt.

    Wenn Sie die Socken für unsere frierenden Soldatinnen und Soldaten brauchen können, schreiben Sie mir bitte über dieses Forum, wohin ich diese schicken soll.

    Herzlichst
    Ihr
    Old Harold

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